Wo geht’s denn bloss hin? Orientierungslos auf der Messe. Foto: Sara Bagladi

Mein Standort: Las Vegas. Mein Ziel: Uganda. Wie oft verliere ich mich an meinem ersten Tag auf der Messe?

Im Labyrinth der ITB ist es gar nicht so leicht, sich zurecht zu finden. Jeder, den ich frage, hat sich bestimmt schon einmal in dem Wirrwarr der Hallen und Stände verloren. Ich stelle meinen Schrittzähler auf 0 und stürze mich in die riesigen Räume voller Menschen, fremden Gerüchen und Ständen mit Informationen über fast alle Länder der Erde.

Prompt biege ich auch schon falsch ab – statt, wie angenommen in der Karibik, finde ich mich plötzlich in Brasilien wieder, wo leichtbekleidete Frauen mit Federschmuck auf dem Kopf an ihren Stand locken wollen. Meinem Messeplan entnehme ich, dass ich einen Stock nach oben sollte, doch wo verflixt finde ich die Rolltreppe? Ich durchquere die Halle und versuche mich nicht von dem verlockendem Duft der Brüsseler Waffeln ablenken zu lassen. Die ersten der insgesamt sieben Hallen liegen hinter mir. Alessia, eine italienische Reiseberaterin, die mir über den Weg läuft, verrät mir, dass es ihr ähnlich geht: „So eine Konstruktion habe ich noch nie gesehen! Es ist unmöglich sich hier zurecht zu finden.“

Weiter geht’s nach Jemen. Nach Plan muss ich nur noch zwei Hallen durchqueren, bis ich an mein Ziel gelange. Gerne würde ich noch ein bisschen länger zuschauen, wie der Handrücken einer Frau mit Henna Tattoos verziert wird, doch die Zeit drängt. „Ich verlauf’ mich mindestens einmal pro Stunde. Mittlerweile geht’s aber immer besser“, meint die Reisebloggerin Yvonne Zagermann, die heute von einem Termin zum nächsten springt. Yvonne benutzt die App von der ITB, um den Überblick zu behalten. Doch das hilft leider auch nicht, wenn ein Riesenstand mit meterhohen Plakaten die Sicht verdeckt. Zwei weiteren Messebesucherinnen hingegen reicht der Messeplan aus Papier: „Mit dem Plan haben wir bis jetzt alles problemlos gefunden.“

Nach wirren Zickzackläufen durch die Hallen sehe ich endlich das ersehnte Afrika-Schild vor mir. Auch der Stand von Uganda ist nicht mehr weit. Ein Blick auf den Schrittzähler zeigt mir, dass ich 4789 Schritte von Las Vegas nach Uganda benötigte und dabei 156 Kalorien verbraucht haben soll. Von Miriam aus Kampala, Uganda lerne ich ein paar Worte eines Dialektes aus ihrer Heimat, welche für die nächsten Messetage mein Mantra werden: Lw’e yayale tabula! (Have fun and don’t get lost)

So mache mich auf zu meinem nächsten Termin, als ich mich prompt schon wieder verlaufe.