P1070294Die satte grüne Landschaft Islands rast vorbei. Scheinbar ohne Hilfsmittel fliegt man gefühlte 100 Meter über dem Erdboden. Hebt man den Kopf, fliegt direkt darüber ein schwarzer Hubschrauber. Links bricht ein Vulkan aus und rechts bietet sich ein beeindruckendes Panorama Islands. Ein kurzer Stopp, doch keine Zeit zum Durchatmen. Nur eine Sekunde später schießen direkt vor der Nase Wassermassen aus einem Loch im Boden und alles verschwindet im Nebel. Schon ist der kleine Ausflug in die Virtualität vorbei. Mit der Oculus Rift Brille wird auf der ITB Berlin ein Zukunftstraum Wirklichkeit, der das Tourismusgeschäft verändern soll.

Das Gerät ähnelt einer überdimensionalen und etwas unhandlichen Skibrille. Setzt man sie auf, sieht man dreidimensionale Videos, die den Eindruck vermitteln in eine anderen Welt einzutauchen. Ändert man die Blickrichtung, ändert sich der Blickwinkel im Video. „Das Video wird mit Hilfe von sechs Kameras gedreht, die in jede Richtung filmen“, erklärt Ryan Patrekur, Geschäftsführer der Kreativagentur RP Media, die für die Fluggesellschaft Icelandair die Videos produziert. „Und anschließend werden die Filme mit einer Software zusammengefügt.“

Auch die Lufthansa bietet dieses Jahr auf der ITB in Berlin Besuchern die Möglichkeit, die Oculus Rift Brille zu testen. Wählen kann man zwischen zwei verschiedenen Szenarien: einem Besuch im Hangar, mit Blick ins Cockpit und den Frachtraum oder einem Flug nach San Francisco. Im Vergleich zur Präsentation bei Icelandair, kann man hier mit einem Controller zusätzlich eine animierte Hand bewegen. Diese hält je nach Szenario einen Salzstreuer, ein Saftglas oder eine Postkarte.

Die Entwicklungsversion wurde vor zwei Jahren veröffentlicht und ist für 500 Dollar zu kaufen. „Die Version, die wir hier auf der Messe präsentieren, ist bereits weiter entwickelt. Zu Kaufen ist sie allerdings noch nicht“, sagt Oliver Göck, Geschäftsführer der Firma 3spin, die die 3D Erfahrung für die Lufthansa entwickelt hat. Zur Zeit wird die Brille in einigen Flugzeugen bereits getestet. Die Fluggäste können das Multimedia-Angebot anstatt über Bildschirme nun per 360 Grad-Ansicht erleben.

Eine weitere Idee ist es, dem potenziellen Kunden direkt im Reisebüro das gewählte Urlaubsziel und auch die Reiseklassen der Lufthansa näher zu bringen. Göck verdeutlicht, dass es bereits die Möglichkeit gibt, mit Smartphone und einer sogenannten Cardboard, einer Art Pappschachtel, die virtuelle Realität selbst zu erleben. Auch vor zehn Jahren war eine digitale Brille schon im Gespräch, die Technik war aber noch nicht so weit, die Idee qualitativ passend umzusetzen. Heute ist die Wissenschaft deutlich weiter und die Entwicklung der 3D-Brillen ist rasant. Bereits in einigen Jahren soll sie für die Konsumenten erschwinglicher sein. In der Umsetzung ist noch Luft nach oben, aber das bisherige Ergebnis ist schon beeindruckend. (haw)

Foto: http://www.facebook.de/lufthansa

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