Was sich die Freiwilligen erhoffen und was sie bewirken können

„Während meines Freiwilligendienstes stand auf jeden Fall das Reisen im Vordergrund“, sagt Pauline, die nach ihrem Abitur ein Jahr in Thailand verbrachte. Der Studentin war damals wichtig, dass keine Lücke in ihrem Lebenslauf auftaucht und eine organisierter Freiwilligendienst, versprach eine gewisse Sicherheit.

Was können die Freiwilligen erreichen? Um diese Frage zu beantworten, muss man das Bild des Freiwilligen erst einmal neu definieren. Freiwillige sind keine Entwicklungshelfer, das nimmt jedoch sowohl die Öffentlichkeit, wie auch die Freiwilligen selbst fälschlicherweise an. „Ein junger Freiwilliger kann keine Schule bauen. Dafür gibt es große Organisationen, die über Jahre dort sind und erfahrene Leute bei sich haben. Das sind Fachleute, keine Jugendlichen“, sagt Jan Ritzmann von den Internationalen Jugendgemeinschaftsdiensten (IJGD).

Für viele scheint das soziale Engagement während ihrer Reise jedoch nur ein positiver Nebeneffekt zu sein. Es geht um Abenteuer, Selbstverwirklichung und die neu gewonnene Freiheit nach der Schule. Das ist der sogenannte „Voluntourismus“.
Da stellt sich die Frage, wieso viele die Reise trotzdem mit mit einem Freiwilligendienst verbinden. Die soziale Tätigkeit beruhigt das Gewissen und birgt natürlich zahlreiche Vorteile. Alleine in ein fremdes Land zu gehen ist als junger Mensch nicht leicht, da verlässt man sich gerne auf eine Organisation, die sich um Anreise, Unterkunft und Verpflegung kümmert – bestenfalls mit finanzieller Unterstützung.

Freiwillige ersetzen keine Entwicklungshelfer und von ihnen zu erwarten einen Brunnen zu bauen ist unrealistisch. Da sie sich jedoch selbst für den Freiwilligendienst entscheiden, wird ein gewisses Verantwortungsbewusstsein und produktive Mitarbeit vorausgesetzt.
„Es geht um dich, um den Freiwilligen. In Ihm verändert sich etwas und auch das kann das Ziel sein“, sagt Jan.
Zwar sei eine Veränderung durch den Freiwilligen oft gar nicht sichtbar, bei der Arbeit mit Menschen ginge es aber darum, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. „Vielleicht hat man jemanden inspiriert, oder Kinder weinen beim Abschied. Dann weiß man, dass man die Menschen erreicht hat und das ist oftmals wichtiger als handwerkliche Arbeit“, erzählt Jan.

Die Freiwilligen sind keine Weltretter, aber wem nutzt das bisschen Engagement?(luk)

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