Debatte am Destination Days: Film Tourismus: Zufall oder Strategie?

Film Tourismus ist heutzutage eine Strategie. Das ist das Ergebnis der Debatte von heute morgen auf der ITB Berlin. Moderatorin war Kirsi Hyvaerinen, Managing Director eines Beratungsinstitut. Als Podiumsgäste geladen waren vier Experten: Olivier Henry-Biabaud, General Manager für TCI (Tourismus Competitive Intelligence) Reserch; Camilla Stephenson, Location Filming Expertin; Doug Lansky, Travel Writer; Matti Allam des Euroscreem Project & Communications Officer.

Henry-Biabaud referiert, dass mehr als 50 Millionen von Touristen aus aller Welt durch einen Film oder eine Fernseher-Serie beeinflusst wurden, ein Land für das erste Mal zu besuchen. Allam bestätigt das: 8 von 10 Touristen fahren in Länder und Städte, wo Filme gedreht wurden. Ob es sich um eine lustige Komödie, ein Fantasy oder eine dramatische Geschichte handele, spiele dabei laut Stephenson keine Rolle. Wichtig sei, dass die Schauspieler sich in realen Orten bewegen.

Viele Menschen, vor allem aber junge Leute lassen sich von Medien aller Arten beeinflussen. Dabei sind Asiaten und insbesondere die Chinesen am meisten „film-sentitive“. Vor allem in der Vorsaison besuchen filmbegeisterte Touristen nach der Studie von Henry-Biabaud die originalen Drehorte.

Island, Schottland und Japan sind die Länder, die am meisten Touristen wegen Filmen und Fernseher-Serie besuchen. Länder wie Italien und Deutschland hingegen, wo oft Film gedreht werden, sind nicht in der Top Ten. Immer wieder wird betont, wie erfolgreich die „Game of Thrones Tour“ in Island für Tour Operators ist. Auch im Neuseeland wurde den Set vom Film „Der Hobbit“ ein Thema-Park für Touristen umgewandelt. Nicht nur große Städte und Länder, sondern auch die kleinsten Dörfer können, so Henry-Biabaud, von der indirekten Werbung eines Films profitieren.

Es gab aber auch sonderbare Fällen von Ländern, die ein anderes Land als Reiseziel promoviert haben. Die Moderatorin erinnert an dem Fall von 007-Casino Royal: die Szenen im Montenegros Casino wurde in der Tat in Tschechien und in London gedreht. Trotzdem fahren viele Touristen nach Montenegro, um das Casino anzuschauen. So stark ist die Anziehungskraft von Filmen.

Professor R. W. Butler hat im Jahr 1990 geschrieben: „Films are not generally produced for attracting tourists […] but tend to influence visitors as a background part of the movie’s message“. Dieser Satz klingt heutzutage naiv. Als die Moderin Stephenson fragt, ob Film-Tourismus Zufall oder Strategie ist, antwortet sie klar: „Es ist Strategie.“ Zur Bestätigung gilt dazu ein Fall vom Jahr 2009. So wurde die letzte Szenen von „New Moon“, zweitem Film der weltberühmten Twilight-Sage in Montepulciano, Toskana, gedreht. Nach dem originellen Buch finden diese Szene eigentlich in Volterra, ebenfalls in der Toskana, statt. Die Entscheidung der Regie verursachte nach dem Corriere fiorentino einige Polemiken nicht nur bei den Fans sondern auch zwischen den zwei Dörfern. Grund dafür war der Verlust von vielen Besucher und Touristen in Volterra. (mam)

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