Wer ein Hotel bucht, möchte sich im Vornherein über die Unterkunft informieren, um das richtige Hotel für die eigenen Ansprüche zu finden. Beliebt ist hierbei die Faustregel „Drei Sterne Minimum“, doch wie werden diese Sterne eigentlich vergeben und was verbirgt sich hinter diesem Klassifizierungssystem?

Die Richtlinien speziell für die Hotelsterne werden in Deutschland von der DEHOGA vergeben. Anhand ihres Kriterienkatalogs teilen Prüfer auf Anfrage der Hotels oder Gästehäuser diese in das Sternesystem ein. Die Einordnung erfolgt gegen einen Beitrag zwischen 160 und 800 Euro. Ein Stern steht für die niedrigste Kategorie und fünf Sterne die höchste. Für einen Stern benötigt das Hotel unter anderem ein Bad mit Dusche und WC auf dem Zimmer, die fünf Sterne Unterkunft braucht auch einen Roomservice und eine personalisierte Begrüßung.

Laut dem Statistikprogramm Statista gibt es in Deutschland rund 55.000 Beherbergungsbetriebe, jedoch nehmen davon nur 16 Prozent an der Hotelklassifizierung teil. Hier schließt sich auch gleich das erste Problem an, teilt eine Mitarbeiterin der Deutschen Hotelklassifizierung mit. Die von ihr vergebenen und genormten fünfzackigen gelben Qualitätssterne können nicht zu hundert Prozent geschützt werden und so muss der Bundesverband immer wieder gegen Betriebe ankämpfen, die an sich selbst Sterne vergeben. Der Online-Riese booking.com zum Beispiel akzeptiert nur die von der DEHOGA vergebenen Sterne. Alle anderen Anbieter werden mit Punkten von eins bis fünf, welche auf Erfahrungswerten oder Selbsteinschätzungen basieren, bewertet. Durchgesetzt hat sich in letzter Zeit vor allem auch die Kundenbewertung von Hotels im Internet. Erfahrungsberichte und Bewertungen in verschiedenen Kategorien werden von den Kunden nach ihrer Reise abgegeben und können Interessenten im Vorfeld ihrer Reisebuchung durchaus weiterhelfen, sich ein Bild von der Anlage zu machen. Jedoch ist hier zu beachten, dass diese Bewertungen sehr subjektiv sind und nicht auf genormten Anforderungen basieren.

Neben dem Sternesystem gibt es zahlreiche andere Klassifizierungsarten, aber es ist für Reisende noch schwer ersichtlich, wie die Unterkunft einzuschätzen ist, da die Bewertungskriterien schwer ersichtlich und kaum zu vergleichen sind, nur wenige Hotels überhaupt den anerkannten Klassifizierungssystemen beitreten. Zudem gibt es schwarze Schafe unter den Hotels, die zum Beispiel Kundenbewertungen fälschen und selbst abgeben.

Laut Aussage des Deutschen Tourismusverbandes sei man zwar an einer Einigung interessiert und darum auch bemüht, diese herbei zu führen. Bis jetzt scheiterte es aber stets an den Eigeninteressen der unterschiedlichen Verbände und Organisationen. Die Einigung der Klassifizierungsorganisationen wird sich deshalb voraussichtlich noch weiter hinauszögern und damit fehlt die Klarheit und Transparenz für die Reisenden. Kunden fahren am sichersten, wenn sie sowohl Online Bewertungen und Erfahrungsberichten als auch die offizielle Sternen-Klassifizierung, falls diese vorhanden sind, für ihre Hotelbuchung heranziehen. Die Sterne beziehen sich nämlich hauptsächlich auf die Ausrüstung und das Serviceangebot der Unterkünfte. Zur Information über Sauberkeit, Freundlichkeit des Personals und Lage des Hotels, lohnt es sich, die Berichte und Bewertungen anderer Reisegäste zu lesen. (caf)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s