„Ich kann mir keinen cooleren als meinen Job vorstellen“, erzählt Reisebloggerin Laurel Robbins von monkeysandmountains.com bei ihrem Vortrag auf der ITB Berlin zum Thema „Mythen und Realität- Wie ist es ein Reiseblogger zu sein?“. Der Beruf des Bloggers werde zwar immer beliebter, die Arbeit dahinter aber meist unterschätzt.

Laurel Robins

Laurel Robins

„Blogger“ – ein Beruf, der in Deutschland nicht rechtlich geschützt ist. Mit zwei, drei Klicks kann jeder einen Blog ins Internet stellen und dort über beliebige Themen berichten. Das führt inzwischen allerdings dazu, dass das Netz mit Blogs übersät ist, die ohne jegliche journalistische Kenntnisse und roten Faden geführt werden. Auch Reiseblogs gibt es mittlerweile immer mehr. Gering ist dagegen der Anteil der professionell geführten Reiseblogs, die sich einer großen Leserzahl erfreuen und noch geringerer der Teil der Reiseblogger, der seinen Lebensunterhalt damit bestreiten kann. Wer von dem Alltag eines Reisebloggers erwartet, dass sein Büro die Welt ist, der täuscht sich. Wie schwer es ist, als Blogger Fuß zu fassen, zeigt sich auch auf der ITB. Bei der Akkreditierung der Presse, wird ein großer Unterschied zwischen Journalisten und Bloggern gemacht. Während bei Journalisten ein Presseausweis den Zugang zur Messe und dem Pressebereich öffnet, ist bei Bloggern die Zahl stark begrenzt und jeder Blog wird einzeln nach Kriterien, wie Leserzahl oder Themen geprüft.

Wir waren auf der Messe unterwegs, um von den Bloggern direkt zu erfahren, was es bedeutet Reiseblogger zu sein.

„You don’t eat, you post a photo of your food.“

Laurel Robbins hat vor 4 Jahren angefangen für ihren Blog monkeysandmountains.com zu schreiben. Sie kann sich keinen cooleren Job vorstellen, aber der Weg dahin war auch für sie nicht leicht.
Für Laurel zeichnet ihr Blog sich durch die sehr persönliche Note aus. Ihr Titel „Monkeys and Mountains“, setzt sich aus zwei ihrer Leidenschaften zusammen. Ursprünglich hat sie Primatologie studiert und verbringt fast jedes Wochenende in den Bergen. Dem sehr persönlichen Einfluss und der Liebe zur Wildnis verdankt sie ihre zahlreichen Follower.
Eigentlich kommt Laurel aus Kanada, wollte aber irgendwann ihr Leben ändern, zog nach Deutschland und startete dann ihren Blog. „Ich dachte ein Reiseblog könnte cool sein und es wäre ganz einfach. Da habe ich mich aber getäuscht“, sagt Laurel.
Sie führt neben der Arbeit als Blogger noch ein Social-Media Unternehmen, kann aber mittlerweile von ihrem Blog leben. „ Am Anfang hatte ich nur zwei Leser und nicht einmal meine Freunde haben sich für meinen Blog interessiert“, sagt sie.

„Wenn man fürs Fallschirmspringen auf Mauritius bezahlt wird, ist das schon geil.“

Melvin Böcher

Melvin Böcher

Melvin Böcher von traveldudes.org, sieht sein Unternehmen als „Facebook des Reisens“. Traveldudes ist kein klassischer Blog sondern eine „Community for Travelers“, auf der man Tipps und Geschichten zum Thema Reisen finden aber auch selbst schreiben kann. Bevor Melvin vor circa 10 Jahren in Neuseeland mit Traveldudes begann, arbeitete er als Reiseverkehrskaufmann. „Damals wussten wir noch nicht, was ein Blog ist“, sagt Melvin, der sich heute keinen schöneren Beruf vorstellen kann. Melvin hat auch nach dem Start der Seite weiterhin in einem Reisebüro gearbeitet, seit zwei Jahren kann er nun von seinem Blog leben. „Wenn man davon leben will, reicht es nicht nur für den Blog zu schreiben. Wichtig sind Marketing und PR“, erzählt er. Dass das Leben eines Reisebloggers nicht nur aus Reisen besteht, wird im Gespräch schnell klar. Alles sei mit extrem viel Arbeit verbunden, aber „Wenn man fürs Fallschirmspringen auf Mauritius bezahlt wird, ist das schon geil.“

„Es ist ganz spannend nicht zu wissen, wie man in einem halben Jahr sein Geld verdient.“

Yvonne Zagermann

Yvonne Zagermann

Yvonne Zagermann ist eigentlich Fernsehredakteurin und hat vor drei Jahren ihren Blog justtravelous.com begonnen. Da sie das Gefühl hatte,dass der deutschsprachige Raum 2011 noch nicht wirklich an Reiseblogs interessiert sei, startete sie ihren Blog auf Deutsch und Englisch, das sicherte ihr auch internationale Leser. „Mittlerweile kommen die meisten meiner Leser allerdings aus dem deutschsprachigen Raum“, erzählt sie. Das Besondere an ihrem Blog seien die ungewöhnlichen Berichte „und dass ich glaube ich manchmal ganz lustig bin“. Yvonne kann finanziell von ihrem Blog leben, verdient aber auch zusätzlich durch Videoproduktionen und den Verkauf von Fotos. „ Es ist ganz spannend nicht zu wissen, wie man in einem halben Jahr sein Geld verdient“, sagt sie. Die Zeit, die Yvonne im Ausland und in Deutschland verbringt hält sich ungefähr die Waage aber auch wenn sie privat Urlaub macht, hört die Arbeit als Reiseblogger für sie nie auf. (luk)

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