Titelbild_Olympia KopieNur noch 16 Tage, dann gibt der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) die Stadt bekannt, die sich stellvertretend für Deutschland für die Olympischen und Paralympischen Spiele bewerben darf. Auf der ITB rufen die beiden Kontrahenten Hamburg und Berlin zum letzten Showdown. Stellvertretend für sie stehen im Ring: Christian Tänzler, Pressesprecher von visitBerlin, und Sascha Albertsen, Leiter der Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit von Hamburg Tourismus GmbH.

Christian Tänzers Lieblingswort: Hauptstadt – gern in Zusammenhang mit Bonus und Erfolg. Damit sollte Berlin die Olympischen Spiele 2024 eigentlich schon in der Tasche haben. Doch Sascha Albertsen setzt auf die Entwicklung der Hansestadt Hamburg, die in den letzten Jahren einen wahren Reifeprozess vollzogen habe. Für die Bewerbung soll mal eben das schöne Norddeutschland im Ausland bekannt gemacht werden. Hamburg will ein Image im Ausland aufbauen, Berlin will seins verbessern. Die Olympischen Spiele und Berlin – irgendwas war da doch schon 1936. Egal, ein bisschen Imagepolitur und in den Köpfen prangt nur noch eine Zahl in Kombination mit Berlin: 2024. Christian Tänzler: „Olympia soll dieses Mal das Bild des trendigen, aufstrebenden Berlin präsentieren!“. Hamburg kontert mit überraschend – dem gleichen: Spaß, Offenheit und multikulturelle Atmosphäre. Diese einmalige Idee hatten auch schon Peking, London, Athen und Sydney.

„In der Elbestadt muss nicht mehr viel gemacht werden“, sagt Albertsen. Okay, ein Olympiastadion und eine neue Schwimmhalle müssen noch gebaut werden. Egal, gelassen beißt Sascha Albertsen in seine Banane. In Berlin gibt es dieses Olympiastadion schon. Zwar müssen noch ein paar Sachen verbessert werden, doch Christian Tänzler sieht das alles ganz locker: „Die Spiele haben für den Austragungsort immer einen Vor-, Während- und Nacheffekt“. Vorher strahlt die Stadt, trotz negativer Stimmen, die einfach abgeschaltet werden. Während der Spiele gehen positive Bilder um die Welt. Das Klischee der guten Laune wird bestätigt, das „Wir-sind-alle-eine-große-Familie“-Syndrom gelebt. Nachher ist der Austragungsort als Reiseziel gefragter denn je. Große Veränderungen gäbe es dann zumindest für Berlin nicht – Touristenströme sind hier Tagesordnung. Hamburg tüftelt noch an der Hotelinfrastruktur, der Verkehrsinfrastruktur und der Internationalisierung – theoretisch sind Berlin und Hamburg also gleichauf, findet zumindest Albertsen.

Am wichtigsten ist natürlich eine ganz neue Idee, die „Nachhaltigkeit“. In Hamburg setzt man auf Eleganz und Geschäftliches – die Neubauten sollen nach den Spielen als Kongresszentren fungieren. Berlin bleibt bodenständig – so viele Menschen wollen nach Berlin, da werden die Neubauten nachher einfach zu Wohnungen umgewandelt. Es kann also nichts mehr schief gehen. Die Parole „Feuer und Flamme für die Spiele in Hamburg“ lässt keine Zweifel mehr und auch Berlins Slogan „Wir wollen die Spiele!“ ist ein wahrer Motivationsschrei. Die Olympischen Spiele müssen nach Deutschland kommen! (kig)

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