„Das Goldene Stadttor“ auf der ITB Berlin ist weltweit die Nr. 1 in touristischen Filmwettbewerben. Dass dessen Preisverleihung der Bedeutung dieses Wettbewerbs entspricht, ist aber absolut falsch. Es ist eine lange, chaotische und durchaus informelle Zeremonie, die offensichtlich weder die Organisatoren noch die Teilnehmer interessiert. Wichtiger scheint hier das schöne Foto auf der Bühne mit dem Preis in der Hand. Das ist unhöflich gegenüber dem Publikum, das freiwillig fast zwei Stunden seiner Zeit für diese Preisverleihung geopfert hat. Als endlich der Gewinnerfilm auf die Wand projiziert wird, fragt sich der arme Zuschauer ernsthaft: „Warum war ich denn hier ?“. Alle reden, trinken und lachen. Niemand würdigt den Film eines Blickes, auch nicht die Autoren.

Glücklicherweise ist die Qualität des Gewinnerfilms wesentlich besser als die der Preisverleihung. Da während der Zeremonie nur winzige Abschnitte aus den Filmen der anderen Konkurrenten gezeigt werden, kann man sich kein eigenes Bild machen, ob die Gewinner den Preis wirklich verdient haben.

Der Gewinnerfilm zeigt in drei Minuten die natürlichen Sehenswürdigkeiten von Bangladesch und seine Traditionen. Protagonist ist ein Junge mit blauen Augen, der ganz klar aus Europa kommt. Er bewegt sich durch das Land und wird immer mehr von dessen Schönheit begeistert. Er trifft verschiedene heimische Bewohner, die ihn herzlichst empfangen und in ihrer Lebensweise einführen. Als dann der Junge wieder heimfährt, gibt ihm ein kleines Mädchen einen Strauß und einen kleinen Brief zum Abschied. Nicht besonders originell. Etwas neues aber hat dieser Werbefilm: der junge Europäer wird nicht nur als Gast, sondern auch als ein einheimischer Bewohner behandelt. Das gibt es selten in touristischen Filmen.

Die technische Qualität des Videos ist gut. Die Bilder fließen harmonisch hintereinander, ohne dass der Film langweilig wirkt. Die Einstellungen sind perfekt und der Zuschauer kann sich eine gute Vorstellung der Landschaften von Bangladesch machen. Die Belichtung ist einwandfrei, auch wenn eine Szene am späten Nachmittag gedreht wird kann man die Figuren und die Farben gut erkennen. Die Darsteller sind expressiv und ausdrucksstark.

Über die kulturellen Sehenswürdigkeiten von Bangladesch erzählt der Film aber überhaupt nicht. Man hat am Ende des Filmes kaum Ahnung, was es außer der Natur und der Bewohner in Bangladesch zu sehen gibt. Schade, da das Land auch eine große Auswahl an Tempeln zu bieten hat. (mam)

Eine Filmkritik von Margherita

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