Community Based Tourism – Chancen und Gefahren

Foto: TO DO! Preisverleihung: Andaman Discoveries. Quelle: Myriel Camp.

Bereits zum 16. Mal wurde dieses Jahr auf der ITB Berlin 2011 der TO DO! Preis für sozialverantwortlichen Tourismus vergeben. Unter den drei Gewinnern war die thailändische Organisation Andaman Discoveries. Sie setzt sich für die Entwicklung der Gemeinden der Küstenregion Phang Nga in Südthailand ein. Eine Möglichkeit diese voranzutreiben sehen sie im Aufbau von Community Based Tourism (CBT). Entstanden ist die Organisation nach dem Tsunami 2004, der Fischern durch die Zerstörung zahlreicher Schiffe die Lebengrundlage nahm.

Community Based Tourism als nachhaltige Form des Tourismus gewinnt immer mehr an internationaler Anerkennung. Aber ist diese Form des Tourismus wirklich nachhaltig, zukunftsträchtig?  Ein Gespräch über Chancen und Gefahren mit dem TO DO! Preisträger Bodhi Garrett, Unternehmensgründer von Andaman Discoveries.

Myriel Camp: Wie werden Gemeinden auf die Möglichkeit des Community Based Tourism als Instrument für Entwicklung aufmerksam gemacht?

Bodhi Garrett: In einigen Gemeinden haben wir im Zuge des Tsunamis Community Based Tourism aufgebaut. Das Konzept hat sich in den benachbarten Gemeinden rumgesprochen und nun wollen viele Gemeinden Tourismus in ihren Dörfern aufbauen. Ein Problem ist, dass es sich mittlerweile zu einem Trend entwickelt und dass das Angebot die Nachfrage weit überschreitet.

Myriel Camp: Auf der TO DO! Preisverleihung betonten Sie die Chancen, die Community Based Tourism für Gemeinden hat, wie zusätzliches Einkommen,  Engagement im Umweltschutz und Stärkung des Traditionsbewusstseins . Sehen Sie auch Probleme hinsichtlich der Umwelt und Kultur, die diese Form des Tourismus mit sich bringt?

Bodhi Garrett: Natürlich hat der Tourismus auch negative Auswirkungen auf die Umwelt, genauso wie jede Form von Entwicklung und Modernisierung negative Auswirkungen auf die Umwelt hat. Der Tourismus jedoch, im Vergleich zu vielen anderen treibenden Modernisierungsfaktoren, führt Einheimischen die Wichtigkeit des Umweltschutzes und Kulturerhalts vor Augen. Schließlich bedingen diese den Tourismus. Bedauernswert ist auch, dass es auf Regierungsebene noch wenig Verständnis für nachhaltigen, partizipativen Tourismus gibt.

Myriel Camp: Wie schaffen es Gemeinden die Aufmerksamkeit der Touristen zu gewinnen?

Bodhi Garrett: Wir produzieren Broschüren über das Tourismusangebot der Gemeinden und vermarkten sie an Reiseveranstalter, die sich dem sozialverantwortlichen Tourismus verschrieben haben. Ziel ist es jedoch, dass sich die Gemeinden in Zukunft selbstständig vermarkten können.

Myriel Camp: Wie lange dauert es im Durschnitt bis sich eine Gemeinde selbstständig vermarkten kann und ohne organisatorische und finanzielle Hilfe von außen zurechtkommt?

Bodhi Garrett: Das ist ganz unterschiedlich und kommt auf die Gemeinde an. Aber ein bis zwei Jahre dauert es mindestens. Andaman Discoveries agiert jedoch auch dann weiterhin als Reisevermittler um Touristen in die Gemeinden zu senden.

Myriel Camp: Hat jedes Gemeindemitglied die Chance am Community Based Tourism teilzunehmen?

Bodhi Garrett: Im Prinzip ja. Um jedoch Gästen einen Homestayaufenthalt anbieten zu können müssen bestimmte Standards erfüllt sein. Fehlt es dem Hauseigentümer an finanziellen Mitteln um diese Kriterien zu erfüllen, leiht ihm die Gemeinde Geld, das er später durch die Einnahmen durch den Tourismus zurückzahlt. Wichtig ist, das Tourismuskonzept unter Einbezug der finanziell schwächsten Mitglieder aufzubauen und es immer wieder entsprechend an die Bedürfnisse aller anzupassen.

Myriel Camp: Was sind Ihrer Meinung nach die größten Herausforderungen die Community Based Tourism bewältigen muss um sich in Zukunft nachhaltig selbst tragen zu können?

Bodhi Garrett: Die größte Herausforderung ist definitiv Zugang zum Markt zu bekommen und dass die Nachfrage das Angebot bestimmt. CBT muss von den Gemeinden als Instrument für lokale Entwicklung gesehen werden und nicht als Privatunternehmen. Häufig bieten einige wenige Leute einer Gemeinde Homestayaufenthalte an und verkaufen sich nach außen als Community Based Tourism, ohne dabei die Anforderungen dieses Tourismuskonzepts zu erfüllen. Der Begriff CBT wird schnell und häufig missbraucht, ohne dass leisten zu können, was das Konzept eigentlich verspricht.

Myriel Camp: Was machen Sie mit dem Geld, das Sie bei den TO DO! Awards gewonnen haben?

Bodhi Garrett: Das Geld soll dafür genutzt werden, einen neuen Projektkoordinator auszubilden, der für die Ausbildung der einzelnen CBT Gemeinden der Region  zuständig ist. Außerdem soll etwas Geld für Notfälle und weitere Projekte beiseitegelegt werden.

Link: http://www.to-do-contest.org/

 

 

 

 

 

 

 

ITB 2011

Superlative und Mund-zu-Mund-Propaganda

Quelle: Heide-Park Resort.

Fast jährlich eröffnet ein deutscher Freizeitpark eine Achterbahn, die Rekorde schlägt. Dabei geht es nicht primär um die Befriedigung der Zielgruppenbedürfnisse, sondern vielmehr um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit.

Auch Heide-Park Resort hat auf der ITB Berlin 2011 eine neue Achterbahn präsentiert. Der Park stellt „die Krake“ als „Deutschlands ersten Dive Coaster“ vor. Eine „Fahrattraktion der Superlative“, ein „Wunderwerk der Technik“ aus 700 Tonnen Stahl. Große Worte für eine Fahrt, die keine 60 Sekunden dauert, wie Projektleiter Dirk Loppnow bei der Pressekonferenz zugibt.

Der Park wolle damit seine Position als Marktführer in Norddeutschland stärken, erklärt Sabrina de Carvalho, Marketing/Sales Direktorin des Parks. Dabei folgt man einer festen Strategie: „Wir investieren in Zyklen: Drei Jahre lang in Familienattraktionen, dann wieder eine große Investition in eine Achterbahn.“

Durch die Strategie wird die Kernzielgruppe – Familien – zufrieden gestellt und der Park kommt regelmäßig in die Medien. Denn die größte, schnellste, teuerste Achterbahn ist immer ein gefundenes Thema für die Presse. Es drängt sich die Einsicht auf, dass Medien über Märchenwälder, Kinderkarussells oder Bootsfahren seltener berichten. Das scheint nicht spannend, nicht sexy genug.

Der Deutschlandmarktführer Europa-Park investiert mit ähnlicher Strategie, wenn auch ohne den festen Zyklus. Andrea Oswald, Sales Managerin des Parks, ist der Meinung, dass Familien mehr Geld in den Park bringen, „als Marktführer müssen wir trotzdem auch Achterbahnen bauen. Wir müssen da Flagge zeigen.“

Flagge für bis zu 21 Millionen Euro, wie im Fall der 2001 eröffneten Holzachterbahn „Colossos“ im Heide-Park. Warum das sein muss, kann keine der beiden Sales Managerinnen auf der ITB Berlin 2011 so recht erklären. Mund-zu-Mund-Propaganda ist für Freizeitparks ein wichtiges Mittel in der Kommunikation, das belegen mehrere Studien. Kein Werbeträger ist so erfolgreich, wie die Empfehlung eines Besuchers.

Allgemein ITB 2011

Ein großer Schritt aus den Kinderschuhen: ITB Berlin unterzeichnet Kinderschutzkodex

Bild: Die ECPAT setzt sich für Kinderschutz ein. Quelle: Claudia Kovaricek

Soziale Verantwortung im Tourismus zu übernehmen: Diesem Thema widmet sich die ITB Berlin in diesem Jahr besonders intensiv. Und zu dieser Verantwortung bekennt sich die Messe jetzt auch ganz offiziell: Mit der Unterzeichnung des Verhaltenskodex zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung im Tourismus.

Für die Organisation ECPAT Deutschland e.V. (End Child Prostitution, Pornography and Trafficking of Children), ist das absolutes Neuland: Bisher haben rund 1.000 Reiseunternehmen, Touristikverbände und Hotelketten – hauptsächlich als Mitglieder des Deutschen Reiseverbandes (DRV) – den Verhaltenskodex unterzeichnet. Die Teilnahme der größten Tourismusmesse der Welt bietet dem Thema jetzt eine viel größere Öffentlichkeit. „ Die deutsche Reisebranche hat erkannt, wie wichtig es ist, soziale Verantwortung zu zeigen gegenüber den Menschen, die nicht selber sprechen können“, erklärt der DRV-Beauftragte Hans-Gustav Koch.

Die Arbeitsgruppe, zu der neben der ITB Berlin unter anderem auch der DRV, die REWE Touristik, Studiosus und die Thomas Cook AG gehören, ist sich einig: Untenehmen die mitmachen wollen, müssen eine Firmenphilosophie entwickeln, die sich mit der Bekämpfung der sexuellen Ausbeutung von Kindern auseinandersetzt, die Sensibilisierung und Schulung der Beschäftigten und Kunden sowie ein jährlicher Fortschrittsbericht gehören ebenso dazu. Damit sowohl Reisende, als auch Angestellte in Touristikunternehmen auf das Thema Kinderschutz vorbereitet werden, hat die ECPAT sogar ein spezielles E-Learning- Programm entwickelt: Der kostenlose Kurs ermöglicht es, sich Schritt für Schritt in der Umsetzung des Verhaltenskodex zu schulen.

Aber was geschieht jenseits des gesprochenen und geschriebenen Wortes? „Man muss gewisse Tabuzonen betreten“, sagt Dr. Martin Buck, Direktor des KompetenzCenters Travel und Logistics der Messe Berlin, „dabei besteht die Gefahr, dass man es sich mit kommerziellen Partnern nicht gerade leichter macht“. Schließlich verfolgt eine Region, die sich als Aussteller auf der ITB Berlin präsentieren will, eine andere Marketingstrategie und wird ungern über Widersprüche reden, die dieses positive Bild trüben könnten. Zudem ist es schwierig, Erfolge im Kampf gegen sexuelle Ausbeutung von Kindern zu messen: „Es gilt, Bewusstsein zu wecken, Informationen zu geben und nachzuhalten, was daraus geworden ist“, erklärt Buck. Die strafrechtliche Verfolgung der Täter liegt schließlich in der Hand der einzelnen Länder und diese handhaben das bekanntlich ganz unterschiedlich. Dass sich eine Reisemesse, trotz dieser offensichtlichen Schwierigkeiten zu der Unterzeichnung des Kinderschutzkodex entschlossen hat, nennt Matthias Leisinger, Vorsitzender der Organisation TheCode und CSR Beauftragter von Kuoni, einen „mutigen Schritt“. Für ihn stellt die Pionierrolle der ITB Berlin eine große Chance dar, um ein Thema – welches in vielen Ländern nach wie vor tabu ist – wirksam einer breiten Masse zu vermitteln.

Allgemein ITB 2011

In Asien zur Ruhe kommen

Foto: Halle 26-Asien. Quelle: Myriel Camp

Ein riesiges gelbes Schild mit der Aufschrift „26-Asien“: Dieser Hinweis ist jedoch überflüssig,  denn bereits von weitem steigt einem der Duft von asiatischen Köstlichkeiten in die Nase. Kein Wunder. Noch bevor man die Halle 26 wirklich betreten hat verleiten gleich zwei asiatische Essenstände, ein Thailänder und ein Japaner, dazu, einen zweiten Mittagssnack zu sich zu nehmen.

Einmal angekommen, stellt sich ganz unbewusst der Entspannungsmodus ein. Die Asienhalle ist keine Durchgangshalle wie die meisten Hallen der ITB. Besucher kommen allein aus dem Grund, Asien zu besuchen. Das spiegelt sich in ihrer Gelassenheit wieder. Die Leute laufen langsamer, schlendern häufig sogar und sind nicht hektisch auf dem Weg von einem Termin zum nächsten, wie in anderen Hallen, in denen man sich zwischen gehetzten Besuchern durchschlängeln muss.

Ruhig geht es in Asien allerdings nicht zu. Im Gegenteil: viele Besucher, viel Gewusel, viele Geräusche, viel Gelächter, viele fremde exotische Sprachen. Hat man sich eventuell in Thailands Metropole Bangkok verirrt? Eins ist zumindest spürbar: Die Halle Asien repräsentiert nicht nur Asien, sie lebt es auch.

Besucher fühlen sich in der Halle wohl. „Die Halle vermittelt  asiatische Mentalität“, „Die Menschen an den Ständen strahlen Wärme und Offenheit aus und sind nicht nur unter sich, wie es in einigen anderen Hallen der Fall ist“, so die Kommentare einiger Gäste. Genügend Sitzmöglichkeiten zum Verweilen , zum Lauschen der asiatischen Musik, Bestaunen der thailändischen Boxer oder Bewundern der farbenfrohen traditionellen Kleidung der Asiaten.

Obwohl laut einigen Ausstellern dieses Jahr weniger Gäste die Asienhalle besuchten als im vergangenen Jahr, ist sie trotzdem voller Leben.

ITB 2011

Tourismus – Chance und Herausforderung für mongolische Nomaden

Quelle: Marie-Christine Kesting.

Wer eine Reise plant, denkt nicht sofort an die Mongolei. Doch nach der Selbstdarstellung des Sustainable Tourism Development Center (STDC) von Ulaanbaatar, erwartet die Besucher dort „eine atemberaubende Natur und eine beeindruckende Kultur und Geschichte“.

Nur drei Millionen Mongolen leben auf einer Fläche die dreimal so groß ist wie Deutschland. Die Hälfte von ihnen sind Nomaden. Doch die nomadische Kultur ist durch den Klimawandel und den unachtsamen Umgang mit der Natur- und Tierwelt gefährdet. Das STDC setzt zum Schutz der Kultur und Natur voll auf Bildung. Die Mongolen sollen stärker für den Wert und die Einzigartigkeit ihres Landes sensibilisiert werden, zum Beispiel für den Schutz der Schneeleoparden, wie auch der archäologischen Funde, wie Dinosaurierfossilien oder Schätzen aus der Zeit von Chinggis Khaan.

Und hier kommt auch der Tourismus ins Spiel. Damba Gantemur, der Präsident des STDC, ist der Meinung, dass man den Tourismus als ein strategisches Instrument einsetzen könnte, um die nomadische Kultur zu stärken und die Existenz der Menschen vor Ort zu sichern. Der sogenannte Communitiy-based Tourism kann der Bevölkerung, die sonst finanziell von der Viehhaltung abhängig ist, ein sicheres Zusatzeinkommen bieten. Davon profitieren beide Seiten; Gäste und Gastgeber. So bekommen die internationalen Besucher einen direkten, authentischen Einblick in eine außergewöhnliche Lebenswelt, und die nomadische Bevölkerung lernt durch das entgegengebrachte Interesse an ihrer Kultur den eigenen Reichtum neu schätzen.

Rucksacktouristen sind allerdings nicht gerne gesehen, denn selbstorganisiertes Reisen ist oft mit wenig Achtung vor der Natur und den Traditionen verbunden. Doch mehr noch als respektloses Verhalten von Touristen sind für Damba Gantemur Überangebot und schlechte Vermarktung der Gemeinschaften ein Problem. Dadurch kämen die erwirtschafteten Gelder oft nicht vor Ort an, sondern blieben in Agenturen hängen. Aus diesem Grund bietet das STDC inzwischen Kurse für die nomadischen Gemeinschaften an, die auch  über Ansprüche und Bedürfnisse von Touristen informieren. Sie helfen den Nomaden, sich selber zu organisieren, damit sie nicht von Reiseagenturen abhängig gemacht und finanziell ausgenutzt werden.

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ITB 2011

Vielfalt in High-Tech-Verpackung

Quelle: Jennifer Schwanenberg.

Trotz geschwungener Erker ist es gradlinig, trotz einiger Teppiche und Kissen wirkt es steril. Die Hallen, in denen die Staaten am arabischen Meer, Süd- und Zentralarabien auf der ITB Berlin 2011 auftreten, glänzen in modernem Traditionsbewusstsein.

Am Freitag sind die Hallen bevölkert von Geschäftsleuten, Ausstellern und Schaulustigen. „Es ist nicht so gedrängt, wie vergangenes Jahr aber es gibt viele Give-Away-Sammler“, erklärt mir Imran A. Siddiqui, Manager bei Emirates Springs Hotel Apartments. Auf dem kleinen Messetisch stehen Datteln und Nüsse für mich bereit. Die bunten Teller sind das einzige aus Pappe in der Halle. Glänzende Materialien und High-Tech neben Teppichen und blechernen Teekannen.

Ein Counter in Bootsform schmückt den Stand von Dubai, hinter Sharajah stehen Nachbauten traditioneller Holz-Behausungen. Der Fotograf ist gerade in der Pause, sonst könnte ich in einen Kaftan schlüpfen, mich auf die Kissen setzten und ein Erinnerungsfoto machen lassen.

Die Staaten präsentieren sich mit hohen Ständen und geometrisch korrekt angeordneten Sitzecken. Fast alle sind besetzt. Egal ob Männer im schwarzen Anzug oder in weißen Gewändern, ob Frauen mit dunklen Haaren und bunten Kopftüchern, alle sind im Gespräch. Am Empfang des Kuwait-Standes steht Sheikha Al-yaqoub, Angestellte der kuwaitischen Tourismusbehörde. Sie sagt, „es ist ruhig dieses Jahr. Die Menschen beziehen wohl die Ereignisse in Nordafrika auf alle Staaten des mittleren Ostens.“

Schlendert man durch die Halle spürt man die Schnelllebigkeit. Niemand hier „schlendert“. Die Stewardessen am Stand von Emirates sehen zwar entspannt aus, aber das Lächeln bleibt in jeder Lage professionell. Emirates hat den größten Touchscreen der Welt in die Halle gestellt und die – nach eigenen Angaben – schönste Business-Class-Suite. Für mein Empfinden ist sie etwas zu goldglänzend, um gemütlich zu sein und noch immer zu klein, um wirklich den Namen „Suite“ zu verdienen. Aber was will man erwarten – es ist schließlich ein Flugzeug.

Viel auf wenig Raum zu packen scheint für Emirates ein Leichtes. Sie haben einen gigantischen Erdball auf ihren Stand gebaut. Damit er in die Halle passt, haben sie ihn platt gedrückt. So haben sie die Welt mit auf der Messe, können darin Gespräche führen und darauf ihren Flugrouten zeigen.

Alles in der Halle ist bis ins Detail geplant und organisiert. Die Stände sind gepflegt, wie die Anzüge der Manager, die geschwungenen Silhouetten der Stände und die bunten Gewänder der Bacuhtänzerinnen erinnern an „Tausend und eine Nacht“. Nur etwas fehlt: „Es gibt keinen Platz zum beten in der Halle.“ Das stört den Hotelmanager Imran A. Siddiqui. Trotz der schönen Fassaden.

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Allgemein ITB 2011

Japan schließt seinen Stand

Quelle: Isabel Schoelen

Es gibt keine Glückskekse und Tee an diesem Vormittag am Stand von Japan auf der ITB Berlin 2011. Dort, wo gestern noch munter dem Alltag nachgegangen wurde, wird heute emsig zusammengepackt. Der Ernst der Lage ist den Japanern ins Gesicht geschrieben. Auf der Veranstaltungstafel kleben gelbe Zettel auf denen handschriftlich „entfällt“ steht. Die Besucher grabschen nach den letzten Tüten, die der Stand unter die Menge bringt. Man könne keine Informationen geben, sagt die perfekt Deutsch sprechende Mitarbeiterin. Der Manager des Standes sitzt ein wenig benommen an einem Tisch in der Mitte der Tische, eine Mitarbeiterin fragt ihn, ob er bereit wäre, einige Fragen zu beantworten. Die Mitarbeiterin kommt zurück und sagt, er sei beschäftigt und habe leider keine Zeit. Fest steht, dass die Japan Tourism Agency beschlossen hat, den Stand auf der Messe bis 11.30 Uhr zu schließen. Zurück bleiben vier Mitarbeiter des japanischen Teams, die die Stellung halten sollen. Was die Japaner in ihrer Heimat erwartet, ist ungewiss.

Allgemein ITB 2011