Junge Presse – eine Schreibwerkstatt, in dem es den ganzen Tag über brodelt, Kommas und Reiseprospekte purzeln durch die Gegend. Zu finden ist der „young press“ – Presseworkshop im Pressezentrum der ITB Berlin, in einem der Büros, die nur durch provisorische Trennwände aufgeteilt sind. Dass er überhaupt existiert, ist inzwischen älteren Herren zu verdanken, denn immerhin ist es das 21. Mal, dass junge Nachwuchsjournalisten dieses Jahr recherchieren, texten und seit neuestem auch bloggen. Wolfgang Isenberg, der Direktor der Thomas-Morus-Akdademie Bensberg und Joachim Mohr, damals noch beim Arbeitsamt Bonn, entwickelten dieses Angebot, um jungen Menschen einen Probelauf im Reisejournalismus zu ermöglichen. Und das auf der weltweit größten Reisemesse in Berlin.

Isenberg, der mit seinen strahlend blauen Augen die Teilnehmer beim Schreiben vor den Laptops wohlwollend beobachtet, findet es wichtig, dass die Nachwuchsjournalisten besonders auch den Blick auf die Schattenseiten des Tourismus wagen und sowohl Reiseveranstalter wie auch die Reisedestinationen hinterfragen. Der Gründer von young press findet es wichtig, jungen Leuten die Chance zu geben den beruflichen Alltag von Journalisten zu simulieren und das System Tourismus zu analysieren. Schließlich gibt das Lable „young press“ den jungen Frauen und Männern Rückendeckung auf wichtige Persönlichkeiten und Themen zuzugehen, ist der Direktor der Thomas-Morus-Akademie Bensberg überzeugt.

Eine Schwierigkeit, vor der die Teilnehmer von young press regelmäßig stehen, ist, die Hintergründe einer Story zu entwickeln, so Tobias Asmuth. Heute betreut der erfahrene Journalist den bunten Haufen von 16 jungen Leuten in der young press-Redaktion am anderen Ende des Pressezentrums. Denn jeden Tag greifen Profijournalisten den Teilnehmern während des Presseworkshops auf der ITB unter die Arme. Allesamt haben die Jungredakteure das Problem, dass sich die Themen zunächst offenbar hinter Wolken verbergen. Harte Arbeit ist angesagt, um etwas zu schreiben, was nicht nur gern gelesen wird, sondern auch informiert. Ziellos durch die Messe zu gehen sich von unzähligen Informationen überfluten zu lassen und einfach mal drauflos zu schreiben, sei dabei alles andere als hilfreich. „Es braucht ein klar umrissenes Thema, um sich nicht zu verlieren,“ so Tobias Asmuth. Wichtig ist dabei auch der Gedanke, an wen sich der Artikel richten soll, damit er bei den Lesern auch gut ankommt.

Egal ob es ein Text, eine Radioumfrage oder ein Videoclip werden soll, ein genaues Ziel und die gründliche Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Thema sind die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Bericht. Das weiß auch der ehemalige young press Teilnehmer Marcel Weyrich. Die Erfahrungen im Presseworkshop waren für ihn zwar oft stressreich aber auch sehr informativ, erzählt der Blogger, der inzwischen auf der ITB für seine eigene Website recherchiert und Bericht erstattet.

Früher konnten die Meldungen der young press-Teilnehmer jeden Abend in der Ausgabe des täglichen Pressespiegels der ITB gelesen werden. Ein ziemlicher Stress. Im Zuge der Digitalisierung gibt’s young press seit einigen Jahren nur noch online. Somit hat jeder Messebesucher den neuesten Bericht von young press ummittelbar nach der Schlussredaktion auf seinem Laptop. Dadurch hat sich auch das Angebot auf der Website von young-press.de verändert. Denn die Berichte können jetzt durchaus auch mal etwas länger sein. Hatten früher nur Tourismusfachleute und Messebesucher die Gelegenheit die Artikel von young press zu lesen, kann heute potenziell jeder mit Internetanschluss die Berichte abrufen.

Claudia Hardt kennt die Reisemesse in Berlin schon lange. Vergangenes Jahr hat sie zum ersten Mal an young press teilgenommen Die online-Studentin lebt in Asien und arbeitet dort eigentlich als Pressereferentin unter anderem für ein Hotel. Von young press war sie begeistert. In ihrem Lebensabend will sie eines Tages journalistisch tätig werden.

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