Die Digitalisierung ist weiterhin ein Schwerpunktthema der ITB Berlin. „Geschäftsprozesse müssen an die Digitalisierung angepasst und verändert werden“, erläuterte Geschäftsführer Christian Göke auf der Eröffnungspressekonferenz. Technik und Tourismus wachsen immer weiter zusammen – das merkt man auch an der Nachfrage der Aussteller im Bereich der „Travel Technology“, der Reisetechnologie. Die ITB hat in diesem Jahr extra eine neue Hallenstruktur für diese Branche eingeführt. Denn die Nachfrage der Aussteller hat sich um 30 Prozent erhöht, sodass die Kapazitäten deutlich erweitert werden mussten.

Nicht nur hier wächst die ITB: 2016 besuchten allein 110.000 Fachbesucher die Messe. Mit mindestens so vielen Besuchern rechnen die Veranstalter auch in diesem Jahr. An solch eine Entwicklung war im Jahr 1966, als die erste ITB mit neun Ausstellern aus fünf Ländern stattfand, noch nicht zu denken. In den seitdem über 50 vergangenen Jahren errang die ITB den Ruf der weltweit größten Reisemesse und wurde zum umfassendsten Marktplatz der Branche. Die 1970er Jahre standen daher im Zeichen des Wachstums. Die ITB wurde zu einem Medienereignis.

In den 1980er Jahren präsentierte die ITB neue Technologien und galt damit als Vorreiter. 1981 wurde der erste Bildschirmtext als Messeinformationssystem eingesetzt. Zwei Jahre später griff die ITB das damals breit diskutierte Thema „Neue Medien“ auf. Eine neue Wertebesinnung.

Die 1990er Jahre standen im Fokus des Gesundheitstourismus und des Umweltschutzes. Neue Zielgruppen sollten angesprochen werden: von Geschäftsreisenden über Jugendliche bis hin zu den gesundheitsbewussten Reisenden. Menschenrechte in Urlaubsländern und der Umweltschutz wurden erstmals thematisiert. Die ITB setzte sich ökologische und soziale Verantwortung als substanzielles Element für die Zukunft und Voraussetzung für einen wirtschaftlichen Erfolg.

Im Jahre 2000 setzte eine „Revolution“ ein. Die voranschreitende Digitalisierung verändert bis heute die Reisebranche wie kaum ein anderes Geschäftsfeld. Das Segment der Travel Technology wurde als eigener Ausstellungsbereich geschaffen, welcher sich bis heute als eines der größten, dynamischsten und internationalen Ausstellerbestandteile erweist. Die Travel Technology beinhaltet verschiedene Formen: Das Suchen einer Reise über eine Reise-App oder die Buchung eines Hotelzimmers über ein Reservierungs-System im Reisebüro. Mit der „eTravel World“ hat die ITB nochmals auf Innovation gesetzt. Im Rahmen der Travel Technology informieren Aussteller über digitales Marketing, Social Media, und Mobile Travel Services, das Buchen von Leistungen über Apps. Unter die Travel Technology fällt in diesem Jahr auch eines der Schwerpunktthemen: „Disruptive Travel: Das Ende aller Gewissheiten“. Geopolitische Krisen, Sicherheitsrisiken auf Reisen und der Einsatz von künstlicher Intelligenz, das alles muss auch die Touristikbranche heutzutage meistern. International renommierte Experten geben Einblicke, wie dies möglich sein kann.

Die Erfolgsgeschichte der ITB Berlin führt auch über Kontinente hinweg: Als internationaler Exportschlager hat sich die weltweit größte Reisemesse ebenfalls einen Namen gemacht. Bereits zum 10. Mal findet in diesem Jahr die ITB Asia Singapur statt. Der asiatische Ableger etablierte sich innerhalb kürzester Zeit zur führenden B2B-Messe für den asiatischen Reisemarkt. Allein durch diese Veranstaltung konnte die ITB Berlin im vergangenen Jahr ebenfalls ein Plus von 20 Prozent im Bereich Besucher sowie acht Prozent mehr vermietete Flächen aus Asien verzeichnen. Aufgrund des großen Erfolgs bietet die ITB dieses Format in diesem Jahr erstmals auch in Shanghai an. Die Messe sei laut Göke bereits ausgebucht.

Auch für nächstes Jahr wird es auf der ITB wieder Neuerungen geben. Zum ersten Mal wird 2018 das „Berlin Travel Festival“ in Kreuzberg stattfinden, welches die ITB Berlin unterstützt. Das Festival ist auf Nomaden, Eskapisten, Entdecker und Kosmopoliten ausgerichtet. Erste Eindrücke gibt es bereits jetzt auf der ITB im Marshall Haus. mhe

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