Zeit für eine kurze (Raucher-) Pause

Mohammed Ali Dashti bei seiner Raucherpause

Messebesucher der ITB entfliehen der Hektik zum „Durchatmen“ bei der Raucherpause
– Young Press Teilnehmerin Patricia auf Expedition

Für meine Recherche frage ich nach den Top-Raucher-Hotspots. Die Antwort ist immer die gleiche: „Just any exit nearby“. Das bestätigt auch Ina, eine Marketingmitarbeiterin aus Österreich, die ich vor einem Messhallenplan kennenlerne. Sie ist in Eile. Nur dadurch, dass ich sie begleite, können wir miteinander sprechen. Es sind noch 15 Min bis zu ihrem nächsten Termin und sie muss noch 16 große, dicht befüllte Hallen durchqueren. „Mein Chef sagt, ich soll schauen, dass ich mindestens einmal die Stunde an die Luft komme – Pause machen. Vielleicht eine rauchen. Das schafft man natürlich nicht.“ Am heutigen letzten Fachbesuchertag der ITB geht es besonders hektisch zu. Wir verabschieden uns bei Halle 17 und ich nehme den „next exit nearby“, um weitere Raucher kennenzulernen.

Andrea Krebs bei ihrer RaucherpauseDraußen pfeift kalter Wind, die Sonne scheint und es liegen zahlreiche Zigarettenstummel auf dem Boden. Aschenbecher gibt es nicht und es stehen auch keine Sitzbänke bereit. Die sonnigen Plätze auf der Bordesteinkante sind beliebt. Ich ergattere einen und beobachte die Szene. Die Leute stehen verteilt in der Sonne, jedoch entfernt sich keiner weiter als 10m von der Tür, durch die sie gekommen sind. In der rechten Hand die Zigarette haltend, links das Smartpone. Mit konzentriertem Blick checken sie ihre nächsten Termine, keiner redet. Eigentlich hätte ich erwartet, dass hier der pefekte Ort ist, wo sich die Messevertreter aus aller Welt unkompliziert kennen lernen und plauschen können.

Jetzt bin Ich fast überrascht, als ich ein zartes „Excuse me. Do you have a lighter?“ mit französischem Akzent höre. Die Pariserin setzt sich neben mich und wir kommen ins Gespräch. Ich erkläre ihr meine Verwunderung über das eher ungesellige Verhalten der anwesenden Raucher. „The fare is quite stressful. It´s loud, it´s busy. One needs a break to breathe, to think and at least have a little time for yourself“, sagt sie, schweigt und dann verschwindet sie auch schon wieder. Ein braungebrannter blonder Mann im Safari-Outfit nimmt ihren Platz ein. Auf dem Rücken seiner Jacke steht „Uganda“ in großen Lettern. Mathias war schon öfter auf der ITB und wirkt entspannt.“Vor allem die Frauen starren hier viel auf Ihre Smartpones. Aber es kommt drauf, an wo man steht. Gestern habe ich beim Rauchen am Haupteingang einen netten Kollegen aus Singapore kennengelernt. Es stellte sich sogar heraus, das unsere Firmen schonmal miteinander zu tun hatten. Beliebte Themen sind auch anstehende ITB-Partys und Veranstaltungen“.

Mathias Kronemann bei seiner RaucherpauseRoman, ein Einkäufer aus der Schweiz erklärt mir „Geschäftsgespräche sind mit ein Hauptgrund für Raucherpausen. Man kann sehr gut Informationen und Empfehlungen austauschen. Und das ist mit das beste Marketing, das es gibt.“ Aber hier auf der ITB genießt auch er sichtlich den kurzen Moment der Ruhe „Ich bin seit heut morgen um 6:30 Uhr nur auf Achse und freue mich schon auf den Feierabend.“ (pac)

Allgemein ITB 2014 Tag 3 | 7. März 2014

Voran gegen die Jugendarbeitslosigkeit

In großen Teilen Europas herrscht seit einigen Jahren eine hohe Jugendarbeitslosigkeit. Anlässlich der ITB unterschrieben die fünf deutsche Reiseveranstalter DER, FTI, Thomas Cook,TUI und Traveltainment das sogenannte „Memorandum of Understanding“. In diesem Vertrag nehmen sich die Initiatoren vor, „Zeichen zu setzen für qualifiziert ausgebildeten Nachwuchs im Tourismus“. Die eigentlich konkurrierenden Reiseveranstalter wollen künftig stärker Auszubildenden und Fachpersonal aus dem Ausland anwerben. „Dabei wollen wir unsere bereits bestehenden Strukturen vor Ort nutzen, um gezielt Kontakt mit Ausbildungssuchenden im Ausland aufzunehmen“, sagt Norbert Fiebig vom Reiseveranstalter DER.

Dadurch zielen die Reiseveranstalter in die gleiche Richtung wie das Förderungsprojekt „The job of my Life“ der Bundesregierung. Das Programm des Bundesministerium für Arbeit und Soziales und der Bundesagentur für Arbeit richtet sich an junge Ausbildungsinteressenten und arbeitslose Fachkräfte aus Europa, denen die Möglichkeit geboten werden soll, in Deutschland eine duale Ausbildung zu machen und eine Arbeit zu finden.
Gerade in den Mittelmeer-Regionen sorgt die hohe Jugendarbeitslosigkeit auch für große Probleme im Bereich Tourismus. In Spanien sind nach Stand Dezember 2013 gut 54 Prozent der Jugendliche ohne Arbeit. In Deutschland sind es nur rund 7 Prozent. Mehr als jeder zweite junge Spanier steht also auf der Straße. Gleichzeitig braucht man heutzutage dringender als zuvor qualifiziertes Fachpersonal, da der Anspruch auf Service und Qualität zunehmend gestiegen ist. Ein weiteres Problem ist das schlechte Image, das den Ländern droht, wenn ihnen die Gelder für Ausgaben, wie Denkmalschutz oder der Pflege von Stränden fehlen.
Dass die Jugendarbeitslosigkeit in Europa und der Fachkräftemangel in Deutschland gleichzeitig herrschen stellt für Reiseveranstalter auch eine Chance dar. Gerade Fachkräfte aus der IT- und Controllingbranche werden in den Zentralen der Tourismusbranche dringend gesucht. Davon wollen auch deutsche Reiseveranstalter profitieren. „Wir wollen den Teich, in dem wir fischen vergrößern. Der Fokus liegt dabei darauf, die größten Talente für uns zu gewinnen“ erklärt Norbert Fiebig.

Die Vertragsinhalte selber wurden offen gehalten. Am Stand des spanischen Fremdenverkehrsbüro wusste man am Nachmittag noch nichts von dem am Vormittag abgeschlossenen Vertrag. (leu)

Allgemein ITB 2014 Tag 2 | 6. März 2014

Recherche bei Bockwurst aber ohne Bier

Chaotisch und stressig. Genau so habe ich mir das Medienzentrum der ITB 2014 vorgestellt. Auf der dritten Ebene der Halle fünf und sechs erstreckt sich auf 5000 Quadratmetern das Medienzentrum. 30 Arbeitsplätze und 60 zusätzliche Plätze für Laptops stehen zum Beispiel zum Recherchieren bereit. An einem Presse-Counter liegen farbige Broschüren und Infoflyer aus, im hinteren Teil der Halle wird hinter geschlossenen Türen der Redaktionsräume über Neuigkeiten der Messe diskutiert. 6000 bis 7000 Journalisten besuchen dieses Jahr die Messe. Die internationalen Journalisten kennen sich: Nice to see you. ¿ Cómo estás? Where is your hotel? Beim Kaffee an der gut besuchten Bar in der Mittagspause tauscht man sich aus. Die Computerplätze sind morgens nur sporadisch besetzt, es herrscht Gelassenheit bei den Journalisten. Ab nachmittags sitzen viele sogar mit ihrem Laptop auf dem Boden und tippen schnell in ihre Tasten.

Alte Bekanntschaften

v.l. Rita Schokman, Georg Honold

Rita Schokman arbeitet seit Jahren auf der ITB und erklärt den Journalisten am Presse -Counter, wie sie den Weg zur nächsten Pressekonferenz finden oder stattet sie mit Flyern, Broschüren und einer Pressemappe auf einem USB-Stick aus. „Ein paar Journalisten kenne ich seit Jahren, sie kommen jedes Jahr und mittlerweile erkennt man sich eben“, beschreibt sie ihr Verhältnis zu den Journalisten. In den Jahren habe sich einiges verändert. Früher haben sich Journalisten noch um die Computerplätze gestritten, heute können sie mit ihren Laptops an Einzelplätzen arbeiten und es gibt WLAN im Medienzentrum. Aber auch in diesem Jahr ist es schon passiert , dass die drahtlose Internetverbindung wegen Überlastung zusammen gebrochen ist – eine kleine Katastrophe für die internationalen Journalisten, die von hier ihre Berichte, Videos und Fotos in die Welt schicken.
Die Infobroschüren, Flyer, Kataloge und Newsletter gibt es nur auf Englisch und Deutsch. In diesen beiden Sprachen werden auch die Fragen der Journalisten von Rita Schokman und ihren Kollegen beantwortet, während Telefone klingeln und Geschirr klirrt. Wo finde ich eine Liste der Pressekonferenzen? Wie komme ich zu Halle 2.1? Wo finde ich den Shuttle zur Asienhalle? Hätte die Pressereferentin zwei Minuten Zeit für mich? Während der Messe wird das Presseteam der Messe verdreifacht und aufwendige Presseanfragen von einer PR-Agentur beantwortet.

Hinter verschlossenen Türen

In den Redaktionsräumen ist der Alltag stressiger. Für Sabine Galas, Chefredakteurin vom Geschäftsreisemagazin Business Traveller, ist die ITB seit Jahren ein Pflichttermin. In drei Tagen hat sie 30 Geschäftstermine oder muss Pressekonferenzen besuchen. Ähnlich stressig sieht der Alltag der Journalisten aus, die sich mit einer Bockwurst oder einem Kaffee an der Bar im Medienzentrum bei Kräften halten wollen. Bei hohem Geräuschpegel und mit Laptop auf dem Schoß beißt der Redakteur in seine Wurst während er mit einem anderen Journalisten quatscht. „Die ITB ist für uns eine Netzwerkmesse, man pflegt die Kontakte und knüpft neue, es herrscht gute Stimmung“, erklärt Sabine Galas. Ihr Tag beginnt zu Messezeiten um sechs Uhr morgens und endet erst um zwei Uhr nachts. „Es ist wahnsinnig viel Stress und Verpflichtung – aber wegen des internationalen Windes ist es immer schön.“ (ani)

 

Allgemein ITB 2014 Tag 2 | 6. März 2014

Hotelbetten durch die Brille

Mit einer Brille ist es bald möglich sein Urlaubsziel in einer 360-Grad-Simulation zu erleben

Vor mir steht das gemachte Bett, hinter mir knistert das Kaminfeuer der Suite. Ich stehe mitten auf der ITB und blicke durch eine Brille direkt in ein Hotelzimmer. Ein Scherz? Nein, die Zukunft. Das Hannoveraner Unternehmen Digital Media Group präsentiert auf der Messe das Brillenmodell Oculus Rift. Die Brille ermöglicht es, in einer 360-Grad-Computer-Simulation beispielsweise in Hotels oder Landschaften der Wunschdestination hineinzuschauen. Anwendung findet das Gerät mit matt-schwarzen Visier bis jetzt nur im Bereich der Computerspiele. Das Gerät ist kaum größer als eine Ski-Brille. Die Idee dahinter: „Die Brille ist zum Beispiel für Reisebüros interessant“, heißt es beim Hersteller. „Kunden könnten sich in Zukunft zu Hause ihr Wunschhotel oder ihre Traumdestination ansehen.“ Die Kosten für das Gerät liegen bei umgerechnet 218,40 Euro. (pac)

 

Allgemein ITB 2014 Tag 1 | 5. März 2014

Wo Kinder Könige werden können – Tipps für den Familienurlaub in Schweden

Pippi Langstrumpf auf der ITB. Was hat Schweden außer ihr noch zu bieten? Foto: Marcel Weyrich

 

Dass Schweden ein familienfreundliches Land ist überrascht nicht. Drei Millionen Gäste zog es im Jahr 2012 nach Südschweden ins östliche Smaland und Öland, zwei Drittel davon waren Familien. Fast eine Million Deutsche reisen jedes Jahr nach Schweden. Bietet Südschweden aber mehr als Pipi Langstrumpfs Villa Kunterbunt? Laut Hanna Svensson von Smaland Touismus schon. Ganz anders als in Deutschland gehören Kinder hier viel selbstverständlicher zum Alltag dazu. Denn: „Wenn die Kinder glücklich sind, sind die Eltern glücklich und dann ist es ein gelungener Urlaub.“ Ganz nach dieser Maxime verrieten Svensson und ihre Kollegin Karin Ekjejbär aus der Region Kalmar youngpress ein paar Angebote, die aus den Prospekten so nicht herauszulesen sind:

 

Zum Ritter werden à la Fort Boyard

Von der Astrid Lindgren-Welt in Smaland, in der Pipi Langstrumpf „wohnt“ liegt das „Schloss Kalmar“ nur zwei Autostunden entfernt. Wie in der TV-Serie Fort Boyard können hier Kinder kniffelige Aufgaben lösen, in denen geklettert und gefrickelt werden muss, um zu gewinnen. In der TV-Serie kommen Schlangen und Tiere zum Einsatz. Während der zwei Stunden, die das Spiel in Kalmar dauert, natürlich nicht. In erster Linie dominiert Holz und erzeugt eine Burgatmosphäre ohne exotische Tiere. Am Ende gibt es kein Geld, aber einen Preis: Der oder die Gewinnerin werden offiziell per Schwert zum Ritter geschlagen. www.kalmarslott.se (Seite in Englisch)

 

Glas machen statt zerbrechen

Welcher Elternteil hat sich nicht schon einmal geärgert, dass die Kinder ausgerechnet das Lieblingsglas der Eltern zerstört haben? Im „Kingdom of Glass“ in Växjo, Südschweden, können die Kinder sich einmal bei ihren Eltern revangieren. Glasbläser helfen Kindern, selber ein Glas zu blasen. Die können, wenn alles abgekühlt ist, immer noch entscheiden, ob sie es zur Wiedergutmachung ihren Eltern geben oder es lieber doch selbst behalten und stolz ihren Freunden zeigen. www.glasriket.se (Seite in Englisch und Deutsch)

 

Strandurlaub auf Schwedens „Mallorca“

Sonne ist zwar nicht das erste, woran Deutsche bei Schweden denken. Und doch gibt es einen Ort, der mit seinen Sonnentagen Millionen Schweden anlockt. „Öland ist für Schweden so etwas wie Mallorca für die Deutschen, jeder fährt dort gerne hin“, so Tourismusexpertin Ekjebär. Der Ort liegt mit 437 Sonnenstunden pro Jahr in den Top 5 der schwedischen Messpunkte. www.olandsturist.se (Seite auch in Englisch und Deutsch)

Auf der Messe in Berlin tanzen und backen Pipi Langstrumpf und Co. am 10.03. von 12 – 16 Uhr stündlich am Schweden-Stand in Halle 18.

Allgemein ITB 2013 Kinder- und Jugendreisen

Video: Urlaubsziele der Kids

Urlaubswünsche der kleinen ITB-Besucher. Foto: Julia Harig

 

Kinder entwickeln immer früher den Wunsch, bei der Urlaubsplanung mit zu entscheiden. In welches Land sie als nächstes Reisen würden und was es dort unbedingt geben muss, das haben uns 12 kleine ITB-Besucher verraten:

httpv://youtu.be/nHrtCQgPiPc

 

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