Kamerun ist ein mit Kultur und Naturschätzen gesegnetes Land. Doch der Tourismus leidet unter den Krisen in den Nachbarländern.

Waldelefanten, Gorillas, Bongo-Antilopen: Kamerun verfügt über einige der artenreichsten Nationalparks Afrikas. Darüber hinaus ist es kulturell so reich wie kaum ein anderes Land auf dem schwarzen Kontinent. Doch seit der Krise in der Zentralafrikanischen Republik und dem Konflikt in Nigeria bleiben die Touristen fern. 2011 besuchten noch 670.000 Reisende das Land, drei Jahre später schrumpfte die Zahl um fast ein Drittel.

Agnès Kah, Vertreterin des kamerunischen Fremdenverkehrsamts in Deutschland und Geschäftsführerin des Reiseveranstalters Loewen Touristik, bekommt den massiven Buchungsrückgang deutlich zu spüren. 2012 organisierte sie noch Reisen für 17 deutsche Reisegruppen, 2014 waren es nur noch vier. Besuchten damals noch 6.000 Deutsche das Land, sind es jetzt nur noch wenige hundert. „In Europa festigt sich der Eindruck, das ganze Land sei gefährdet. Dabei ist Kamerun fast zweimal so groß wie Deutschland und die Stadt Ngaoundéré ist ungefähr 2.000 Kilometer vom friedlichen Süden entfernt.“

Deshalb hat Kah alle ihre Touren, die sie unter anderem für Reiseveranstalter wie Dertour, Ikarus Tours und Hauser Exkursionen organisiert, in den Süden verlegt. Regenwälder, eine bunte Tierwelt und der Kamerunberg, der höchste Berg Westafrikas mit 4095 Metern, sind nur einige Beispiele für die Vielfalt des Landes. Des Weiteren bekommt man im Süden Kameruns direkten Einblick in die Kultur der Pygmäen. „Außerdem“, sagt Kah, „ist Kamerun wegen der Relikte der 30-jährigen deutschen Kolonialzeit auch für Deutsche interessant. Bis zu 80 Prozent unserer architektonischen Sehenswürdigkeiten stammen aus dieser Zeit.“

Loewen Touristik arbeitet bei seiner Einschätzung der Sicherheitslage eng mit dem Auswärtigen Amt zusammen. Auch wenn sie es gerne täte, die Situation beschönigen kann Kah nicht. Aber sie ist zuversichtlich. „Kamerun ist politisch seit Jahren stabil. Die Regierung tut enorm viel dafür, um Boko Haram aus dem Land zu bekommen. Bis Mitte des Jahres wird Boko Haram Geschichte sein“, ist sich Kah sicher. Wenn ihre Aussagen zutreffen, könnten Kameruns Gorillas bald wieder in die Kameras von Touristen blicken. (haw)

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