In großen Teilen Europas herrscht seit einigen Jahren eine hohe Jugendarbeitslosigkeit. Anlässlich der ITB unterschrieben die fünf deutsche Reiseveranstalter DER, FTI, Thomas Cook,TUI und Traveltainment das sogenannte „Memorandum of Understanding“. In diesem Vertrag nehmen sich die Initiatoren vor, „Zeichen zu setzen für qualifiziert ausgebildeten Nachwuchs im Tourismus“. Die eigentlich konkurrierenden Reiseveranstalter wollen künftig stärker Auszubildenden und Fachpersonal aus dem Ausland anwerben. „Dabei wollen wir unsere bereits bestehenden Strukturen vor Ort nutzen, um gezielt Kontakt mit Ausbildungssuchenden im Ausland aufzunehmen“, sagt Norbert Fiebig vom Reiseveranstalter DER.

Dadurch zielen die Reiseveranstalter in die gleiche Richtung wie das Förderungsprojekt „The job of my Life“ der Bundesregierung. Das Programm des Bundesministerium für Arbeit und Soziales und der Bundesagentur für Arbeit richtet sich an junge Ausbildungsinteressenten und arbeitslose Fachkräfte aus Europa, denen die Möglichkeit geboten werden soll, in Deutschland eine duale Ausbildung zu machen und eine Arbeit zu finden.
Gerade in den Mittelmeer-Regionen sorgt die hohe Jugendarbeitslosigkeit auch für große Probleme im Bereich Tourismus. In Spanien sind nach Stand Dezember 2013 gut 54 Prozent der Jugendliche ohne Arbeit. In Deutschland sind es nur rund 7 Prozent. Mehr als jeder zweite junge Spanier steht also auf der Straße. Gleichzeitig braucht man heutzutage dringender als zuvor qualifiziertes Fachpersonal, da der Anspruch auf Service und Qualität zunehmend gestiegen ist. Ein weiteres Problem ist das schlechte Image, das den Ländern droht, wenn ihnen die Gelder für Ausgaben, wie Denkmalschutz oder der Pflege von Stränden fehlen.
Dass die Jugendarbeitslosigkeit in Europa und der Fachkräftemangel in Deutschland gleichzeitig herrschen stellt für Reiseveranstalter auch eine Chance dar. Gerade Fachkräfte aus der IT- und Controllingbranche werden in den Zentralen der Tourismusbranche dringend gesucht. Davon wollen auch deutsche Reiseveranstalter profitieren. „Wir wollen den Teich, in dem wir fischen vergrößern. Der Fokus liegt dabei darauf, die größten Talente für uns zu gewinnen“ erklärt Norbert Fiebig.

Die Vertragsinhalte selber wurden offen gehalten. Am Stand des spanischen Fremdenverkehrsbüro wusste man am Nachmittag noch nichts von dem am Vormittag abgeschlossenen Vertrag. (leu)

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