Sonia Azzali an ihrem Stand „Veneto“

Sonia Azzali an ihrem Stand „Veneto“

Hektisch spricht Sonia Azzali ins Handy und verlangt nach fünf noch fehlenden Mehrfachsteckdosen, die ihr italienischer Stand auf der Internationalen Tourismusbörse ITB dringend benötigt. Parallel notiert sie schnell etwas auf ein Blatt Papier und gibt es an einen ihrer Kollegen weiter. Gleich im nächsten Moment schaut sie auf, lächelt und lässt sich das ganze Chaos und den Stress um sie herum nicht anmerken. Seit 15 Jahren ist Sonia Azzali Standhostess der Region Venezien und fühlt sich dieser Region sehr verbunden. Sie hofft, durch iher Region durch die ITB bekannter zu machen: “Ich habe Freude daran, mit Kunden ins Gespräch zu kommen, sie zu beraten, für Venezien zu werben und neue Kontakte zu knüpfen“. Die gebürtige Mailänderin empfindet ihre Tätigkeit von zehn bis achtzehn Uhr auf der Messe als interessant und aufregend, daher stört es sie auch nicht weiter, dass ihre inoffizielle Arbeitszeit an manchen Tagen bis zu zwölf Stunden am Tag beträgt. Sie weiß, dass das normale Arbeitsbedingungen auf Messen wie der ITB sind und dass die Arbeit bereits weit vor ihrer angefangen hat. Bei ihrem Stand beispielsweise schon rund drei Monate vor Messebeginn. Mehr als 30 Leute waren an der Planung und Umsetzung des Messestandes beteiligt. Dazu gehören zum Einen die Designer, die den Stand sowie die dazugehörige Dekoration entwarfen. Besonders besonders ist dabei die weiße imposante Löwenskulptur auf der rechten Seite des Stands. Sie befindet sich auf einer ebenfalls weiß gestrichenen Erhebung, trägt Flügel zu beiden Seiten und hat den Kopf aufgerichtet, was einen nahezu stolzen Ausdruck verleiht. Direkt hinter der Skulptur lässt sich mit weinroten Buchstaben der Name des venezianischen Stands erkennen: “Veneto“. Geschmückt wird die Wand durch Tannenzweige, die künstlerisch herunterhängen. Sonia Azzali steht mit ihrem Tisch davor, auf dem zahlreiche Flyer und Prospekte liegen. Schaut man an ihrer Schulter vorbei, erhält man durch einen an die Wand angebrachten Plasmafernseher durch Fotos und Videos Eindrücke von der Region.
Links von ihr befindet sich der restliche Stand. Rund 20 Informationstische mit weiteren Hostessen geben hier Auskunft. Betrachtet man den Stand mit all den Feinheiten genauer, erkennt man die viele Arbeit, die dahintersteckt. Aus diesem Grund werden die Elemente meist wiederverwendet, „das hängt jedoch stark von den gegebenen Quadratmetern, der Höhe und weiteren Faktoren der vorhandenen Fläche ab“. Einzelne Objekte der momentan bestehenden Kulisse des Stands auf der ITB werden beispielsweise in absehbarer Zeit auf einer Messe in England wiederzufinden sein.
„Die gesamte Dekoration wird dabei in Italien entworfen und hergestellt“, wie Sonia Azzali sagt. Doch nicht nur die Ausstattung kommt aus Italien, sondern auch die Arbeiter. Dazu zählen die beiden Projektleiter, einige Hostessen und die Handwerker, die den Stand auf – und wieder abbauen. Diese sind bereits sechs Tage vor Messebeginn angereist, um in Schichten von bis zu zwölf Stunden pro Tag den Stand herzurichten. Nach dem Wochenende, an dem die ITB für alle Besucher die Türen öffnet, kommen sie wieder zum Einsatz und werden die Messehalle in den ursprünglichen Zustand bringen.
„Die Arbeit der ITB besteht aus unzähligen Schubladen und jede ist für etwas anderes zuständig“, bemerkt Sonia Azzali. Auch wenn viele Menschen, Ideen und Projekte hinter der ITB stehen, lässt sich das meiste nicht auf den ersten Blick sehen. Die Arbeit auf der Messe ist mit der in der Tourismusbranche vergleichbar, in der die Gäste lediglich das Endprodukt zu sehen bekommen. Wie passend also, dass es sich hierbei um eine Tourismusmesse handelt.

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