IMG_4363Am ersten Tag der ITB heißt es Sehen und Gesehen werden. Visitenkarten wechseln ihre Besitzer, Aussteller verteilen Goodiebags und tausende Hände werden geschüttelt. Die Internationale Tourismus Börse in Berlin geht in die 49. Runde.

Es wurde noch bis zur letzten Minuten gearbeitet. Gestern Abend war noch alles im Aufbau voller Staub und Kisten und selbst heute um 9 Uhr als die Türen öffneten, wurden noch die letzten Handgriffe gemacht. „Der letzte Schraubenzieher wurde erst um 10 Uhr während des Rundgangs niedergelegt“, so eine Mitarbeiterin der Pressestelle der ITB. Die ersten Besucher stört das nicht. Bereits ab dem Öffnen der Türe strömen sie in großen Gruppen in die Hallen – an den manchen Rolltreppen staut es sich.

Im 10 Minutentakt bringt die S-Bahn 5 Besucher- und Aussteller zur Station Messe Süd. Männer und Frauen meist mittleren Alters in mehr oder weniger sitzenden Anzügen und billigen Schuhen drängen aus den Wagonen. In zügigen Schritten bewegt die Masse wie ferngesteuert Richtung Messehalle. Ausweise baumeln auf blauen und roten Bändern um ihre Hälse. Die Hostessen sind gut koordiniert und am ersten Tag noch motiviert. „ Das lässt natürlich nach“, sagt eine 25-jährige Studentin, die nicht genannt werden will und schon zum fünften Mal die tägliche Messezeitung an die Vorbeieilenden verteilt.

IMG_4352Der Geruch von Holz, billigem Plastik und neuen Teppichen liegt in der Luft. Die Besucher in Anzügen in gedeckten Farben werden kontrastiert von zahlreichen bunt schillernden Gestalten in traditionellen Gewändern aus nahezu jedem Land der Welt. Besucher und Aussteller tauschen im Sekundentakt Visitenkarten und Broschüren aus. Die ITB Berlin ist eine Pflichtveranstaltung in der Tourismusbranche, scheinbar kennen sich die meisten schon seit Jahren. „Es ist fast wie ein Klassentreffen“, sagt einer der deutschen Aussteller und schlägt dabei lachend einem der Standbesucher auf die Schulter. Dieser kommt von einem namhaften Reiseunternehmen und ist auch jedes Jahr hier.

Alles was Rang und Namen in der Tourismusbranche hat, scheint in der ersten Märzwoche hier am Messedamm 22 zu sein. So auch die Reisebloggerin Christine Neder von „Lilies Diary“. „Der erste Fan!“ lacht sie. Sie sitzt gemütliche und entspannt in einem Strandsessel und schaut sich das Gedränge von der Ferne an. Erstaunlich wenig Menschen drängen sich um eine der berühmtesten Reisebloggerinnen. Was daran wohl daran liegt, dass sie selbst als Besucher hier ist.

IMG_4378Auffallen im Trubel ist hier Devise: Bunte Farben und grelle Lichter von verschiedenen Lichtinstallationen setzen viele Stände in Szene. Trommelmusik ertönt zum Beispiel vom Sri Lanka Stand, wenn man die Halle 25 betritt. Der beruhigende Rhythmus der Trommeln, der aus einem IPod abgespielt wird, lässt die Messebesucher ein wenig langsamer laufen. „Trotzdem nervt die Musik auf die Dauer“ sagt der Mitarbeiter am Nachbarstand. „Fünf Tage lang – da braucht man schon Nerven wie Stahl“. Der Stand mitten im Raum fällt auch aus anderen Gründen sofort ins Auge. Jeder schaut neugierig auf die Masseure und Schnitzer. Vor ihnen ist eine Lichtinstallation, die türkisfarbenes Wasser imitiert und damit einen Pool darstellen soll. Dahinter das gleiche mit einer beeindruckenden Unterwasserwelt. Fische in pink, blau und gelb schwimmen herum.

Der Geruch von asiatischen Essen aus den Essensständen zwischen Halle 25 und 26 steigt in die Nase und macht hungrig. Die heiße und trockene Luft bereitet dem einen oder anderen aber auch ein wenig Kopfschmerzen. „Mein Gott – ich bekomme Migräne“, murmelt eine Frau Mitte 40 verärgert zu ihrem Begleiter.

Aus jeder Ecke hört man Menschen in einer anderen Sprache diskutieren und sprechen. Viele Leute ziehen Koffer durch die Gegend und Kellner schlängeln sich auf den Gängen zwischen den Hallen und bei Restaurants an den Messebesuchern vorbei.

Als offizielles Partnerland steht die Mongolei im Fokus der diesjährigen Messe. In der Halle Nummer 26 ist hier deswegen der Trubel besonders groß. Hunderte Journalisten drängen sich schon um 10 Uhr vormittags mit Kameras und Mikrophonen um den Stand.

IMG_4369So voll es auf der einen Seite der Halle 26 bei der Mongolei ist, desto leerer ist es auf der anderen. Freie Flächen auf denen nur zwei einsame Tische stehen. Offensichtlich ist doch noch nicht alles fertig aufgebaut. Aber schließlich ist erst Tag eins und wer weiß, was dort noch in der restlichen Woche passiert.

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