Am Weltfrauentag erzählen starke Frauen aus der Reisebranche ihre Geschichte

Auf der ITB Berlin kommen Touristiker aus der ganzen Welt zusammen, darunter mehr als ein Drittel Frauen. Jede mit einem anderen kulturellen Hintergrund und einer anderen Geschichte. Alle haben eines gemeinsam: Sie sind in der Reisebranche tätig. Ob als Business-Frau in Afrika, als Tanzlehrerin in Indonesien oder Flugbegleiterin in der Welt unterwegs. Am Weltfrauentag rücken aber auch Themen wie die berufliche Gleichberechtigung von Mann und Frau in den Vordergrund. Offizielle Zahlen, wie viele Frauen in der Reisebranche tätig sind, gibt es laut dem Deutschen Reiseverband (DRV) nicht. Einen Grund mehr, um selbst den Rundgang durch das Messegelände zu starten und Frauen mit außergewöhnlichen Berufskarrieren zu finden.

Sharon Stead: Power-Frau aus Simbabwe

„Ich habe keine Angst aufzustehen und meine Meinung zu sagen – auch Männern gegenüber nicht.“ Sharon Stead kommt aus dem afrikanischen Simbabwe und verkörpert das, was man sich unter einen starken Geschäftsfrau vorstellt. Ehrgeizig und selbstbewusst. Früher ist sie oft für ihren strengen Umgangston kritisiert worden, heute ist sie stolz drauf, weil er sie zum Erfolg geführt hat. Seit fast 30 Jahren ist sie Inhaberin von vier Lodges, die sie mit ihrem Vater selbst aufgebaut hat und an Touristen vermietet. Aufgewachsen auf einer privaten Farm in der Wildnis in Matabeleland, ist sie eine der wenigen Frauen im von Männern dominierten Safari-Business. Schon als Kind hat Stead gelernt, sich im Leben durchzusetzen. „Ich bin zu Zeiten des Guerillakrieges groß geworden, so dass ich mit elf Jahren schon mit einem Gewehr umzugehen wusste.“ Themen wie die Frauenquote und geschlechtsbezogene Ungerechtigkeiten spielen auch in Simbabwe eine Rolle. Eine einfache Verabredung zum Mittagessen mit einem Mann könne in vielen afrikanischen Ländern für Gerede sorgen. Stead ist in ihrem Land derzeit noch eine Ausnahme, doch vielleicht folgen ihr bald viele ihrer Landsfrauen nach. Vergangenes Jahr erhielt sie für ihre Arbeit sogar die Auszeichnung „Business Person of the year“ von der Handelskammer Simbabwes.

Agnès Kah: Geballte Frauenkraft aus Kamerun

Breites Grinsen, bauschige Locken und eine ansteckende Freundlichkeit: Agnès Kah ist Leiterin des Fremdenverkehrsamtes für Kamerun und Sierra Leone. Geboren in Tiko in Kamerun, zog es sie zum Studieren nach Deutschland. In Dortmund lernte sie neben BWL und Tourismus auch die deutsche Kultur kennen. Ihre geballte Frauenkraft hat ihr beruflich großen Erfolg in beiden Ländern eingebracht. Wenn Kah nicht gerade Hotels in Afrika begutachtet oder auf Pressereise mit Journalisten unterwegs ist, lebt sie mit ihrem Mann und den Drillingen in Düsseldorf. Allerdings, auch das sagt Kah: Familie und Karriere unter einen Hut zu bringen ist in Deutschland genauso schwer wie in Kamerun.

Siti Fatima: Indonesischer Wirbelwind

Roter Tüllrock, glitzernde Pailletten und Bommelhut: Siti Fatima ist in ein prächtiges, farbenfrohes Kleid gehüllt. Auf ihrem Kopf trägt die 28-Jährige einen traditionell, indonesischen Kopfschmuck mit beweglichen Goldscheiben, die bei jedem Schritt anfangen zu tanzen. Sie ist professionelle Tänzerin in der Hauptstadt Jakarta und gibt dort Tanzunterricht. „In Indonesien ist es kein Problem als Frau beruflichen Erfolg zu haben, zumindest in den großen Städten“, sagt Fatima zum Weltfrauentag befragt. Etwas anders sehe es auf den mehr als 10000 indonesischen Inseln aus. Dort herrsche noch das traditionellere Rollenverständnis zwischen Mann und Frau.

Rosie Housam: Offener Schleier in Dubai

Man vergisst schnell, dass man sich in einem Flugzeug und in keinem Luxushotel befindet, wenn man die ausgestellten Kabinen der Fluggesellschaft Emirates betritt. Rousie Housam arbeitet als Stewardess und sorgt für die perfekte Flugzeugillusion. Mit einem freundlichen Lächeln im Gesicht präsentiert sie die luxuriöse Barausstattung an Bord. Rosie ist nur eine von Tausenden Frauen, die in der Flugbranche beruflich Fuß gefasst haben. Die Struktur auch der arabischen Fluggesellschaften verändert sich zunehmend entgegen des klischeebehafteten Rollenverständnisses. Mit 44 Prozent ist fast die Hälfte der Belegschaft von Frauen besetzt, darunter 11000 Frauen, die in technischen und fachmännischen Bereichen arbeiten. Immer mehr Frauen wagen auch den Schritt ins Cockpit und setzen sich gegen ihre männlichen Mitstreiter durch. Insgesamt ist der Anteil von Frauen in der Airline um sechs Prozent gestiegen ist.

jfy

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