Ein Portrait über den Reiseblogger des Jahres 2016, Johannes Klaus.

Johannes-Klaus

Gleich zwei Preise bekam der Blogger Johannes Klaus bei der diesjährigen Verleihung zum Reiseblogger des Jahres 2016 auf der ITB. Applaus, Fotos, Händeschütteln. Komplimente ist Johannes schon gewöhnt. Sein Reiseblog „Reisedepeschen“ war erstplatzierter Reiseblog des Jahres und auch sein Blog „Travelepisodes“ wurde drittplatzierter. 2011 gewann er schon den Grimme Online Preis.

Nach dem Abitur absolvierte Johannes den Zivildienst und reiste danach ein halbes Jahr. 2001 begann er eine Ausbildung zum Grafikdesigner. Anschließend arbeitete er in zahlreichen Agenturen als Art Director. 2010 hängte er seinen Job als Grafikdesigner an den Nagel und reiste 14 Monate um die Welt. Der damals 29-Jährige hielt seine Erlebnisse auf einem Blog fest, der ursprünglich nur für Freunde und Familie gedacht war.

 „Wenn man bloggt, hat man einen anderen Blick auf alles, reist interessanter, weil man Möglichkeiten sieht darüber zu schreiben, etwas daraus zu machen.“

Als er von seinen Reisen zurückkam, hatte er Post: Er hatte den Grimme Online Preis gewonnen. Das war 2011. Sein Blog hieß damals noch Reisedepesche, weil heute aber ein ganzes Autorenteam dafür schreibt wurde noch ein „n“ drangehängt – „Reisedepeschen“. „Ich wollte die gewonnene Öffentlichkeit nutzen, um anderen Bloggern zu helfen, eine größere Leserschaft zu erreichen.“

Reisedepeschen erzählt Geschichten und listet keine Fakten auf, so wie viele andere Blogs. „Diese Art von Blogs hat es schwieriger, denn bei Google werden sie nicht so einfach gefunden“. Johannes stößt entweder auf passende Reiseblogs oder Blogger schreiben ihm. Er sucht immer nach neuen Autoren, denn manche Blogger hören auf zu schreiben, wenn ihre Reise vorbei ist. Reisedepeschen verzeichnete im Januar 2016 21.500 Besucher. Mittlerweile kann der selbsternannte ‚Multimedia Travel Storyteller‘ von seiner Arbeit als Reiseblogger leben.

Nachdem Reisedepeschen ins Leben gerufen wurde, arbeitete Johannes zunächst weiter als freischaffender Grafikdesigner. „Monetarisierung war nicht meine Intention, es geht um den Spaß am Schreiben.“ Die Autoren bekommen kein Honorar für ihre Texte. Sie profitieren von den hohen Besucherzahlen, die Leser auf ihre Seite bringen und sie bekannter macht. Manche Blogger verdienen auch durch das Schreiben für Unternehmensblogs oder durch gesponserte Artikel, „die klar gekennzeichnet werden“. Er selbst lebe auch von Reisefotographie und Reisefilmen und hat vor kurzem ein Buch mit ausgewählten Reisegeschichten herausgebracht.

Natürlich gehören auch bezahlte oder unbezahlte Pressereisen mit zum Reisebloggerleben. „Pressereisen sind eine völlig andere Art zu reisen, ich kann sie aber für mich nutzen und trotzdem auf meine Art reisen.“ Für Johannes kommt es darauf an, was man aus diesen Reisen macht. Er macht auch klar, dass vor allem bei Pressereisen und Auftragsreisen kein Urlaub stattfindet. Es ist ein Job, wie jeder andere auch. Nur manchmal eben unter Palmen.

Auf die Frage, was Johannes Bloggeranfängern rät, antwortet er, dass Qualität und Authenzität wichtig sind. „Es ist schwieriger als früher, weil es einfach eine große Menge an Blogs gibt.“ Dennoch ist er nicht der Meinung, dass es aussichtslos ist einen Blog zu starten. „Wenn man etwas zu erzählen hat, finde ich es toll das einfach zu tun.“

Johannes muss zum nächsten Termin. Er hat es eilig, denn zu Hause wartet seit kurzem eine ganz besondere, vorerst „Travel Story Hörerin“ auf ihn: Seine kleine Tochter, die erst vor kurzem die große weite Welt erblickt hat. Ursprünglich aus Heidelberg und nun Wahlberliner, kann sich Johannes zwar vorstellen mal im Ausland zu leben, aber eher nur für die Wintermonate. „Ich bin schon viel herumgereist aber es ist auch immer wieder schön nach Hause zu kommen.“

Reisedepeschen.de

Travelepisodes.de

 

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Zum Buch

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