Hotelbetten durch die Brille

Mit einer Brille ist es bald möglich sein Urlaubsziel in einer 360-Grad-Simulation zu erleben

Vor mir steht das gemachte Bett, hinter mir knistert das Kaminfeuer der Suite. Ich stehe mitten auf der ITB und blicke durch eine Brille direkt in ein Hotelzimmer. Ein Scherz? Nein, die Zukunft. Das Hannoveraner Unternehmen Digital Media Group präsentiert auf der Messe das Brillenmodell Oculus Rift. Die Brille ermöglicht es, in einer 360-Grad-Computer-Simulation beispielsweise in Hotels oder Landschaften der Wunschdestination hineinzuschauen. Anwendung findet das Gerät mit matt-schwarzen Visier bis jetzt nur im Bereich der Computerspiele. Das Gerät ist kaum größer als eine Ski-Brille. Die Idee dahinter: „Die Brille ist zum Beispiel für Reisebüros interessant“, heißt es beim Hersteller. „Kunden könnten sich in Zukunft zu Hause ihr Wunschhotel oder ihre Traumdestination ansehen.“ Die Kosten für das Gerät liegen bei umgerechnet 218,40 Euro. (pac)

 

Allgemein ITB 2014 Tag 1 | 5. März 2014

Frankreich setzt neue Standards

Quelle: Maria Langhammer

Fünf Kategorien und 240 Bewertungskriterien in vier Themenfeldern: Ausstattung, Kundenservice, Barrierefreiheit und Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft. „Die bisherigen Kriterien konzentrierten sich lediglich auf Hotelausstattung und schlossen überhaupt nicht den Faktor Service ein, der das eigentliche Herzstück der Hotellerie ist”, sagt Christine Trotignon vom französischen Verkehrsbüro. Seit 1986 gibt es die Hotelklassifizierung in Frankreich, doch seitdem hat sich viel getan. Vieles, was damals noch gar nicht zur Debatte stand, ist heute selbstverständlich und verlangt auch von den Unternehmen ein Umdenken: Heute muss ein Hotel umweltfreundlich sein. Außerdem steht der Gast stärker im Mittelpunkt und Sonderwünsche werden wichtiger, z.B. bei Menschen mit Behinderung. Auch die Sprachkenntnisse des Personals spielen inzwischen eine große Rolle bei der Vergabe von Sternen.

Bisher ging Frankreich bei der Hotelklassifizierung immer eigene Wege. Weltweit sind fünf Sterne Standard, In Frankreich gab es zuletzt nur vier. Ein direkter Vergleich war für Reisende also sehr schwer. Das soll sich ändern: Die Gäste können Hotels jetzt besser einschätzen und diese werden dadurch international konkurrenzfähiger.

Seit der Einführung des neuen Systems im Januar 2010 haben sich schon 1.000 Hotels in ganz Frankreich freiwillig klassifizieren lassen, 4.000 stehen noch in der Warteschlange und täglich bewerben sich weitere. Die Kosten für die Inspektionen tragen die Hotels selbst. Darüber hinaus müssen sich die vier und fünf-Sterne Häuser einmal alle fünf Jahre den kritischen Augen eines unangekündigten Testers stellen. „Die meisten Unternehmen haben ihr eigenes System aufgebaut, um den hohen Standard zu halten. Schließlich ist es ja in ihrem eigenen Interesse, zufriedene Gäste zu beherbergen und so wettbewerbsfähig zu bleiben“, betont Christine Trotignon. Ein Grund für die neue Klassifizierung war auch, dass es in den vergangenen Jahren nur wenige Kontrollen gegeben hat. Hotels, die einmal Sterne errungen hatten, wurden danach nicht mehr überprüft – auf Kosten der Qualität. Bisher fehlte also die Selbstkontrolle. Ob sich das mit dem neuen System ändert, wird sich in den kommenden Jahren zeigen. Vielleicht setzt Frankreich auch für andere Regionen einen Maßstab. Eines ist jedoch sicher: Mit diesem Schritt möchte Frankreich wieder den Menschen und den Service in das Zentrum des Gastgewerbes rücken.

 

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