„Die Tourismusindustrie steht vor großen Herausforderungen.“ Christian Göke, Geschäftsführer der Messe Berlin scheut sich nicht, aktuelle Problematiken direkt anzusprechen. Herausforderungen wie die, der Digitalisierung muss sich die Messe stellen. Göke nimmt dies zum Anlass „die Identität der Messe zu überdenken.“ Zu überdenken seien aber auch die aktuellen Veränderungen des deutschen Reisemarktes. Politische Krisen aus der Vergangenheit haben ihre Spuren hinterlassen und äußern sich vor allem in zwei großen Problemen. Eingeschränkte Reisefreiheit, das sogenannte „disruptive Travel“, sowie die Sicherheit beim Reisen. So spielen vor allem die beschränkten Einreisebedingungen in die USA eine große Rolle. Laut des Deutschen Reiseverbandes hat die USA an Popularität für Fernreisen im Jahre 2016 abgenommen.

Auch dem Präsidenten des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft Dr. Michael Frenzel, liegen diese Themen am Herzen. Aber er sieht noch mehr Probleme. Trotz der nach wie vor „ungebremsten Reisefreudigkeit bei den Deutschen“, sei beispielsweise die Entwicklung des deutschen Flugverkehrs 2016 im internationalen Vergleich eher unterdurchschnittlich ausgefallen. Als Grund dafür nennt er zunehmende bürokratische, unflexible und kostenspielige Rahmenbedingungen für die Fluggesellschaften. Positivere Zahlen liefert dagegen Norbert Fiebig, Präsident des Deutschen ReiseVerbands. Laut ihm buchen immer mehr Kunden ihren Sommerurlaub noch frühzeitiger als im Vorjahr, was für ein Umsatzplus von sechs Prozent sorge. Auch die Zahl der Onlinebuchungen wächst stetig, wenn auch nur mäßig. Mehr als ein Drittel aller Buchungen werden inzwischen online getätigt. Das klassische Reisebüro verliere trotz eines Rückgangs von fast drei Prozent nicht an Bedeutung und steht bei den Deutschen immer noch hoch im Kurs. Besondere Einbußen musste 2016 die Türkei hinnehmen. Das sonst traditionell beliebte Reiseziel für Familien wird vermehrt von Zielen im westlichen Mittelmeer verdrängt. Die Veranstalter erwarten, dass in diesem Jahr Spanien, Portugal noch mehr gebucht werden Auch die Umsätze der Kreuzfahrten wachsen stabil.

Vom Reisen abschrecken lassen, soll man sich von den herrschenden Unsicherheiten allerdings nicht, wie Norbert Fiebig als Abschluss der Pressekonferenz den Journalisten mit auf den Weg gibt. jfy

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