Redaktionskonferenz. 9 Uhr morgens. Ich habe sie. Endlich. Die Geschichte schlechthin. Davon bin zumindest ich selbst mehr als überzeugt. Auch die Chefin vom Dienst findet sie schließlich gut. Eine Geschichte über die Heartland Brewery in New York City, die auf der ITB Berlin 2015 vertreten ist.

image3Becks, Erdinger, Bitburger und so weiter und so fort, sie alle sind vertreten und an ihren Ständen findet man in der Regel auch zu wirklich jeder Uhrzeit Menschen, die genüsslich alleine oder in der Gemeinschaft ihr Bier trinken. Doch die Heartland Brewery ist irgendwie doch etwas ausgefallener, fast schon exotisch. Aus dem Big Apple stammend, im fernen Berlin zu Besuch, um die eigene Brauerei zu promoten. Das klingt kurios, dass ist meine heutige Top-Story. So definierte ich mir mein Ziel, meine heutige Top-Story, dass ich mir nicht entgehen lassen will, auf dem Weg zur Messehalle 2.2. Eigentlich. Denn laut Messe-Planer und ITB-App und sogar dem eigenen Stand nach, sind sie hier vertreten. Und einen eigenen Stand besitzen sie auch wirklich. Dort sitzen tut allerdings keiner. „Keine Ahnung. Die haben, glaube ich, im letzten Moment die Show abgesagt“, versucht mich Standnachbarin Tara Didi von Smart Destinations aufzuklären – also quasi im wahrsten Sinne des Wortes: nicht ihr Bier. Nähere Informationen? Fehlanzeige! Eine Antwort auf meine fast schon verzweifelt klingende E-Mail an den Geschäftsführer? Fehlanzeige! Schade, weil gerne hätte ich das Heartland Brewery Bier getestet – vorrangig natürlich aus rein journalistisch, investigativen Gründen. Pure „Sensationslust“ also. Denn die Ausgangslage verspricht eigentlich viel um daraus etwas unterhaltsames zu produzieren: kleine Brauerei nimmt auf großer Tourismusmesse teil – tausende Kilometer vom gewöhnlichen Vertriebsgebiet USA entfernt. Warum? Was erhoffen sie sich dadurch? Anscheinend nichts – das ist die einzige Antwort die ich bekommen habe. So ganz ohne Gespräch – nur und ausschließlich durch das Nicht-Erscheinen. Ein Jammer eigentlich, denn das Bier soll wirklich gut sein. Antwortet mir zumindest das Internet. Und so laufe ich weiter quer durch und mit dem hektischen Trubel der ITB, auf der Suche nach einer neuen und zeitgleich einzigartigen Geschichte. Die Zeit rast, der Redaktionsschluss naht. Meine Chefin und das Team sitzen mir im Nacken und drängen auf eine Abgabe. Das mit dem Bier trinken, das muss warten, bis alle Geschichten erzählt sind, sofern ich überhaupt in der Kürze noch etwas zu erzählen finde. Wobei besagt der Volksmund nicht, dass die besten Geschichten erst mit einem Bier anfangen… (mos)

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