Künstliches Vogelgezwitscher, rhytmisches Trommeln, Kindergeschrei. Das Rattern der Rollkoffer von gestern ist abgelöst worden von begeisterten „Ahs“ und „Ohs“ aus allen Richtungen. Heute ist der erste Tag für Privatbesucher auf der Reisemesse ITB und das hört man nicht nur, sondern sieht man auch. Beinahe jeder Aussteller trägt jetzt ein Kostüm und die Stände wirken noch bunter als an den vergangenen Tagen. Es fühlt sich ein bisschen an wie Karneval im Urwald. Nur ohne Tageslicht.

Die ITB ist heute eine ganz andere. Keine Geschäftsleute mehr, die „Big Business“ machen und Visitenkarten austauschen. Dafür aber viele, etwas hilflos durch die Gegend laufende Privatpersonen. Wie viele genau, wird erst morgen bekanntgegeben. „Nach dem Bild, das wir von den Hallen der letzten Tage haben, gehen wir aber von einem leichten Zuwachs aus.“ sagt Astrid Zand, die Pressereferentin der Messe Berlin. Letztes Jahr kamen über 50 000 Privatbesucher zur ITB.

In der völlig überfüllten Halle direkt neben dem Haupteingang tummeln sich die Menschen, denn sie haben scheinbar noch nicht herausgefunden, dass es hier mehr, als nur eine Halle gibt.

Aber was sind das für Leute, die an einem Wochenende in Berlin auf eine Messe gehen? Der Altersdurchschnitt der Besucher liegt heute auf den ersten Blick bei ungefähr 30 Jahren. Grund dafür ist allerdings nicht, dass tatsächlich die meisten Leute um die 30 sind, sondern daran., dass gefühlt die Hälfte der Besucher sehr alt und die andere Hälfte sehr jung ist. Etwas dazwischen sieht man eher seltener.

Marianne ist 79 Jahre alt und jedes Jahr auf der ITB. Doch diesmal ist sie etwas enttäuscht, denn sie hat das Gefühl, die guten Angebote werden immer weniger. Der sechsjährige Jonas dagegen findet alles total super. Überall gibt es Neues zu entdecken und er bekommt ständig etwas geschenkt. Und wenn er mal nichts bekommt, dann nimmt er es sich einfach. „Darf ich?“ ruft er am Stand von Sachsen-Anhalt der Hostess entgegen und nimmt sich im gleichen Moment auch schon ein rotes Bonbon aus der Glasschüssel.

Die Erwartungen der Besucher des heutigen Tages sind vollkommen verschieden. Ein junges Paar möchte sich über einen Schnorchelurlaub in Asien informieren, eine ältere Dame interessiert sich für Transportmöglichkeiten und andere suchen einfach nur nach Inspiration für den nächsten Urlaub. Doch eines haben alle gemeinsam: Ein Faible für Goodiebags. Fast niemand geht mit weniger als zwei prallgefüllten Papptaschen nach Hause. Umsonst ist schließlich umsonst. Auch wenn es ein Plüschteddy mit pinkem Irokesen zum Aufhängen ist. caw

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