Wie Brasilien sich auf die Olympischen Spiele vorbereitet und was Rio de Janeiro aus der WM lernen kann

image1„Es war eine wirklich, wirklich unglaubliche Erfahrung für uns alle“, schwärmt Marcelo Carraresi, der General Sales Manager vom Unternehmen Planeta Brazil Incoming, auch acht Monate nach der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien von dem Großereignis in seinem Heimatland. Innerhalb kurzer Zeit wird Brasilien das Land sein, auf das die ganze Welt gebannt schauen wird, denn in knapp anderthalb Jahren beginnen die 31. Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro. „Wir hoffen, dass die Olympischen Spiele genau so gut werden für uns oder sogar noch besser“, erklärt Carraresi, räumt aber im selben Atemzug ein, dass Weltmeisterschaft und Olympiade sehr unterschiedlich zu organisieren sind. „2014 hat sich alles auf zwölf Städte und Stadien verteilt, 2016 hingegen finden 90% der Olympischen Spiele in ein und derselben Stadt statt.“, erläutert der aus Rio stammende 25-Jährige den fast schon logisch erscheinenden grundlegenden Unterschied zwischen beiden Sport-Veranstaltungen. „Bei der WM ging es vor allem darum, wie die Klienten, die bei uns aus Fans, TV-Menschen und Funktionären bestanden, via Charter-Flugzeug von einem Ort zum anderen transportiert werden. Nun verlagert sich das Ganze auf den Boden-Transport. Außerdem erwarten wir deutlich mehr Familien mit Kindern als noch bei der WM.“ Mit rund einer halben Millon Besucher aus dem Ausland wird gerechnet – das Doppelte an Schaulustigen kommt dazu nochmal aus Brasilien selbst angereist. Insgesamt also 1,5 Millionen Touristen in drei Wochen.

Doch wie schaut es mit der Sicherheit aus in der Zehn-Millionen-Metropole Rio? „Der Begriff „Favelas“, ist international bekannt. Jedoch sollten die Touristen wissen, dass die Regierung natürlich besonders für ihre Sicherheit und Schutz zu Olympia mehr Polizei auf die Straße schicken wird“, versucht der begeisterte Fußball-Fan Carraresi bei dem heiklen Thema zu besänftigen, „und bereits seit fünf bis zehn Jahren versucht die Politik mit Hilfe der Polizei Kontrolle in den Favelas zu bekommen, was auch immer besser funktioniert.“

Ist alles also wunderbar, sodass friedlichen Spielen nichts mehr im Wege steht? „Nicht alles ist wunderbar, wir haben ein fürchterliches Problem mit Korruption in Brasilien.“ Doch was hält die eigene Bevölkerung von dem Sport-Spektakel? „Solche Veranstaltungen sind sehr gut für das Land und die jeweilige Stadt in Bezug auf Tourismus und internationale Investitionen. Wichtig ist nur, dass die Regierung diese Investitionen dann an den richtigen Stellen einsetzt, wie Bildung, Gesundheitswesen oder Sicherheit. Nachhaltigkeit ist wichtig. Und das war meiner Ansicht nach bei der WM 2014 nicht der Fall“, stellt Carraresi ernüchtert fest. Die derzeitige Stimmung an der Copacabana und im Volk beschreibt er als überwiegend gespannt und erwartungsfroh.

Marcelo Carraresi hat bis zur Eröffnungsfeier am 05. August 2016 noch viel vor. In Madrid, London und nun Berlin, bald in Doha, Dubai und Frankfurt – auf der ganzen Welt macht er im Namen seines Unternehmens Werbung für die Olympischen Spiele und irgendwie auch für sein Heimatland Brasilien. „Ich bin fanatisch nach Fußball und dies ist die zweite sportliche Großveranstaltung für mich und mein Land“, schließt der glühende Sportfan das Gespräch und macht sich auf, die Welt mit seiner Begeisterung für Olympia 2016 zu infizieren. (mos)

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