Foto: Give-Away Ausbeute. Quelle: Claudia Kovaricek

Seit heute Morgen können sich Privatbesucher auf der größten Tourismusmesse der Welt, der ITB Berlin 2011, über aktuelle Reisetrends und Angebote informieren. Bereits vor neun Uhr sitzen schon viele vor den verschlossenen Messeingängen und warten darauf, endlich hineingelassen zu werden.

Kaum sind die Tore der Messe geöffnet, beginnt die Jagd auf die Werbegeschenke der Aussteller. Sammler kommen ganz auf ihre Kosten: Give-Aways fließen en Masse. An jeder Ecke gibt es etwas – Kugelschreiber, Schlüsselbänder oder Taschen liegen wie jedes Jahr hoch im Kurs. Auch kleine Urlaubshelfer werden in den Messehallen ausgegeben. Praktisches wie einen Asienknigge mit Verhaltenstipps oder Hinweise für unbeschwerte Ferien werden verteilt. Klar wird: Beim Messebummel tauchen inzwischen immer häufiger auch ausgefallene Ideen auf. Zum Teil sind diese hilfreich, manchmal sehen sie aber auch nur nett aus. Quietscheentchen mit lila Federboa, ein traditioneller Strohhut oder eine kostümierte Plastikpuppe in Uniform sind nur einige Beispiele für nichtssagende Werbegeschenke.

Originell wird es dagegen schon beim Anti-Stress-Flugzeug in Knautschoptik, das bestimmt einen angenehm-entspannten Flug verspricht: Durch leichtes Zusammendrücken in der Handinnenfläche werden die Handmuskeln gelockert. Gesundes findet sich auch auf der ITB Berlin 2011: Äpfel mit Laser-Slogan, die neben Fast-Food-Snacks am Rand der Messehallen für vitaminreiche Abwechslung sorgen. Die kreativste Idee: Ein Strandtuch weist mit großen Buchstaben darauf hin, dass es bereits „belegt“ ist. Damit lassen sich die besten Poolliegen im Urlaubsort reservieren. Die Kuriosität des Tages: Ein Light Board,  dessen Zusammenhang mit dem Aussteller sich dem Besucher nicht richtig erschließt. Dass zeitnah auf politische Situationen im Land reagiert wird und Werbegeschenke zum Nachdenken anregen sollen, zeigt sich beispielsweise an einem Poster mit Hinweis auf die friedliche Revolution und den Umbruch in Ägypten.  Imagekampagnen müssen flexibel sein.

Für Beobachter des Messegeschehens am Wochenende wird schnell klar, dass das Interesse der Besucher am Materiellen oft größer ist, als am Aussteller. Scheinbar haben sie gut gefrühstückt, denn die Taschen sind schon am Mittag randvoll, das schwere Gewicht nicht zu übersehen. Zurückhaltung ist für viele ein Fremdwort: Es wird gedrängelt und gegrabscht, um Ausreden sind einige nicht verlegen. Wer sich heimlich bedient und dabei ertappt wird, hat plötzlich einen Bruder, der auch ganz dringend einen Kugelschreiber braucht. Es wird rücksichtslos zugelangt, sodass kurz nach Mittag bereits die ersten Aussteller keine Give-Aways mehr anbieten können. Aber zum Glück gibt’s ja noch den nächsten Stand, an dem man es nochmal versuchen könnte.

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