Bildergalerie: Hallo, Lumela und Selamat Datang!

Händeschütteln und ein freundliches „Guten Tag“ – das reicht in Deutschland, um  anderen Menschen freundlich zu begegnen. Doch nicht überall auf der Welt wird diese Begrüßung akzeptiert. Mongolen können sich zum Beispiel mit einer Prise Schnupftabak begrüßen. Auf der ITB zeigen einige Aussteller und Gäste, wie man sich in ihren Heimatländern begrüßt.

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Allgemein Fernreisen ITB 2013 Traditionen

Wikinger-Projekt hält Jugendliche über Wasser

Heinrich Jenkel und Haiko Theel vor der WikThor (Foto: Madeleine Hofmann)

 

Der Verein „Alte Schule“ ist ein Anker für junge Arbeitslose

Inmitten der zahlreichen Messestände auf der Internationalen Tourismus-Börse Berlin (ITB) fällt die WikThor in Halle 4.1 sofort auf. Das 14 Meter lange Wikingerschiff in Form eines riesigen Seeungeheuers wird von Haiko Theel mit einer Axt bewacht. Obwohl er das wilde Outfit eines Wikingers trägt – Gewand mit Fellschal und dicke Wollsocken in Ledersandalen – jagt er niemandem Angst ein. Er lässt sich geduldig fotografieren und führt Interessierte an Bord des Segelschiffs.

Normalerweise steht die WikThor nicht in Berlin, sondern liegt am 270 Kilometer entfernten Ratzeburger See in Schleswig-Holstein. Dort trägt sie Schüler sicher über das Gewässer zu Aufenthalten in einem der Gästehäuser von Alte Schule e.V. Der Verein wurde 1982 von Christof Müller gegründet. Sein Nachbar, Heinrich Jenkel, war von Anfang an als Techniker am Projekt beteiligt. Er erinnert sich noch gut: „Zu dieser Zeit waren viele Pädagogen höchst unzufrieden mit dem Angebot der Jugendherbergen. Christof wollte deswegen sein eigenes Ding machen und eröffnete ein Tagungshaus in einer – wie der Name des Vereins verrät – alten Schule.“ Die Namensgebung sollte aber auch auf die konservativen Werte verweisen, die der Verein vermittelt: „Wir wollten weg von der weit verbreiteten Profitgier und wieder hin zur Nachhaltigkeit – ökologisch, ökonomisch und sozial“, erklärt Jenkel. „Dafür nahmen wir auch in Kauf, erst einmal kein und später sehr wenig Gehalt zu bekommen.“

200 Jugendliche bauen ein Schiff

Zu der Tagungsstätte am Ratzeburger See kamen schnell weitere Begegnungsstätten und Jugendhäuser in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. „Teilweise bereiteten die Gäste ihre Aufenthalte selbst vor, aber wir organisierten zum Beispiel auch Begegnungen zwischen Jugendlichen aus Ost- und Westdeutschland“, erinnert sich Jenkel.  „Wir hatten Kindergärten, sozial schwache Gruppen, Schulklassen, aber auch gewerkschaftliche und politische Jugendgruppen zu Gast.“ Auch Jürgen Trittin soll einmal da gewesen sein.

Die Projekte der „Alten Schule“ kamen so gut an, dass das Arbeitsamt Radebusch den Verein zu einem „ABM-Projekt“ machte. Fortan kamen arbeitslose Jugendliche aus schwierigen sozialen Verhältnissen im Rahmen einer Bildungs- und Beschäftigungsmaßnahme in die Projekte. Sie arbeiteten nicht nur in den Jugendhäusern mit, sondern halfen auch beim Bau der auf der Messe ausgestellten WikThor: „Wir wollten etwas schaffen, mit dem sich die Jugendlichen identifizieren konnten“, erklärt Jenkel die Idee, ein Wikingerschiff nachzubauen. „Christof Müller ist einfach ein alter Dänemark- und Wikingerfreak.“ 200 arbeitslose Jugendliche halfen beim Bau mit. Dafür erhielt der Verein den Deutschen Kinderkulturpreis des Jahres 2000.

Wikinger-Exkursionen zeigen neue Perspektiven auf

Heute gibt es sogar noch ein zweites Schiff, auf dem Kinder- und Jugendgruppen mitfahren können. Die Crew, die aus zwei Pädagogen und zwei Jugendlichen besteht, bringt der Besatzung an Land dann noch wahlweise Bogenschießen, Schmieden oder Axtwerfen bei und rundet die Tage mit Lagerfeuer und Wikingergeschichten ab. Es arbeiten jährlich 25 Jugendliche bei Alte Schule e.V.: als Servicepersonal in den Jugendherbergen und in der Schiffsinstandhaltung. „Heute nennt man das Ein-Euro-Jobber“, bedauert Jenkel. „Aber die Jugendlichen bekommen hier bei uns mehr als nur eine Beschäftigung.“ Um den Arbeitslosen ein Gemeinschaftsgefühl zu vermitteln, ihr Sozialverhalten zu fördern und ihnen eine Perspektive zu geben, unternehmen die Pädagogen von Alte Schule e.V. mit ihnen Schiffsexkursionen ins europäische Ausland, wo sie sich mit anderen Jugendlichen austauschen können. „Nach ihrem Einsatz bei uns können viele Jugendliche wieder ins Arbeitsleben eingegliedert werden“, freut sich Jenkel.  „Und wenn sie keinen Job finden, haben sie zumindest unser Vereinsmotto verinnerlicht, das sie sich in schwierigen Situationen wieder in Erinnerung rufen können: Wenn einem das Wasser bis zum Hals steht, ist es gut ein Schiff zu haben.“

Allgemein ITB 2013 Kinder- und Jugendreisen Nachhaltigkeit Topstories Trends

Von der Reisemesse in den Urlaub – Neues Angebot auf der ITB 2013

Auf der Messe gibt es sehr viel Infomaterial. Direkt buchen kann man aber nicht an jedem Stand.  (Foto: Minou Wallesch)

 

Ab in den Urlaub: Von der ITB direkt nach Mallorca oder in die Dominikanische Republik. Das ist dieses Jahr möglich. Zumindest bei einigen Reiseanbietern, denn nicht alle nutzen die Möglichkeit, ihre Kunden schon auf der Messe die nächste Reise buchen zu lassen. Den meisten ist es wichtiger ihre Kunden zu informieren als die verkaufte Reise. Viele Besucher buchen nach der Messe und lassen sich für ihre Reisen inspirieren. Genauso wie in den letzten Jahren.

Die Reederei Riedel hat insgesamt 50 Tickets für Flussfahrten in Berlin dabei. Sie wollen erst einmal ausprobieren, wie das Angebot angenommen wird. Um zwölf Uhr mittags hat noch keiner ein Ticket gekauft. Stephanie Siegsmund ist zuversichtlich, dass die Tickets am Nachmittag weggehen. Erste Anfragen gab es schon.

Bei TUI cruises hat man nicht damit gerechnet, vor Ort auf der Messe zu verkaufen, sagt die Mitarbeiterin Anke Petersilie. Das Klientel 50 plus bucht Kreuzfahrten hauptsächlich im Reisebüro. Die Möglichkeit eine Reise zu buchen gibt es trotzdem am Messestand, auch wenn sie nicht genutzt wird. Beim Kreuzfahrtanbieter aROSA läuft das Geschäft besser. Am Messestand gibt es ein Buchungsterminal und dazu eine Beraterin. Mandy Wittig betont, dass der Verkauf nur eine untergeordnete Rolle spiele. Wichtig sei ihnen, die Kunden zu informieren. Deshalb vermitteln die aROSA Mitarbeiter das  gewählte Reisepaket auch an das persönliche Reisebüro, falls es von den Kunden gewünscht ist. Das Reisebüro ist immer noch der wichtigste Ansprechpartner bei Kreuzfahrten.

Der Meinung ist auch Anne Lauterbach vom Reiseanbieter Studiosus. Sie informieren an ihrem Messestand über die Reisen. Allerdings wundert sich Lauterbach darüber, dass die ITB erst in diesem Jahr die Möglichkeit zum Verkauf gibt. Auf anderen Reisemessen wie der CMT Stuttgart gibt es das Angebot schon seit einigen Jahren.

Am Gemeinschaftsstand von Binoli, HLX und l‘tur ist man begeistert über die gute Resonanz bei den Kunden. Hier gibt es zwei Terminals, über die gebucht werden kann. Gefragte Reiseziele sind heute Mallorca, Dubai, die Karibik und Ägypten. Bei den Städtereisen steht Wien an erster Stelle. Schon im letzten Jahr haben l‘tur und Co. inoffiziell die direkte Buchung von der ITB aus angeboten. „Wir sind sehr überrascht und zufrieden über die Resonanz“ , sagt Mitarbeiter Domenic Lang. Im letzten Jahr wurde das Angebot deutlich weniger nachgefragt. Auch Lufthansa bietet das Gesamtpaket Flug und Hotel an. Es gibt ein Terminal und persönliche Beratung. Allerdings wird keine Werbung für die Buchung am Messestand gemacht. Auch bei diesem Anbieter steht es an erster Stelle die Kunden zu informieren. Das Angebot wird trotzdem gut angenommen.

Fernreisen ITB 2013 Kurztrips Topstories Trends

Arbeiten auf der Messe – Ein Tag mit Joana am Infostand

Joana Buchwald am Infostand;  Foto: Pia-Maria Schäfer

„Ich mache hier die Halleninfo“, sagt Joana Buchwald und zeigt auf den runden Buchentisch, der sie umgibt. Viele bunte Infobroschüren und Kataloge mit großen Bildern von fernen Ländern liegen aufgestapelt darauf.  Joana lächelt, als eine Frau mit großem Rucksack und Lageplan auf sie zukommt. „Bin ich hier richtig für Halle 2?“, fragt sie die schmale Joana, die fast hinter dem Tisch verloren geht. Sie ist nicht sehr groß und muss sich über den Tisch beugen, um auf den Plan der Frau zu gucken. Nach kurzem Schauen nickt Joana. Sie streicht eine blonde Strähne aus ihrem Gesicht und sagt: „Sie müssen nur noch links durch die große Tür.“ Die Frau folgt der Handbewegung und verschwindet.

Der Wecker von Joana klingelte heute Morgen um halb acht. „Ne Stulle mit Wurst und Salat“ gab es zum Frühstück, sagt Joana. Beim Sprechen berlinert sie leicht. Im ostdeutschen Slang erzählt sie, dass sie um „dreiviertel zehn“, am Stand war und sich erst einmal einrichten musste. Für Joana ist es wichtig, dass die Karten griffbereit liegen. Es gibt 26 Hallen in denen mehr als 10.000 Aussteller ihr Land vorstellen. Wo das Partnerland zu finden ist oder wo die Shows stattfinden, das alles musste sie während der Messe selbst auswendig lernen. Eine Vorbereitung gibt es nicht. „Ich kann nicht zwei Stunden suchen, wenn jemand was fragt“. Es ist etwas leichter, da es die zweite ITB-Messe für Joana ist. Da ist nicht mehr alles neu. Wenn nicht gerade Messe ist, arbeitet sie Teilzeit beim Bundesforum für Kinder- und Jugendreisen und als Softwaretesterin. Die Menschen in der Halle sind ständig in Bewegung. Joana blickt ihnen nach. Die Besucher laufen zwischen den Ständen hin und her. Die Musik dröhnt aus den großen Lautsprechern in der Nähe des Infostandes. Joana dreht den Kopf um die Fragen besser zu verstehen. „Es wird sehr oft nach Spanien und der Karibik gefragt. Aber auch die Halle 25 ist gefragt. Dort sind die ganzen Reiseveranstalter.“ Dieses Jahr können Interessierte zum ersten Mal auf der ITB-Berlin direkt an die Stände gehen und Reisen buchen. Die Menschen sind neugierig ob es Schnäppchen gibt.  Sie lächelt. „Aber auch die Fachbesucher haben in den letzten Tagen danach gefragt.“ Heute am Samstag und Sonntag ist die Messe für jeden offen.

Abschalten kann die 25-Jährige erst abends und eine richtige Pause gibt es auch nicht. Möchte sie kurz weg, muss sie einen Kollegen anrufen, der sie in der Zeit vertritt. Aber Joana geht nicht oft weg. Den Tag über verpflegt sie sich selbst. „Ist viel zu teuer hier“, sagt sie über das Essen auf der Messe und zeigt ihre Dose mit Essen: Cornflakes und Weintrauben. Denn das Essen muss praktisch und schnell zu kauen sein. Wenn die nächste Frage kommt, will der Besucher schnell die Antwort und weiter. Ein voller Mund ist da nicht „angezeigt“.

Die meisten, die an den Stand kommen sind freundlich. Nur selten ist jemand griesgrämig und raunt „Halle 12“. Joana lacht, als sie den Besucher nachahmt. Stillstand gibt es bei der Arbeit am Infostand nicht. In der Halle 4.1., die mehrere Hallen miteinander verbindet, gibt es viele Besucher, die kurz die Orientierung verlieren und die Hilfe von Joana in Anspruch nehmen. Die Besucher sind reichlich mit Taschen und Tüten von den Ständen bepackt. „Der typische Messebesucher trägt mindestens vier Taschen oder hat sogar einen Rolltrolley dabei. Da tun sich die Fachbesucher und die Privatbesucher nichts“, berichtet Joana über ihre Kunden. Das lange Stehen und die vielen Besucher fordern Joana. Und manche Fragen sind überflüssig. „Einmal hat man mich nach dem Globetrotter-Stand gefragt. Der direkt vor diesem Counter ist. Ich hab den Plan geholt, drauf getippt und er hat sich dann umgedreht und entschuldigt.“

Wenn sie um „dreiviertel“ acht zu Hause ist, wird nur was gegessen und dann kuschelt sie sich auf dem Sofa an ihren Freund. Denn am nächsten Tag geht es wieder weiter.

Wenn morgen die Messe endet ist, freut sich Joana auf ihr Bett. Das Schlafen kam in den letzten Tagen zu kurz. Am Montag ist wieder der Alltag da. Joana muss ins Büro. „Deswegen habe ich alle Partys sausen lassen“, denn „Messe ist anstrengend“.

Allgemein ITB 2013

Neukölln ist hip – Klischees gibt es allerdings immer noch

Tanja Dickert und Norbert Kleemann von der KGB 44.  Foto: Minou Wallesch

Raubüberfälle, Bars und hippe Touristen – Neukölln hat viel zu bieten. Nicht nur Gutes, das ist klar. Aber der Tourismus boomt und der Kiez löst sich langsam von seinem Brennpunktimage. Überall entstehen neue Hostels, kleine Cafés und Künstlerkneipen.

Auch auf der ITB ist Neukölln neuerdings vertreten. An diesem Morgen mit zwei Kiezbewohnern am „12 Bezirke“-Stand. Einer davon ist Veranstaltungskaufmann Norbert Kleemann. Er lebt seit 16 Jahren in Neukölln und hat die Kreative Gesellschaft Berlin (KGB 44), eine Art Touristinformation in Neukölln, mit auf die Beine gestellt. Den Imagewandel Neuköllns hat er miterlebt. Vor zehn Jahren hat sich noch kein Unternehmen öffentlich dazu bekennen wollen von Neukölln aus zu arbeiten. Dabei gibt es dort schon seit langer Zeit international agierende Unternehmen.

Die KGB 44 kümmert sich seit vier Jahren um die Öffentlichkeitsarbeit und den Tourismus in Neukölln. „Unser Kiez blüht auf und ist eine eigene Welt für sich“, sagt Kleemann. Es zieht viele junge Menschen nach Neukölln: Vor allem Italiener, Spanier und Griechen. Der Kiez ist international. Den multikulturellen Mix der Menschen findet auch Messebesucherin Barbara Rösch gut. Sie steht gerade am „12 Bezirke“-Stand und informiert sich über neue Reiseziele in Berlin. Durch Neukölln ist sie bisher nur mit dem Fahrrad gefahren. Sie interessiert sich für alle Berliner Bezirke. Neukölln würde sie sich also auch anschauen. Nur abends mit dem Fahrrad durch die Neuköllner Straßen fahren, das traut sie sich nicht.

Kleemann weiß, dass noch viel am Image von Neukölln ‚rumgeschraubt werden muss. Trotz des „sozialer Brennpunkt“-Stempels, den Neukölln noch nicht ganz abgewaschen hat, boomt die Künstler- und Kreativenszene. Auch in Neukölln sind schon Orte zu finden, die so hip sind, dass man sich die Neumieten nicht mehr leisten kann. Dazu gehört zum Beispiel der Reuterkiez. Deshalb konzentriert sich die Arbeit der KGB 44 auch auf den Süden Neuköllns, wo sich der Kiez noch im Wandel befindet.

Zu Fuß durch den Kiez

Neue kreative Bewohner bringen auch besondere Attraktionen in den Kiez. Es gibt beispielsweise ein veganes Viertel am Richardplatz. Kleine Cafés, Restaurants und sogar ein Großsupermarkt bieten hier Essen und Getränke, ohne tierische Produkte zu verwenden. Um diese Besonderheiten zu zeigen bietet die KGB 44  Stadttouren nur in Neukölln an. Oft werden sie gefragt, ob sie denn verrückt sind, ihr Angebot auf diesen Kiez zu beschränken. Kleemann findet die Idee hingegen gut. Sie wollen das andere Neukölln zeigen, abseits der Klischees und Vorurteile. Manchmal bekommt die Gesellschaft allerdings auch Anrufe, die nach Klischee-Touren fragen. Sowas machen sie nicht. Die vier Touren werden zu Fuß angeboten. Schließlich kann der Kiez nur richtig auf einen wirken, wenn man ihn auch sieht. In allen Facetten. Auch der Kontakt zu den Kiezbewohnern kommt bei den Touren zustande. Wer will, kann alles aber auch aus dem Bus heraus anschauen.

ITB 2013 Kurztrips Trends

Video: Warum muss ich mich im Auto anschnallen? – Ein Test mit dem Überschlagssimulator

Fahnen der ITB-Berlin; Foto: ITB-Berlin

Anschnallen im Auto ist für viele eine nervige Pflicht. Für was also überhaupt den Gurt anlegen? Auf der ITB kann man am Stand des ADAC testen, was bei einem Autoüberschlag passiert. Madeleine Hofmann hat die Simulation begleitet.

Video: httpv://youtu.be/vGK_FlFke3A

ITB 2013 Video young press