Daniel Ott auf dem Stand vom Bundesforum; Foto von: Pia-Maria Schäfer

Wenn Kinder das erste Mal allein verreisen, packt die Eltern oft die Angst. Wird mein Kind richtig  betreut? Ist die Unterkunft gut und das Essen gesund?

Eine erste Hilfe kann das Qualitätszertifikat des Bundesforums Kinder- und Jugendreisen sein. Unterstützt und finanziert wird diese Initiative vom Bundesfamilienministerium.  Sozusagen als die Beruhigungspille für alle besorgten Eltern. young press wollte von Daniel Ott, Projektmitarbeiter im Qualitätsmanagement, wissen, was diese Prüfung leisten kann.

young press: Sie werben mit dem Wort Qualität.  Was bedeutet es für Sie?

Qualität bedeutet für uns, dass sich die Veranstalter und Häuser Kriterien und Leitsätzen unterordnen. Das muss in schriftlicher Form gefasst sein. Ein Beispiel sind die Teamausbildungen bei Jugendreisen. Von der Auswahl der Betreuer, über die Betreuung vor Ort, bis zur Nachbetreuung nach dem Einsatz.

young press: Wie kommen die Eltern an Informationen und woher wissen sie, ob die Unterkunft geprüft ist?

Es ist eigentlich sehr leicht für Eltern einen Überblick zu schaffen, ob man seinen Sprössling mit einem Veranstalter verreisen lässt. Zuerst kann man auf die Seite des Bundesforums schauen, ob der Veranstalter ein Mitglied ist. Bei Mitgliedern kann man von einer vernünftigen Qualität ausgehen und darauf kann man sich dann auch verlassen.

young press: Aber worauf genau sollten die Eltern vor der Reisebuchung achten?

Wichtig bei Jugendreisen ist, wenn man gar keine Ahnung hat, sich erst mal auf der Homepage des Bundesforums zu informieren und dann, dass die Veranstalter eine umfangreiche Betreuung anbieten. Das ist das A und O, wenn man seine Kinder wegschickt, dann möchte man natürlich, dass die vor Ort gut betreut werden. Viele andere Kleinigkeiten sind auch wichtig. Wie werden die Kinder hingebracht, wie ist die Gesamtsituation vor Ort und wie ist das Notfallmanagement, wenn es drauf ankommt. Es gibt viele Dinge, die man beachten muss.

young press: Sie werben mit „Pädagogischen Begleitern“. Bei manchen Anbietern, wie RUF,  sind die Begleiter Studenten, die vielleicht Geschichte oder Physik studieren. Wie wird dort überprüft, ob sie geeignet sind?

Da kommt das System Qualitätssiegel zum Tragen, was die Auswahl der Reiseleitung angeht. Das heißt, dass in mehrtägigen Seminaren sichergestellt wird, dass diese Menschen, auch wenn sie scheinbar völlig fachfremd sind und nicht Pädagogik oder Tourismus studieren, für den Job im Sommer geeignet sind. Indem sie verschiedenste Anforderungen erfüllen, wie eine Abschlussshow zu erstellen oder auch in rechtlichen Fragen geschult werden. Das ist ganz wichtig im Umgang mit Jugendlichen.

young press: Auf der Homepage gibt es einen Fragebogen für Veranstalter. Den füllt man aus und sendet ihn zu Ihnen und dann ist man geprüft?

Das mit dem Qualitätsmanagement für Veranstalter ist sicher gut. Das läuft so ab, dass der Veranstalter sich den Fragebogen von der Homepage runter lädt und selbst mal schaut, wo er steht. Nach dem Ausfüllen und uns Zuschicken kontrolliert ein Gutachter den umfangreichen Fragebogen und bestätigt dies auch in einem Vorortbesuch. Dieser kann durchaus auch einen halben Tag dauern.

young press: Legt sich der Gutachter denn auch in ein Bett rein oder isst mit?

Nee, das jetzt nicht. Das „Sicher Gut“ ist nur für die Veranstalter. Die Unterkünfte werden auch von Gutachtern untersucht. Der macht so was. Das steht nicht auf einer Liste drauf, aber es kann durchaus mal passieren, dass der mitisst. Vor allem aber fragt er die harten Fakten des Hauses ab.

young press: Einmal festgestellte Qualität bleibt für immer oder gibt es weitere Überprüfungen?

Was den Turnus der Überprüfung des Zertifikats angeht, sind drei Jahre angesetzt. Dann müssen die ganzen Genehmigungen bei Häusern, wie Brandschutz oder Hygienerichtlinien, erneut überprüft werden. Auch bei den Veranstaltern kann sich einiges ändern. Da sind drei Jahre ein vernünftiger Zeitraum, um die Qualität dauerhaft gewährleisten zu können.

 

Das Interview führte Pia-Maria Schäfer.