Quelle: Marie-Christine Kesting.

Wer eine Reise plant, denkt nicht sofort an die Mongolei. Doch nach der Selbstdarstellung des Sustainable Tourism Development Center (STDC) von Ulaanbaatar, erwartet die Besucher dort „eine atemberaubende Natur und eine beeindruckende Kultur und Geschichte“.

Nur drei Millionen Mongolen leben auf einer Fläche die dreimal so groß ist wie Deutschland. Die Hälfte von ihnen sind Nomaden. Doch die nomadische Kultur ist durch den Klimawandel und den unachtsamen Umgang mit der Natur- und Tierwelt gefährdet. Das STDC setzt zum Schutz der Kultur und Natur voll auf Bildung. Die Mongolen sollen stärker für den Wert und die Einzigartigkeit ihres Landes sensibilisiert werden, zum Beispiel für den Schutz der Schneeleoparden, wie auch der archäologischen Funde, wie Dinosaurierfossilien oder Schätzen aus der Zeit von Chinggis Khaan.

Und hier kommt auch der Tourismus ins Spiel. Damba Gantemur, der Präsident des STDC, ist der Meinung, dass man den Tourismus als ein strategisches Instrument einsetzen könnte, um die nomadische Kultur zu stärken und die Existenz der Menschen vor Ort zu sichern. Der sogenannte Communitiy-based Tourism kann der Bevölkerung, die sonst finanziell von der Viehhaltung abhängig ist, ein sicheres Zusatzeinkommen bieten. Davon profitieren beide Seiten; Gäste und Gastgeber. So bekommen die internationalen Besucher einen direkten, authentischen Einblick in eine außergewöhnliche Lebenswelt, und die nomadische Bevölkerung lernt durch das entgegengebrachte Interesse an ihrer Kultur den eigenen Reichtum neu schätzen.

Rucksacktouristen sind allerdings nicht gerne gesehen, denn selbstorganisiertes Reisen ist oft mit wenig Achtung vor der Natur und den Traditionen verbunden. Doch mehr noch als respektloses Verhalten von Touristen sind für Damba Gantemur Überangebot und schlechte Vermarktung der Gemeinschaften ein Problem. Dadurch kämen die erwirtschafteten Gelder oft nicht vor Ort an, sondern blieben in Agenturen hängen. Aus diesem Grund bietet das STDC inzwischen Kurse für die nomadischen Gemeinschaften an, die auch  über Ansprüche und Bedürfnisse von Touristen informieren. Sie helfen den Nomaden, sich selber zu organisieren, damit sie nicht von Reiseagenturen abhängig gemacht und finanziell ausgenutzt werden.

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