Action Cooking

Quelle: Imke Schroeder

Kekse backen in Form des Brandenburger Tor: Das Spektakel Naturfreunde Jugend und Besucher backen und verzieren Plätzchen von bekannten deutschen Bauwerken lockte die Besucher in Scharen. „Sogar das Fernsehen war heute hier“, verkündet die Bäckerin stolz. Inzwischen ist Ruhe eingekehrt. Nur zwei kleine Mädchen werkeln an Brandenburger Tor, Berliner Funkturm und dazwischen dicke Enten. Doch am Stand der Naturfreunde gibt man sich zufrieden: Unzählige Bleche verschwanden schon in den Mägen der Besucher.

Auch etwas weiter in Halle 10 können Keksförmchensehenswürdigkeiten gekauft werden: Der Eiffelturm oder die Freiheitsstatue. Und auf dem Weg dahin, hätte man gleich noch eine Kochvorführung im Saarland mitnehmen können, bei der Akrobatik mit Messern und Küchenutensilien die Zuschauer anlockten. Mit frischem Gemüse aus dem Glas und Champignons aus der Dose blieb zwar der Geschmack auf der Strecke, doch der Unterhaltungsfaktor war ungleich größer. Vielleicht sollte man im kommenden Jahr messerwerfenden Köchen mit keksebackenden Kinder kombinieren: Die einen können nichts Genießbares kochen, die anderen dürfen noch nicht mit Messern jonglieren. Das klingt nach einer vielversprechenden Symbiose. Und das Auge isst ja bekanntlich mit.

Allgemein ITB 2010

Wenn Essen, Getränke und Tourismus sich kreuzen – eine kulinarische Weltreise auf der ITB Berlin

Fotos: Christina Heuschen

Wie wäre es, die Welt durch Essen oder Trinken kennenzulernen? Einmal Gerichte aus der ganzen Welt probieren. Und das an einem Tag. Das geht, denn auf der ITB Berlin stellen sich Länder auch durch ihre kulinarischen Köstlichkeiten vor.

Die Reise beginnt in Deutschland. Der Magen ist noch leer. Das Highlight in Hamburg sind Pralinen. Erstaunlich, da Hamburg dafür eigentlich nicht bekannt ist. „Schokovida ist die erste Schokolaterie Hamburgs“, betont Sandra Engel, Head of Marketing Services & Cooperations beim Hamburg Tourist Board. Die Besucher können zusehen, wie Pralinen hergestellt werden. Großes Gedränge. Alle möchten schauen. Aber vor allem kosten. Die Pralinen zergehen auf der Zunge. Bis sie sich ganz auflösen. Tee gibt es auch. Doch der ist bei dieser Veranstaltung Nebensache.

Comedy. Artistik. Kochen. Das gibt es im Saarland. Heraus kommt eine Lyonerpfanne. Doch Applaus gibt es vor allem für die artistischen Übungen. Stimmen aus dem Publikum verraten zum Essen nichts Gutes: „Naja, geht so.“ oder „Nichts besonderes.“ Es scheint nicht allen zu schmecken.

Ein weiterer Anlaufpunkt ist Halle 4.2. Hier liegt Spanien. In Andalusien kann man Tapas essen. Iberischen Schinken. Kleine Köstlichkeiten. Wer möchte bekommt dazu auch einen Sherry.Direkt um die Ecke sind die Kanaren. Ananas. Mango. Papaya. Passionsfrucht. Frisch, fruchtig und lecker. Kein Wunder, dass bereits morgens eine Schlange an der Bar steht. Manche stellen sich sogar ein zweites oder drittes Mal an. Ohne den Ozean zu überqueren geht es in die Dominikanische Republik. Hier trinkt der Gast Rum. Mit Eiswürfeln. Kalt.

Zurück auf dem europäischen Kontinent, führt kein Weg an Polen vorbei. In Halle 15.1 schlemmen die Besucher St.-Martins-Hörnchen. Plunderteig. Gefüllt mit Mohn. Glasiert. Und mit gehackten Nüssen bedeckt. Diese süße aus Poznań stammende Spezialität wird auf der ITB Berlin vor den Augen aller gebacken, und kann danach direkt verzehrt werden. Noch ganz warm. Frisch aus dem Ofen. Der Bauch wird voller. Großes Gedränge, auch hier.

Zum Glück gibt es auch in Ungarn in Halle 11.1 etwas Süßes. Baumkuchen. Kürtöskalács. Aber was ist nun besonders an diesem Baumkuchen? Vanille. Zimt. Mandeln. Schokolade. Kokos. Nuss. Sechs Geschmacksrichtungen, für jeden etwas. Wer es lieber herzhaft mag, kann in Ungarn auch Käse probieren. Schafskäse in den verschiedensten Richtungen: Knoblauch, Safran, Räuchergeschmack, Natur und Weichkäse. Eine weitere Alternative ist Gemüse. Salzig eingelegt. Die Spezialität: Wassermelone mit Krautsalat. Wem das zu exotisch ist, sollte Kirschtomaten, Gurken oder Paprika kosten. Langsam wird es eng. Viel passt in den Magen nicht mehr. In der Halle des Partnerlandes der ITB Berlin angekommen, gibt es wieder einmal etwas zu trinken. Çay. Mit Zucker. Becher dampfen. Besucher schlürfen den türkischen Schwarztee.

Wer jetzt immer noch nicht genug hat, kann noch den israelischen Stand in Halle 23b besuchen. Frisch gepresster Orangensaft. Dazu Pita. Eine Spezialität aus dem Nahen Osten mit Humus, Auberginensalat, Weißkrautsalat oder Couscoussalat.

Noch nicht einmal drei Stunden dauert diese Reise. Drei Stunden, in denen man die Welt mal anders kennenlernt. Der Magen ist voll. Satt.

Allgemein ITB 2010