Geschirrklimpern. Stimmendurcheinander. Handyklingeln. Eine Kellnerin bahnt sich ihren Weg durch die Menschentrauben, die sich um die Stehtische herum gebildet haben. Der Duft von Würstchen liegt in der Luft. Es ist Mittagszeit auf der ITB Berlin. An Pause ist am zweiten Tag der größten Reisemesse der Welt im Pressezentrum in Halle 6.3. aber nicht zu denken. Rund um die Bar, die den Mittelpunkt der Halle bildet, herrscht hektisches Treiben. Viele sind gerade angekommen und ziehen ihre Trolleys über den grauen Teppichboden, andere machen sich schnellen Schrittes auf den Weg zur nächsten Pressekonferenz. 6.000 Journalisten und Blogger aus aller Welt kommen dieses Jahr zur Messe, um darüber zu berichten.

Der Media Work Room ist am 2. Messe-Tag voll besetzt.

Der Media Work Room ist am 2. Messe-Tag voll besetzt.

Virginia Geizman schreibt im Media Work Room an einem Artikel für eine spanische Tageszeitung.

Virginia Geizman schreibt im Media Work Room an einem Artikel für eine spanische Tageszeitung.

Eine gelbe Wand trennt den Media Work Room neben der Bar vom Rest der Halle. Hier ist es etwas ruhiger, mehr als 70 Arbeitsplätze, Laptops und Drucker stehen bereit. An diesem Tag sind nur mehr wenige Plätze frei. Die Redaktionsschlüsse nahen, die Journalisten sitzen sich gegenüber und tippen in ihre Laptops. Eine davon ist Virginia Geizman, die von hier aus ihre Artikel für „La Opinión de Málaga“, eine Tageszeitung in Andalusien, schreibt. Neben ihr telefoniert ein älterer Mann mit leiser Stimme, von draußen sind Stimmen und das Geschirrklimpern zu hören. Trotzdem kann die Spanierin, die schon zum 7. Mal auf der ITB ist, hier gut arbeiten: „Manchmal ist es laut, aber hier habe ich Wifi und alles, was ich brauche“, erklärt sie.

Der freie Journalist Paul Streuff schreibt lieber von zu Hause aus.

Der freie Journalist Paul Streuff schreibt lieber von zu Hause aus.

Anders sieht das Paul Streuff, ein freier Journalisten aus Berlin. „Ich schreibe alles von zu Hause aus, hier ist es zu voll heute“, sagt er und deutet auf die Stehtische vor dem Media Work Room, wo an diesem Tag kein Platz mehr frei ist. Am meisten los im Pressezentrum ist an den Tagen der Fachmesse, viele Journalisten reisen danach schon ab, weiß Astrid Zand, Pressesprecherin der ITB Berlin: „Für die Journalisten sind die ersten beiden Tage der Messe am interessantesten, weil dann die meisten Pressekonferenzen und Termine stattfinden.“

Das Presse Service Desk-Team steht für Fragen zur Verfügung.

Das Presse Service Desk-Team steht für Fragen zur Verfügung.

Bloggerin Jana Zieseniß will vom Blogger-Zentrum aus arbeiten.

Bloggerin Jana Zieseniß will vom Blogger-Zentrum aus arbeiten.

Wann diese Events stattfinden und was das W-Lan Passwort ist? Das sind die häufigsten Fragen, die die ITB-Mitarbeiter am Presseservice-Desk gegenüber des Media Work Rooms zu hören bekommen. Reisebloggerin Jana Zieseniß erkundigt sich, wo sich das Blogger-Zentrum befindet. Sie will sich in dem eigenen Blogger-Bereich einmal umschauen, ansonsten kann sie sich aber auch vorstellen, vom Pressezentrum aus zu arbeiten. „Ich blogge von überall aus. Und hier ist es leiser als auf dem Rest der Messe.“

Die ITB Berlin News-Redaktion von außen.

Die ITB Berlin News-Redaktion von außen.

ITB Berlin News-Chefredakteur Richard Barnes in der Redaktion.

ITB Berlin News-Chefredakteur Richard Barnes in der Redaktion.

Im Gegensatz zum vorderen Teil des Pressezentrums ist der hintere Teil fast leer – zumindest nach außen hin. Hinter den einzelnen, mit hellgrauen Plastikwänden abgetrennten Räumen, haben Medien und Verlage ihre Redaktionen eingerichtet – wie zum Beispiel das Team der ITB Berlin News, das von hier aus Jahr für Jahr eine eigene, englischsprachige Zeitung zur Messe produziert. An zwei Tischreihen sitzen die Journalisten, die vorwiegend aus Frankreich, aber auch aus Großbritannien und Deutschland kommen. Sie tippen in ihre Laptops. Der Lärm in der Halle scheint sie nicht zu stören. „Wir können uns hier gut konzentrieren. Ich glaube, wir Journalisten sind es gewohnt, in einer lauten Umgebung zu arbeiten“, sagt ITB Berlin News-Chefredakteur Richard Barnes.

Das travelcam.tv-Studio im Pressezentrum.

Das travelcam.tv-Studio im Pressezentrum.

 

Einen Gang weiter hat travelcam.tv in einer der Kojen sogar ein eigenes TV-Studio aufgebaut. Dort werden Tourismusexperten zu den verschiedensten Themen interviewt. Auch hier ist die Lautstärke kein Problem. „Wir zeichnen alles mit Ansteckmikro auf“, erklärt Benjamin Oettel, travelcam.tv-Projektleiter. „Eine gewisse Messeatmosphäre wirkt außerdem authentisch.“

Die Not macht erfinderisch – Wiebke Sander arbeitet vom Boden aus.

Die Not macht erfinderisch – Wiebke Sander arbeitet vom Boden aus.

 

Ihren Arbeitsplatz auf den Boden verlagert hat kurzzeitig Wiebke Sander, PR-Consultant aus Zürich. Sie muss ein wichtiges Mail schreiben, hat aber keinen Sitzplatz mehr gefunden. „Das Pressezentrum ist okay, aber dafür, dass es so stark frequentiert ist, gibt es zu wenig Sitzplätze“, kritisiert sie. Auch an den Stehtischen vor der Bar schräg gegenüber ist alles voll. Es wird diskutiert, es wird gelacht. Gläser klirren. Ruhe wir hier erst einkehren, wenn die ITB am Sonntag für dieses Jahr ihre Pforten schließt. Die Medienberichte enden damit aber nicht. Denn über die ITB berichtet wird das ganze Jahr.

fri

 

 

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