Prospekte-Jägern, Giveaway-Sammler und Visitenkarten-Verteiler

Die ITB Berlin wird an den Besuchertagen noch bunter. Aber nicht, weil die Aussteller sich für diese Tage besonders verrückte Sachen ausdenken, sondern weil sich unter den Besuchern skurrile Typen finden. 170.000 Besucher erwarten die Veranstalter dieses Jahr. Schon am Samstagvormittag sind die erfahrenen Besucher klar von den Neulingen zu unterscheiden: Während die einen extra mit Trolley anreisen – für die vielen Gratisprospekte und Geschenke – schleppen die anderen sich mit unzähligen, vollgepackten Tragetaschen ab. Zu den Prospekte-Jägern reihen sich die Giveaway-Sammler, die Visitenkarten-Verteiler und die Ich-will-auffallen-Paradiesvögel.

Ein älteres Pärchen steht verloren in der Baden-Württemberg Halle: identische, armeegrüne Safarijacke, Rollkoffer, Lageplan in der Hand. Genau so könnten sie auch im australischen Outback herumstehen. Und genau da wollen sie hin. Das Paar gehört zu der seltenen Spezies „Wir planen unseren ITB-Besuch bis ins letzte Detail“. Schon vorab haben sie einen Termin mit dem Australien-Stand vereinbart, dort möchten sie sich für ihren nächsten Urlaub informieren. Die meisten Besucher machen es jedoch wie das Vater-Sohn-Gespann Schulz aus Schwerin: einfach treiben lassen. Obwohl – eine Mission haben die beiden schon. Sie sind extra angereist, um eine alte Bekannte am Lima-Stand in der Lateinamerikahalle zu besuchen.

Nichts planen und einfach mal schauen, das ist natürlich nicht jedermanns Ding. Die ITB-Erfahrene Tanja aus Berlin überlässt nichts dem Zufall. Zu Hause hat sie sich bereits den Lageplan der Messehallen ausgedruckt, hat sich Länder rausgesucht, die sie interessieren und diese auf der Karte verortet. Ihre Route: Vom Haupteingang aus im Uhrzeigersinn durch alle 26 Hallen. Und das in nur acht Stunden. Damit das nicht zu anstrengend wird, hat sie sich ihre Verpflegung gleich mitgebracht. Mit selbstbelegten Brötchen, frischen Äpfeln und einer Flasche Wasser kann sie die vielen Fast-Food-Buden auf der Messe links liegen lassen.

Eine verbreitete Besucher-Gattung sind die Trolley-Schieber und Rollkoffer-Zieher. Dazu gehören auch Ronja und Laura aus Bremen. Die beiden jungen Mädchen machen eine Ausbildung in der Tourismusbranche und wussten deshalb was sie erwartet: viele Reiseprospekte, viele Giveaways und viele Flyer. Genau aus dem Grund haben die beiden einen riesigen Rollkoffer dabei. Denn die unzähligen, gesammelten Materialien zu schleppen, darauf haben sie echt keine Lust. Das macht natürlich nicht jeder so. Andere tragen geschätzt 30 Schlüsselbänder um den Hals und zeigen so, welche Stände sie schon alle besucht haben.

Auf der ITB Berlin haben die Besucher allerdings nicht nur viele Tüten und Koffer dabei. Andere hängen sich ihre Visitenkarte in A4-Größe um den Hals. Anja ist nach Australien ausgewandert und betreibt dort eine Beratungsagentur für Au-Pair Mädchen. Auf der Messe will sie Kontakte knüpfen. Mit der übergroßen Visitenkarte fällt sie natürlich gleich auf. Das Plakat hat sie sich gestern extra noch schnell ausgedruckt. Es sind also nicht nur reisehungrige Besucher, die an den Besuchertagen die Messehallen füllen. Ein paar Geschäftsleute nutzen auch das Wochenende, um berufliche Kontakte zu knüpfen. fmo

Anja hat sich vorbereitet: Sie hat ihre Visitenkarte um den Hals gehängt

Für ihre Mittagspsuse hst sich die organisierte Tanja alles selber mitgebracht

Laura, Ronja und ihr Rollkoffer: Platz für Prospekte und Giveaways

Vater und Sohn Schulz in der Lateinamerika-Halle planen ihren ITB Berlin Besuch nur wenig im Voraus

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