Iran-Urlaub boomt – Touristen fürchten den Islamischen Staat offenbar nicht.

Seit Monaten geistern die Nachrichten über den IS durch die Medien und die Organisation verbreitet Angst und Schrecken in der ganzen Welt. Obwohl der Islamische Staat gleich neben dem Iran Terror verbreitet, hat der Tourismus hier in den letzten Jahren einen deutlichen Anstieg erlebt.

IMG_4441„Die Leute sind sehr offen, sie wollen Austausch! Das wird so zu einem wunderbaren Reiseerlebnis.“, sagt der Pressesprecher von Studiosus Dr. Franco Ilic´. Der deutsche Reiseveranstalter bietet derzeit 758 Reisen an, angefangen von Marokko bis Australien sind es um die 100 Länder. Auch in diesem Jahr ist Studiosus wieder auf der ITB Berlin vertreten.

„Beim Iran stellen wir schon seit Jahren fest, dass wir auf dem Wachstumszug sind. Das hat auch mit dem politischen Wandel in dem Land zu tun, weg von Mahmud Ahmadinedschad.“, so Ilic´. Der frühere antiamerikanische iranische Präsident, mit einem Hang zu rechtsextremistischen Aussagen und als Leugner des Holocaust bekannt, war einer der Gründe, warum die Touristen in den letzten Jahren ausblieben.

Auch die internationale Anbindung des Irans hat sich in den letzten Jahren trotz der politischen Lage der Region deutlich verbessert, so zum Beispiel von Turkish Airlines.

Nahid Jafazadeh, Managerin von Touran Zamin, kann jetzt von Angst und Verunsicherung der Touristen nichts spüren. Allein vorgestern hatte die Tour und Travel Company 62 neue Buchungen bekommen. Im Jahr 2014 waren es insgesamt um die 3000.

„Das liegt hauptsächlich daran, dass wir im „Lonely Planet“ aufgelistet sind. Wir sind sehr flexibel und gehen auf unsere Gäste ein“, so die Iranerin.

IMG_4440Rotel Tours, das rollende Hotel, hat die Touren in den Iran nie unterbrochen. Der Iran hat sich touristisch gesehen von der Krise in den Jahren 2009 und 2010 deutlich spürbar erholt. Auch 2015 bietet das Busunternehmen wieder die „große Iran-Rundreise“ an. Zusätzlich wurde sogar ein Sondertermin in diesem Jahr angeboten.

Grund für die Krise sieht der deutschen Reiseveranstalter in der falschen und einseitigen Berichterstattung der Medien. „Es war so, dass der Iran einfach Feind Nummer Eins war. Jetzt hat man das ganze etwas verlagert, jetzt ist es wieder Russland und den Iran lässt man wieder in Ruhe.“, meint Maria Dirkes-Kuhn von Rotel Tours.

Die Einstellungen der Besucher auf der ITB Berlin gegenüber dem Iran als Reiseziel können nicht unterschiedlicher sein. „Ja natürlich! Der Iran ist etwas ganz anderes! Ich würde auf jeden Fall dorthin fliegen.“, so ein Besucher mittleren Alters. Andere Schaulustige auf der weltweit größten Tourismusmesse sehen das ein wenig anders: „Nein auf keinen Fall! Diese ganzen östlichen Länder bereiten mir Angst. Was da immer in den Medien über die gebracht wird.“

Dem Reisejahr 2015 sieht man beim Stand des Iran auf der ITB Berlin sehr positiv entgegen. „Natürlich hoffen wir, dass nichts passiert. Aber der Iran ist eines der sichersten Länder der Welt“, so eine Mitarbeiterin des Iran Tourism Development Corporation auf der weltweit größten Tourismusbörse.

Das Auswärtige Amt für Reisewarnungen hat derzeit auch keine Reisewarnung für den Iran ausgeschrieben. Es wird jedoch geraten sich von Kundgebungen und Demonstrationen fernzuhalten.

 

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