Eine Reise in die Vergangenheit der deutschen romantischen Literatur – Premiere der Jean Paul Tage in Bad Berneck.

Wir treffen den Schauspieler Hans-Jürgen Schatz auf der ITB und sprechen mit ihm über sein aktuelles Projekt Jean Paul Tage Bad Berneck. Jean Paul hat selbst viele Jahre in Franken gelebt. Die Premiere dieser Veranstaltungsreihe findet das erste Mal vom 10.-12. Oktober 2014 in Bad Berneck im Fichtelgebirge statt. Hier erfahren die Besucher alles rund um den Menschen und den Schriftsteller Jean Paul (1763 – 1825) und die Zeitepoche der Romantik, in der er lebte. Die Gäste erwartet Lesungen, Jean Pauls Lieblingsmusik sowie hausgemachte zeitgenössische Speisen namens „Hoppel Poppel“. Das Programm ist vom künstlerischen Leiter und Initiator Hans-Jürgen Schatz zusammengestellt worden, der sich seit Jahren begeistert mit der romantischen Literatur und dem Leben des Schriftstellers Jean Paul beschäftigt. Heute erzählt uns der Berliner gut gelaunt von seinem Projekt, wobei er es sich nicht nehmen lässt, ab und zu das fränkische „r“ kräftig zu rollen. Ein Gespräch über Sprache, Speisen und „Angsthasen“.

Herr Schatz, was fasziniert Sie am Schriftsteller Jean Paul?

Es ist großartig: die Atmosphäre die er schafft, wie er Gefühle vermitteln kann und was er für irrsinnige Geschichten erfindet. Da kommen viele Dinge zusammen. Es macht mir viel Freude, wenn ich lese, dass ich gefordert werde durch Worte, die ich noch gar nicht kannte. Dann hat er auch Worte erfunden, die wir bis heute alle verwenden wie „Gänsefüßchen“ und „Angsthase“ – eine ganze Menge moderner Begriffe, die er zum ersten mal benutzt hat.

Welche Highlights gibt es bei den Jean Paul Tagen?

Für die Eröffnung des Abends habe ich echte Fränkinnen engagiert – zwei starke Frauen – Cosima Lutz, eine Kulturjournalistin und die Köchin Beate Roth aus dem Fichtelgebirge. Die werden über Essen und Trinken in der Jean-Paul-Zeit einen portionierten Vortrag machen. Dazwischen gibt es Gerichte aus der Zeit, nachgekocht. Also „Hoppel Poppel“ und „Schnepfendreck“. Sonnabend haben wir in der Kirche eine Konzertlesung, da spielen Freunde von mir von den Berliner Philharmonikern und ich werde lesen. Ich möchte die musikalische Welt Jean Pauls darstellen.Was hat er geliebt, gekannt, geschätzt.

Vor welche Herausforderungen stellte Sie die Arbeit als künstlerischer Leiter?

Ich möchte nicht das jemand kommt und irgendwas spielt oder aufsagt, was er gerade kann oder macht, wie das oft bei den Festivals der Fall ist. Das heißt die Kollegen müssen das machen, was ich vorgebe. Das ist natürlich nicht leicht dann Leute zu finden, die das auch wollen und extra dafür etwas Neues lernen. Das große Zittern wird im September/Oktober kommen. Ist das Wetter auch schön so, wie man das erhofft hat? Kommen die Leute? Und wie weit kann die Werbung greifen? Dafür ist natürlich so eine Messe auch nützlich.

Warum sollte jeder nach Bad Berneck?

Wilhelm Heinrich Wackenroder und Ludwig Tieck beschrieben den Ort in mehreren ausführlichen Erwähnungen ihrer Reisebriefe und sagen, dass das die schönste Gegend ist, die sie bei ihrer Reise gefunden haben. Und natürlich ist klar, dass dort auch der Grundstein für die Romantik gelegt wurde. Alles, was in der Romantik immer wieder vorkommt: Ritter und Burgen, Natur und Wald, Felsen und Flüsse – das ist ja alles da!

Hier auf der ITB gibt es ja viel Inspiration für Reiseorte. Wo fahren Sie gern hin, wenn Sie nicht gerade in Deutschland unterwegs sind?

Was ich ganz aufregend finde und wo ich eine große Affinität habe, das ist der Südwesten Englands. Ich bin ein bekennender Jane-Austin-Fan – ich habe gerade gestern eine neue Verfilmung angefangen zu gucken und ich liebe englisches Interieur. (pac)

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