Ungarisches Parliament an der Donau in Budapest Foto: nicko tours

2013 war ein schweres Jahr für die Anbieter von Flusskreuzfahrten. Die Buchungszahlen waren rückläufig. Langandauerndes Hochwasser und der Streik der Schleusenwerter machten den Veranstaltern zu schaffen. Auch die in der Zwischenzeit für eine breite Masse erschwinglich gewordenen Hochseereisen nehmen den Flussreisen spürbar Klientel weg. TUI stellt offenbar ab 2016 sein Flusskreuzfahrtenprogramm komplett ein.

Für dieses Jahr blicken die Anbieter dennoch positiv in die Zukunft. Um sich im wettbewerbsstarken Flusskreuzfahrtmarkt zu behaupten, wollen sie mit immer neuen Themenreisen und Angeboten für spezielle Kundengruppen ihr Geschäft machen.

Regina Schudrowitz, Marketingleiterin von TransOcean, sieht die Chance für ihr Unternehmen in längeren Aufenthalten in den Städten: „Wir sind schon morgens in den Häfen. Der Reisende hat Zeit, Land und Leute zu erkunden. Mit längeren Liegezeiten sehen wir uns in einem Nischenmarkt.“ Mit dieser Strategie hat TransOcean nach eigenen Angaben die Herausforderungen des letzten Jahres gut überstanden. Für 2014 erwarten sie sogar eine Steigerung von 35-40 Prozent.

Klassische Familienunternehmen wie Lüftner Crusies aus Österreich setzen dabei auf Individualität für Kunden mit gehobenen Ansprüchen. „Das Flusskreuzfahrtgeschäft steigt und wir bauen unsere Flotte aus. 2015 stellen wir eine neues Schiff in Dienst, das auf Rhein und Donau fahren wird. Wir erweitern ständig unsere Produktpalette“, erklärt Romana Bischhofer von Lüftner Reisen. Auch Lüftner setzt auf die Nischenstrategie und bietet zusätzlich spezielle Themenfahrten an wie zum Beispiel Musik-und Rad-Flusskreuzfahrten.

Einen neuen Trend greift Kreuzfahrthammer auf. Im August startet das Unternehmen mit einem von Lüftner Cruises gechartertem Schiff die erste vegane Flusskreuzfahrt von Köln nach Basel. „Wir gehen davon aus, dass etwa 800.000 bis eine Millionen Veganer in Deutschland leben und wir sind der erste Anbieter einer Veganer-Reise rund um das Thema“, sagt Dirk Bocklage, Geschäftsführer von Kreuzfahrthammer. Nach eigenen Angaben ist die Reise bereits 80 Prozent ausgebucht.

Schwierige Zeiten scheinen kleineren Anbietern weniger auszumachen, als den großen Vermarktern. Denn individueller aufgestellte Unternehmen können mit ihren Nischenprodukten zeitnah reagieren. Die Größe spielt also auch hier eine Rolle – erstaunlicher Weise eine offenbar nachteilige. (dia)

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