„Ebola hat den Tourismus in ganz Afrika total zerstört“, sagt Agnés Kah, Tourismusbeauftragte Kameruns. Obwohl bei weitem nicht alle Länder Afrikas von der Epidemie betroffen waren, brach der Tourismus im gesamten Kontinent ein. So auch in Kamerun. Doch während die Ebola-Epidemie wieder unter Kontrolle ist, gibt es noch weitere Krisen um Kamerun. Denn das Land ist indirekt von der Präsenz terroristischer Gruppen wie Boko Haram im Nachbarland Nigeria betroffen. Dadurch ist vor allem das Grenzgebiet im Norden Kameruns gefährlich. Das Auswärtige Amt hat deshalb eine Teilreisewarnung ausgesprochen. Um seine Grenze zu Nigeria zuätzlich zu sichern, habe Kamerun mehr als 200.000 Soldaten in die nördlichen Grenzgebiete geschickt. In den letzten Monaten hat sich der Tourismus wieder langsam erholt und erste Touristengruppen sind wieder ins Land gereist. Tourismusbeauftragte Agnés Kah hofft, dass sich die Lage in 2016 noch weiter beruhigen wird und wieder mehr Touristen ihr Heimatland besuchen werden. Besonders traurig findet sie es, dass die meisten Deutschen nichts über die deutsche Kolonialisierung Kameruns wissen. „Alle kennen unseren berühmten Fußballer wie Roger Milla, aber selbst die Gebildeten wissen nichts über unsere Geschichte. Trotzdem zieht sie nach den ersten zwei Tagen auf der ITB in Berlin eine positive Bilanz: „Wir waren sehr, sehr beschäftigt“.

Kameruns Tourismusbeauftragte auf der ITB im Gespräch mit young press

Kameruns Tourismusbeauftragte auf der ITB im Gespräch mit young press

„Ein Massentourismus-Land ist und wird Kamerun jedoch nie werden“, so Kahs Einschätzung. Denn es sei schwer, Tourismus bei den 23 Millionen Kamerunern beliebt zu machen. Viele von ihnen seien der Ansicht, ausländische Touristen kämen immer nur, um etwas von den Einheimischen zu nehmen. Aus diesem Grund sei es sehr schwer, die Einheimischen davon zu überzeugen, dass ihnen der Tourismus etwas bringt.

Diese Einstellung der Kameruner bringt jedoch auch Vorteile für Touristen mit sich, meint Kah, vor allem was die Urpsrünglichkeit und Unverstelltheit der Bewohner angehe: „Die Kameruner warten nicht bis du kommst, um dann für dich zu tanzen, sondern du triffst sie dort beim Tanzen so, wie sie sind“, erklärt Kah.

fep & mlp

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