Menschen sind individuell. Diese Eigenschaft wirkt sich mittlerweile auch auf das Reisen aus. Tourismusunternehmen ermöglichen deswegen ihren Kunden durch Individualreisen abseits des Mainstreams zu blicken. Dieser Trend beschert dem Veranstalter „erlebe-fernreisen“ bereits seit mehr als zehn Jahren eine Erfolgsgeschichte. Erzählungen der Einheimischen in Kuba lauschen, zu mystischen Kraterseen in Ecuador hinaufklettern, Lampions basteln in Vietnam – mit einem Angebot von über 45 Reisezielen macht das Unternehmen das Außergewöhnliche möglich. Dies geschieht durch das sogenannte „Bausteinkonzept“, mit dem jeder seine eigene individuelle Reise zusammenstellen kann. Reisespezialisten unterstützen telefonisch oder per Mail bei der richtigen Zusammensetzung der Bausteine. Diese beinhalten Kurzreisen von zwei bis acht Tagen. Ob Mietwagen, privater Fahrer oder öffentliche Verkehrsmittel – die Transferpläne stimmt das Unternehmen dabei individuell auf den Reisenden ab. Weiterhin werden verschiedenste Ausflüge und Touren angeboten, die in die Reise eingebaut werden. „erlebe-fernreisen schaffte es damit auf die Liste der 50 umsatzstärksten Reiseveranstalter Deutschlands.

Die Individualreise könnte die Pauschalreise von morgen sein. Der große Vorteil daran ist das All-in-one-Booking bequem von zu Hause aus. Marktforscher sehen in den Individualreisen großes Potenzial. Trotzdem ist auch die Reiseform der Pauschalreisen nach wie vor beliebt. Der Marktanteil der Pauschalreisen lag in den letzten Jahren konstant bei über 40 Prozent. Das könnte sich bald ändern: Durch den Einfluss von Social Media und Bloggern sind die „Urban Explorers“ entstanden – ein neuer Typ von Reisenden, die auf der Suche nach Besonderheiten sind. Soziale Netzwerke schaffen durch Insiderwissen Identifikation und Zugehörigkeit. Diesem Trend folgt auch das Startup Unternehmen „Fairaway Travel“. Im Gegensatz zu „erlebe-fernreisen“ arbeitet das Unternehmen nicht mit Bausteinen. „Fairaway“ setzt auf lokale Reiseexperten – die Kunden bekommen einen direkten Ansprechpartner. Diese sind Deutsche oder Europäer, die in dem jeweiligen Land leben, sowie Einheimische. Via Social Media, Skype, Mail oder Telefon, gestalten sie die Reise bereits vorab nach den Wünschen und Vorstellungen des Kunden. Alle „Fairaway“ Reisen sind CO2-neutral. „Wir sind besonders bemüht, lokale Unterkünfte zu vermitteln – Wohnen inmitten der heimischen Bevölkerung “, erklärte Yvonne Küpper, Marketing Managerin von „Fairaway“. Ihrer Meinung nach sei dies ein Markt, der in den nächsten Jahren weiter aufsteigen wird. Das „Lokale“ steht hier im Mittelpunkt – Identität und Authentizität. Es macht den Urlaub weniger anonym. „Die Transformation vom Touristen zum „Local auf Zeit“ ist die Dienstleistung, um die es künftig in der Branche geht“, meint auch die Frankfurter Trendagentur „Zukunftsinstitut“. So nutzen Unternehmen immer mehr Social Media für ihre Vermarktung. Die Hotelkette Marriott Australia beispielsweise engagierte hierfür acht Jugendliche als „Digital Concierges“, digitale Hausmeister. Sie posten für das Unternehmen auf Instagram Fotos von ihren Lieblingsplätzen und machen Sightseeingvorschläge. Junge Urlauber können zusätzlich über einen Instant Messenger direkt Fragen an die Jugendlichen stellen und sich dadurch nach aktuellen Events und außergewöhnlichen Locations erkundigen – die Stadt kann mit dem Wissen der Locals authentisch erkundet werden. So kann selbst eine Reise zu einem Hotel der weltweit größten Hotelketten zum Individualerlebnis werden. mhe

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