Blogger auf der ITB – Für die einen ein Fluch, für die anderen ein Segen

Foto: Blogger-Speeddating. Hier konnten sich die Aussteller mit den Bloggern austauschen. Quelle: http://newsroom.itb-berlin.de/de/itb-blogger-speed-dating

 

Schon im letzten Jahr konnten sich Blogger auf der ITB akkreditieren. Da lief es allerdings noch nicht so professionell ab. Trotzdem waren rund 140 Blogger da. In diesem Jahr hat sich die Messe noch stärker um sie bemüht. Neben Speeddating mit den Unternehmen gibt es Vorträge von Bloggern. Ansonsten recherchieren sie wie die Journalisten.

220 Blogger sind auf der ITB 2013 akkreditiert. Abgelehnt hat Lea Karnatz, Mitarbeiterin der Pressestelle der ITB, kaum jemanden. Insgesamt hatten sich 307 Blogger für eine Akkreditierung angemeldet. Abgelehnt wurde nur, wer entweder einen kommerziellen Blog betreibt oder nichts mit Reisen zu tun hat. Wichtig für die Zulassung war auch, ob die Blogs gelesen werden. Deshalb mussten die Blogger unter anderem die Anzahl der Twitterfollower und Facebookfans angeben.

Für die Messe sind die Blogger genauso wichtig wie die Journalisten. Vor allem die Unternehmen auf der Messe interessieren sich für die Blogger. Die Blogger sind näher an den Reisenden, meint Karnatz. Sie tragen die Infos und Tipps schnell an ihre Fans weiter. Finden sie etwas gut, übernehmen ihre Fans diese Meinung wahrscheinlich, denn Blogger haben oft den Status eines Freundes. Die Messe hofft so auf eine gute PR für die Unternehmen. „Blogger vermitteln eher die emotionale Qualität und sind authentischer“, meint Karnatz. „Sie stehen mit beiden Beinen im Thema und nutzen die Apps und Technologien, die hier vorgestellt werden, ständig.“  Die neue Technik ist ein wichtiges Thema für die Messe. Die Journalisten sieht Karnatz vor allem als Vermittler von harten Fakten und als Informationsquelle für die Besucher.

 

„Eine Abwertung des Journalistenhandwerks“

Edith Kresta, Reisejournalistin bei der taz, bewertet die Anwesenheit der Blogger auf der ITB negativ. Als großes Problem der Blogs sieht sie die ungefilterten Informationen. Journalisten sind verpflichtet, Informationen kritisch zu hinterfragen. Sie dürfen keine PR oder Werbung für ein bestimmtes Produkt machen. Blogger unterliegen diesem Kodex nicht. Die Informationen, die auf Blogs zu lesen sind, werden deshalb nicht gefiltert. Kresta sieht die Blogberichterstattung über die ITB als Verflachung der Informationen für die Leser. Informieren sie sich nur über Blogs, bekommen sie Informationen geliefert, bei denen nicht zwischen Werbung und reflektierter Berichterstattung unterschieden wird. Es geht der Journalistin nicht um eine Benachteiligung ihrer Arbeit auf der ITB, sondern um eine Abwertung des journalistischen Handwerks. „Wir haben Angst, dass uns durch das Internet das Wasser unter den Füßen weggegraben wird“, erklärt Kresta.

Diese Haltung der Journalisten gegenüber den Bloggern kann Reisebloggerin Yvonne Zagermann bestätigen. Sie fühlt sich von den Journalisten auf der Messe oft nicht ernst genommen. Auch auf Pressereisen würde eher die Nase gerümpft, wenn sie als Bloggerin mitkommt, erzählt sie. Ihr ist es wichtig, dass sie schreibt, was sie meint. Sie hält ihren Blog von Werbung und PR frei. Nur selten findet man einen Verweis zu einer bestimmten Kamera oder einem Hotel. „Von den PR-Leuten lasse ich mir nichts sagen. Wenn ich ‚Scheiße‘ schreiben will, dann schreibe ich das auch.“, sagt sie. Andere Blogger würden das aber auch anders halten. Um die Qualität von Blogs zu verbessern, hat Zagermann mit ein paar anderen Bloggern einen Blogger-Kodex erstellt. Verpflichtend ist der allerdings nicht.

Allgemein ITB 2013 Topstories Trends

Alt ist das neue Jung – die neue Definition des „youth travelers“

Wird der junge Reisende immer älter? Dass sich immer mehr Menschen der älteren Generation auf Reisen begeben, spiegelt sich auch in der Kundschaft von Hostels wieder. Die ursprünglich einmal definierte preisgünstige Herberge für Jugendliche und junge Erwachsene wird immer mehr auch eine regelmäßige Übernachtungsmöglichkeit für Reiselustige in der Altersklasse 30 plus.

Auch mit 35 ist man heute noch „jung“

David Chapman, General Director der World Youth Student and Educational Travel Confederation (WYSE), sieht dennoch die jungen Leute in der Vorwärtsbewegung : „Wir schätzen, dass es weltweit weit über 30 Millionen „youth travelers“ gibt“. Jedoch habe sich in den letzten Jahren die Definition des „youth traveler“ stark gewandelt, ebenso wie die Kundschaft in den Hostels. Obwohl auch hier die Hauptzielgruppe zwischen 20 und 25 Jahren liege, so Richards, seien doch inzwischen auch 14 Prozent der Kunden aus geschäftlichen Gründen unterwegs. Somit sind Hostels nicht mehr ausschliesslich eine Absteige für Rucksackreisende. Der „youth traveler“ sei heutzutage nicht mehr genau auf eine Altersgruppe zu beschränken. Die Altersgrenze steige in den meisten Fällen auf 30, wenn nicht sogar auf 35 Jahre.

Der Preis muss auch für die Älteren  noch stimmen

Warum gehen immer mehr ältere Menschen in Hostels? „Sie werden abenteuerlustiger“, meint Richards. Trotz ihres fortgeschrittenen Alters wollen die Reisenden das erfahren und erleben, was die Jugend tue. „Menschen in ihren Dreissigern wollen das „backpacking“ nicht so einfach aufgeben“, sagt zudem Carl Michel, Executive Chairman von Generator Hostels. Entscheidungsgrund Nummer eins, wenn es darum geht, für welches Hostel oder welches Hotel sich entschieden wird, ist nach wie vor der Preis. Auch wenn nach WYSE-Studien die Location ebenfalls eine wichtige Rolle spiele, sei letztlich die Location nichts wert, wenn der Preis nicht stimme. Auch Chapman ist der Meinung, dass der „Preis der Hauptfaktor“ für die Reisenden ist.

Die Hostelszene passt sich an: Internet und Komfort

Reisen sei ausserdem sozialer geworden, meint Dirk Föste, Marketing und Pressechef des Reiseveranstalters ruf. Soziale Plattformen seien zudem ein immer wichtig werdender Faktor für die Hotelindustrie. „Schon bevor überhaupt gereist wird, wollen sich die Menschen austauschen“, so Föste. Auf Hostelplattformen unterhalten sich Jugendlichen bereits vor ihren Reisen über die Qualität und den „Entertainmentfaktor“ von Hostels. Jungen aber auch älteren Reisenden sei es wichtig, einen Ort zu finden, der „nett, bezahlbar und angenehm“ ist, sagt Carl Michel. Was ein gutes Hostel ausmacht, hat sich im Laufe der Zeit gewandelt: „Heute kommt es viel mehr darauf an, was für ein Angebot an Events ein Hostel bietet. Und auch das Design nimmt immer mehr Bedeutung an“, erklärt Michel die Veränderung.

Doch ob 18 oder 35 Jahre alt – es sei das soziale Miteinander, das Zusammenkommen und Kennenlernen, das Reisen sowohl für alt als auch für jung ausmacht. Und wie Carl Michel zum Ende der Veranstaltung recht treffend feststellte : „Du lernst mehr auf einer Reise durch die Menschen, die du triffst, als durch Reiseführer“.

ITB 2013 Kinder- und Jugendreisen Trends

Der Erfolg des Pink Pavillion

200 qm in Halle 2.1 stehen ganz im Zeichen des Regenbogens. Seit 2010 ist Gay and Lesbian Travel als eigenständiges Segment auf der ITB. Eine Zielgruppe mit großem Potential für die Reisebranche, denn gerade Schwule und Lesben investieren ihr Haushaltsgeld mit Vorliebe ins Reisen.

Die ITB tritt auf internationalem Parkett für die Akzeptanz von Gay und Lesbian Travel ein. Als Mitglied im Board of Directors der International Gay und Lesbian Travel Association (IGLTA) arbeitet sie engagiert daran mit, gay and lesbian travel aus der Nische zu holen.

Pionierarbeit hat Thomas Bömkes geleistet, der in seiner Position als Lesbian, Gay, Bisexual und Trans (LGBT) Consulant der ITB Berlin seit 1997 der Tourismusbranche die Augen öffnet.

Thomas Bömkes. LGBT Cosulant ITB Berlin

Thomas Bömkes. LGBT Cosulant ITB Berlin

Schwule und Lesben setzen bei der Auswahl ihrer Destinationen besonders auf eine zielgruppenspezifische Infrastruktur am Urlaubsort. Gay Events und Locations vor Ort sind es, mit denen man die Zielgruppe binden kann.Wo sich die Szene bereits etabliert hat, profitiert die Region von den schwulen und lesbischen Touristen. Die in der Regel kinderlosen Paare lassen es sich im Urlaub gut gehen, bekräftigt Bömkes und charakterisiert die Zielgruppe als erstrebenswertes Reisepublikum für Reiseveranstalter und Hotels. Er verfolgt 2013 verstärkt das Ziel, das Angebot zu erweitern und neue Reiseziele dazuzugewinnen. Um Schwule und Lesben wirbt in diesem Jahr auch die Stadt Wien, die im Pink Pavillion die Besucher zu einer gratis Kaffeepause mit Wiener Melange einlädt. Auch Länder wie  Tschechien, Thailand und Indien buhlen jetzt um das homo- und bisexuelle Reisepublikum, sie sind erstmals mit einem Stand im Gay and Lesbian Travel Sektor vertreten.

Wer sich für die Szene interessant machen will, muss nach dem Top-Down Prozess handeln: die lokale Tourismusbranche muss sich den Vorlieben der Schwulen und Lesben widmen, vorhandenes Potenzial in Szene setzen und „Gay Events“ etablieren. Globaler Tourismus entsteht gerade im Schwulen- und Lesben-Umfeld mehrfach über Events. So setzen sich beispielsweise am Christopher Street Day jährlich tausende Schwule und Lesben in Bewegung um an den verschiedensten Orten der Welt für Toleranz einzutreten.

Angetrieben von ökonomischen Interessen können in diesem Sektor auch politische Prozesse angeleitet werden. Weltweite Toleranz für Schwule und Lesben ist noch lange nicht erreicht,  kann aber, so Bömkes, auch dadurch vorangetrieben werden, dass man ihnen einen wirtschaftlichen Mehrwert erkennbar macht. Toleranz kann auch ein zweiter Schritt sein.

Der ITB als globaler Leitmesse schreibt Bömkes die Aufgabe zu, gay and lesbian travel weltweit als Segment zu positionieren.

Auf welchen Widerstand die Szene regelmäßig trifft, kann Bömkes am Beispiel eines ITB Akademie-Workshops in Goa aufzeigen. Dort setzte sich im letzten Jahr der Erzbischof Goas mit Erfolg dafür ein, die Veranstaltung zu unterbinden. Aufgrund des großen Medieninteresses wurde diese Tatsache dann im Nachhinein zu einer politischen Diskussion erhoben.

Fragt man Bömkes nach seinem Tagesgefühl, kann er entschlossen sagen, dass sich die Szene auf der Messe angekommen fühlt. Die ITB bietet die weltgrößte Präsenz an Veranstaltern im Segment „Gay and Lesbian Travel“ und führt ihren Titel als Leitmesse im Hinblick auf den Support des homo- und bisexuellen Reisepublikums zu Recht.

Allgemein ITB 2013 Trends Zielgruppe Gay and Lesbian

Verkehrte Welt: Wie PR-Meister von Bloggern lernen

Endlich aus der belächelten Nische herausgewachsen, scheinen es jetzt die Blogger zu sein, die den PR-Managern den Takt vorgeben. Emsig schreibt Senior PR-Managerin Frauke Rothschuh mit, was Profi-Bloggerin Angelika Schwaff kritisiert: Zu wenig fühlt sie sich von klassischen Pressemitteilungen angesprochen. Statt ellenlanger Texte bringen ihr Weblinks in den E-Mails mit kurzen Zusammenfassungen viel mehr. Viele PR-Agenturen würden sich nicht speziell um Blogger kümmern und schicken sie auf die gleichen Pressereisen wie Journalisten. Problem ist aber, dass diese an einem Ort viel länger brauchen. Bloggerin Yvonne Zagermann hat dabei schon zu viele unangenehme Erfahrungen gemacht: „Der Journalist klickt ein Foto und notiert einen Satz. Ich schieße erst mit dem Smartphone ein Foto für Instagram, dann hole ich die Kamera hervor und dann erst mache ich Notizen.“ In der Zwischenzeit wollen die Journalisten schon längst weiter. „Journalisten suchen Fakten, wir wollen Geschichten erzählen“, so Schwaff dazu. Gudrun Fertig vom Special Media Verlag geht noch weiter:  „Wenn wir nach Paris fahren, bringt uns nicht zum Eiffelturm. Jeder weiß, dass er da ist“. Sie macht als Journalistin für Schwule und Lesben die Erfahrung, dass PR-Manager auch diesen neu entdeckten Markt falsch bedienen. Sie bittet außerdem darum, nicht als „Versuchskaninchen“ missbraucht zu werden. PR-Agenturen hätten oft keine Ahnung was für sie gut ist. Vor Ort finde sie dann nichts spannendes vor. „Reisefreundin“ Schwaff versucht, Anfragen mit faulen Angeboten schon im Vorhinein auszusortieren, stößt aber trotzdem manchmal auf schwarze Schafe: „Eine gesponserte Reise nach Dubai letztens war sehr langweilig, das schreibe ich dann auch ehrlich so.“

Für die PR-Manager liegt darin allerdings ein großes Problem. Ihre Auftraggeber sind unter anderem die großen Hotels, in denen die Pressevertreter übernachten. Diese haben ein Interesse, dass über genau das Hotel auch – natürlich möglichst positiv – berichtet wird. Wenn aber tatsächlich das viel coolere Designhotel am gleichen Ort für den Blogger interessanter ist, müssen PR-Manager kreativ werden. „Wir hoffen darauf, dass die Blogger, wenn wir mal einen Tipp für ein ‚fremdes‘ Hotel geben, dafür kooperativer sind, wenn es heißt, bei einem Besuch beim Bürgermeister  freundlich in die Kamera zu schauen“, so Karen Kretschmann von Stromberger PR. Ihre Agentur hat eingesehen, dass Social Media sehr wichtig ist, und freut sich gar auf diese Weise eine „Spielwiese“ zu haben. Letztlich gebe es noch keine wahrhaften „Experten“, jede Firma probiere momentan aus. Von ihrer Vorgesetzten bekomme Kretschmann relativ freie Hand. Social Media ist ein Bereich der ihr am meisten Spaß mache, in dem sonst so „verregelten“ PR-Alltag. Schwaff verdient unter anderem ihr Geld damit, PR-Agenturen Tipps zu geben, wie sie sich Bloggern besser widmen können. „Für mich als Ex-PR-Frau schmerzt es sehr, wenn ich als Bloggerin Kontakt mit Unternehmen habe und merke, dass es nicht funktioniert“, so Schwaff. Allerdings erlebe sie meistens, dass ihre Ideen umgesetzt werden. Letztendlich sei es ein „absoluter Fehler, sich nicht spätestens jetzt damit zu beschäftigen“.

Allgemein ITB 2013 Trends

Mit Jugendreisen zu höherem Umsatz für Reiseunternehmen

Jugendreisen werden für die globale Tourismusbranche immer wichtiger. Mit einem Anteil von 20 Prozent wächst der Anteil der Reisen für Kinder und Jugendliche konstant.

Das berichtet Samuel Vetrak, der Gründer von studentmarketing. Er sieht mit Hilfe von  Jugendreisen eine Chance, besseren Umsatz zu generieren. So könnten sich die Einnahmen von Jugendreisen bis ins Jahr 2020 fast verdoppeln, denn Reisen allgemein wird immer beliebter. Als Ursachen sieht Vetrak unter anderem das steigende Einkommen der Mittelschicht. Zudem werden die Reisebarrieren geringer. Heute sprechen viele Reisende mehrere Sprachen, unter anderem Englisch. Das vereinfacht die Kommunikation vor Ort. Zudem sorgen moderne Zahlungsformen wie Visa und das Internet dafür, dass Bezahlen vor Ort einfacher wird. Aber vor allem Billigfluglinien und Last Minute Angebote ermöglichen kostengünstiges und damit häufigeres Reisen.

Das Besondere an Jugendlichen als Kunden für die Reisebranche ist, dass diese offen für neue Erlebnisse sind und gerne unterschiedliche Erfahrungen sammeln. Ebenso suchen sie nicht ausschließlich typische Touristenorte auf und bleiben länger an einem Ort. Das ist ein Grund, warum Jugendliche für Unternehmen attraktiv sind, denn aus dem Jugendlichen könnten auch  langfristige Kunden werden. Einige Länder und Kontinente machen sich dieses bereits gut zunutze. Australien zum Beispiel bietet im weltweiten Vergleich sehr erfolgreich mehr Jugendreiseangebote an. Inzwischen wird ein Viertel des Umsatzes im Land durch Jugendreisen erwirtschaftet.

ITB 2013 Kinder- und Jugendreisen Trends

In drei Schritten vom Naturerlebnis zur digitalen „Story“

 

Tipps für Firmen und Blogger, wie komplizierte Inhalte interessanter werden.

Audrey Scott und Daniel Noll beraten unter dem Namen „uncornered market“ Firmen und Organisationen, die ihr Marketing aufpeppen wollen. Für young press erklären sie, wie zum Beispiel ein Thema wie „Kayaking in Südfrankreich“ zu einer spannenden „Geschichte“ werden kann.  „Unter Begriffen wie Ecotourism oder Nachhaltigkeit kann sich oft keiner Konkretes vorstellen“, so Noll. Das Gegenmittel: Nicht einfach mit Begriffen um sich werfen, sondern lieber Geschichten erzählen – auf Englisch „storytelling“. Mit Geschichten ist nicht gemeint, einen Roman zu schreiben. „Eine Geschichte kann alles sein, sei es ein Bericht auf einer website oder auch nur ein tweet“, sagt Noll.

Daniel Noll erklärt "Digital Storytelling" Anhand des Beispiels Morgan's Rock in Nicaragua

Daniel Noll erklärt „digital storytelling“ anhand des Beispiels Morgan’s Rock in Nicaragua

Auf jeden Fall sollten „storyteller“ eine lange Auflistung von Fakten zu Nachhaltigkeit und Ökologie vermeiden. Vielmehr heiße es, diese Worte mit Emotionen zu füllen, mit Inhalten. Eine Geschichte zu Kayaking müsste man  so bearbeiten:

1) Personalisieren: Analysieren, wer an dem Angebot beteiligt ist. Ist es der Reisende, ist es der Guide, der im Vordergrund steht? So könnten die Beweggründe, warum ein Tourguide diesen Job gewählt hat oder was ein Tourist mit dem Ort verbindet, für eine „Geschichte“ sehr spannend sein.

2) Illustrieren: Mit allen Medien arbeiten. Bilder, Texte, Videos und alles andere, was die Technik noch so hergibt, einbinden. Insbesondere Geräusche könnten eine wichtige Rolle spielen. „Paddler sind so leise, dass sie oft ganz nah an Vögel herankommen, Geräusche unverfälscht aufnehmen“, weiß Scott. Zu erleben, dass dies am beworbenen Ort möglich sei, könne die „Geschichte“ daher sehr gut erzählen. Es muss aber nicht gleich ein Video sein. Fotos unterlegt mit zwitschernden Vögeln, plätscherndem Wasser könnten neben Videos genauso effektiv sein.

3) Streuen: Die Materialien auf allen Kanälen der sozialen Medien herausgeben. „Für Fotos könnte Instagram sehr passend sein“, so Scott, schließlich sei es sehr bildlastig. Ein besonderes sinnliches Format für Bilder einer Kayakreise könne Pinstagram sein. In Form einer virtuellen Pinnwand dargestellt wirke die Präsentation der Fotos dort „sehr visuell“. Für Videos sei Youtube wie gemacht. Idealerweise per facebook veröffentlicht, um dieses auch zu verbreiten. Nicht zu vergessen natürlich die eigene website, sofern vorhanden.

Daniel Noll und Audrey Scott erkären Storytelling im digitalen Kontext

Daniel Noll und Audrey Scott erkären storytelling im digitalen Kontext

Über die genaueren technischen Schritte und Möglichkeiten, die sozialen Netzwerke bieten, referieren Scott und Noll auf der ITB am Samstag, 9. März. Ort: Halle 7.1c auf der eTravel-Stage. Mehr Infos: http://www.itb-berlin.de/Besucher-Service/Fachbesucher-Service/RecommendedForBloggers/Tagesempfehlungen/VierterTag/

Allgemein ITB 2013 Trends

Videos: Klettern und Bier in Halle vier

 

Julia Harig entdeckt in der Halle „Ecotourism“, dass Messe auch spannend sein kann. Statt öder Vorträge erforscht sie, was einige Messestände besser machen.

httpv://youtu.be/9EdB3GDxV9I

 

 

Marcel Weyrich verrät, wo es leckere Goodies gibt und präsentiert den Globetrotter Kletterpark für Adventure-Begeisterte.

httpv://youtu.be/8lfJUMMMKbA

Allgemein Interview ITB 2013 Trends Video