Die Gili-Islands in Indonesien werden von Jahr zu Jahr populärer. Können sie dem steigenden Strom an Besuchern standhalten?

Die Gilis sind seit einigen Jahren ein Geheimtipp unter Backpackern in Indonesien. Die Inseln Gili Meno, Gili Air und die bekannteste Insel, Gili Trawangan, bilden ein kleines Archipel zwischen Bali und Lombok. Die einzigartige Fischwelt beim Schnorcheln beobachten, auf Wellen reiten oder im Strandcafé direkt am Wasser sitzen sind nur ein paar wenige Highlights, die man auf Gili Trawangan erleben kann. Auch sehr entspannend: Auf den kleinen Inseln gibt es weder Autos noch Motorräder. Einheimische Indonesier bieten ihre Taxidienste mit der Pferdekutsche an und mit dem Fahrrad kann die Insel in etwa 90 Minuten umrundet werden. Immer mehr Touristen reisen von den benachbarten Inseln Bali und Lombok an.

Die Gefahr besteht aber jetzt, dass der Charme, den die Inseln zu bieten haben, mit der wachsenden Touristenzahl verloren geht.

Denn in den letzten Jahren schossen Hotels und kleinere Unterkünfte förmlich aus dem Boden und an den traumhaften Stränden machten sich Bars, Cafés und Stranddiskotheken breit. „Unser Tourismus verändert sich zur Zeit sehr stark“, sagt Agustini Rahayu, die stellvertretende Direktorin der internationalen Tourismusförderung für Indonesien in Europa. Ihr Land ist laut Rahayu gut auf die vielen Menschen, die jedes Jahr nach Indonesien kommen, vorbereitet. „Die Natur ist wichtig für uns. Wir haben ein Konzept zu nachhaltigem Tourismus entwickelt, nach dem keine Hotels mehr gebaut werden, wenn es der Attraktivität des Standpunktes schadet.“

Die drei Hauptpunkte dieses Plans, die erfüllt werden müssen, sind: Erreichbarkeit, Attraktivität und Unterbringung. Nach ihnen wird der zukünftige Tourismus orientiert. „Diese drei Punkte“, sagt Rahayu, „müssen miteinander übereinstimmen. Wenn die Inseln zu sehr mit Unterkünften verbaut sind, leidet die Attraktivität darunter. Deshalb“, fügt sie hinzu, „sollen jeweils nur so viele Hotels gebaut werden, wie wir denken, dass sie den Menschen und der Natur nicht schaden. Die Menge der Touristen, die die Inseln besuchen hat eine Grenze.“

Wie genau dieses Grenze definiert wird, dafür gibt es noch kaum Konzepte. Noch weniger, wie der Strom dauerhaft reguliert werden soll. Die Inseln bieten den Touristen scheinbar, was auf Bali inzwischen oft vermisst wird. Ruhe, Entspannung und das unbegrenzte Gefühl von Freiheit. Das Problem, dass die Inseln in Zukunft vielleicht bedroht sein werden, besteht also weiterhin. Aber erst die Entwicklung in den nächsten zehn Jahren wird zeigen, ob das nachhaltige Tourismuskonzept greift. Einen Anfang macht ein Projekt, dass die durch Dynamitfischen zerstörten Riffe wieder renaturieren soll. (haw)

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