Die Malediven und der verzweifelte Kampf gegen den steigenden Meeresspiegel.

photo 2Das Partnerland der nächsten Internationalen Tourismus-Börse blickt einem ernstzunehmenden Problem entgegen: Die UN prognostiziert, dass der Meeresspiegel bis 2100 um bis zu 50 Zentimeter steigen könnte – für die nur knapp über dem Meeresspiegel liegenden Atolle der Malediven würde dies den Untergang bedeuten. Seit der Jahrhundertwende wird immer deutlicher, dass diese Bedrohungen vom Klimawandel ausgeht und eines unmittelbaren Handelns bedarf. Inselstaaten wie die Malediven drohen zum Atlantis der Neuzeit zu werden, aber trotzdem wirbt das Land auf der ITB unverdrossen weiter für seine Schönheit.

„Die Malediven werden nicht über Nacht untergehen“, sagt Ali Abdulla, der seit sieben Jahren in der Tourismusbranche auf den Malediven tätig ist. Dennoch weiß er: „Wenn wir nicht jetzt etwas unternehmen, dann werden wir in große Schwierigkeiten kommen. Deshalb müssen wir uns darauf verlassen, dass die globale Gemeinschaft klimafreundliche Entscheidungen trifft“. Auch Ahmed Salih, Mitarbeiter des Ministeriums für Tourismus, will, dass jetzt gehandelt wird. Auf den Malediven selbst ist also das Bewusstsein für den Klimawandel schon lange angekommen. Ahmed Sali ist besonders stolz, dass die Malediven sich als eines der ersten Länder an die UN gewandt und somit die Problematik des Meeresspiegelanstiegs auch in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt haben.

Umso überraschender ist es, dass der Inselstaat selbst kaum konkrete Gegenmaßnahmen ergreift. Während Kiribati aufgrund des Meeresspiegelanstiegs schon länger Umsiedlungen in Betracht zieht, sehen die Malediven diesen Schritt hingegen noch nicht als Notwendigkeit an. Auf die Frage hin, ob eine Umsiedlung auch für die Maledivier in Frage kommt, lächelt Ahmed Salih und antwortet: „Ich möchte lieber in meinem eigenen Land leben.“ Deshalb werden Inseln künstlich mit Sand vom Meeresboden erhöht, um so den Wassermassen trotzen zu können. Das Problem lösen können solche Maßnahmen allerdings nicht.

Es scheint nicht viel zu geben, das die Maledivier dem Klimawandel entgegensetzen können. Ali Abdulla gibt seiner Heimat noch 40 bis 50 Jahre, bis das Leben auf den Malediven nicht mehr haltbar sein wird. Die Tage der Malediven sind gezählt und auch ein Umdenken in der Klimapolitik wird deren Untergang vermutlich nicht mehr verhindern können. (her)

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