Foto: Tierpark Hagenbeck, Hamburg. Quelle: Götz Berlik

Im Urlaub entspannen, ein bisschen Natur genießen und nebenbei vielleicht auch noch etwas für die Bildung tun? Dafür geben viele Menschen eine Menge Geld aus – müssten sie aber nicht. Direkt vor der Haustür gibt es das alles günstiger: Im Zoo.

Was früher ein Ort für Wochenendausflüge mit den Großeltern war, ist heute bei vielen Menschen wieder „in“. Viele Zoos in Deutschland profitieren von diesem Trend, wie der „Zoo am Meer“ in Bremerhaven und der Tierpark Hagenbeck in Hamburg zeigen. Die Zoos von heute bieten weit mehr als nur „Tiere gucken“. „Wir bieten kommentierte Fütterungen, bei uns kann man Lernen, Kuscheln, Spaß haben – oder einfach die Seele baumeln lassen“, erzählt Nicole Tönjes, Prokuristin des „Zoos am Meer“ in Bremerhaven.  Das Besondere am „Zoo am Meer“: Bei direktem Blick über den Deich auf die Weser, lassen sich durch die Glasfenster gleichzeitig Pinguine, Seerobben und andere Wasserbewohner beobachten. Das Prinzip der unterschiedlichen Ebenen macht es möglich, erklärt Nicole Tönjes, denn jedes Tier kann sowohl an Land, als auch unter Wasser beobachtet werden. Dass es unter Wasser im Zoo am Meer besonders tierfreundlich zugeht, ermöglicht eine spezielle Meerwasseraufbereitungsanlage, die – im Unterschied zu den meisten Zoos – einmal pro Stunde 3,5 Millionen Liter Salzwasser filtert. Das, und die Tatsache, dass sich der „Zoo am Meer“ auf wasserbezogene und nordische Tiere spezialisiert hat, machen den kleinsten Zoo Deutschlands zu einem attraktiven Ausflugsziel.

Wem ein Tag im Zoo in Bremerhaven nicht ausreicht, der kann ins nahe Hamburg weiterfahren: In den Tierpark Hagenbeck. Über 100 Jahre gibt es ihn schon und seit seiner Gründung ist er immer ein Familienbetrieb geblieben. Hier kann sogar direkt neben dem Zoo wohnen: Im von Gründer Hagenbeck konzipierten Hotel, dass auch längere Urlaubsaufenthalte mit unmittelbarem Zoo-Charakter ermöglicht: Das erst kürzlich von holidaycheck.de ausgezeichnete Hotel, hat seine Zimmer mit tierischen Accessoires aus Afrika originalgetreu eingerichtet. „Auf seiner Afrikareise ist Herrn Hagenbeck durch Zufall sogar eine Kiste in die Hände gefallen, die von Auswanderern aus Hamburg stammte. Die ist nun wieder in der alten Heimat und schmückt das Hotel“, erzählt Katrin Hotes, Leiterin der Marketingabteilung des Tierparks Hagenbeck. Wer nach wie vor der Meinung ist, im Tierpark trifft man nur auf Familien mit Kindern, der kann sich im Hagenbeckschen Tierpark eines Besseren belehren lassen: Unter den Besuchern gibt es selbst Businessleute, die ihre Mittagspause während einer Tagung im Hotel mit einem Spaziergang durch den Zoo auflockern. Außerdem gibt es für Unternehmen spezielle Angebote, wie beispielsweise das „Dinner unter Haien“. „Bei unseren Firmenevents bieten wir auch Dinner direkt vor der Panoramascheibe unseres Tropenaquariums an, in dem Haie, Rochen und andere Meeresbewohner umherschwimmen“. Ein Erlebnis für sich, findet Katrin Hotes.

Neben dem Tropenquarium – das auch bei schlechtem Wetter nicht von einem Zoobesuch abhalten muss – ist der Tierpark Hagenbeck für seine gitterlose Tierhaltung bekannt. Tiger, Löwen oder Elefanten werden nur durch natürliche Barrieren, wie beispielsweise Gräben, Hecken oder Wälle von den Besuchern getrennt: Eine Methode, die sich Gründer Hagenbeck sogar patentieren ließ. „Kürzlich kam aus San Diego eine Anfrage, dieses Prinzip dort auch vor Ort umzusetzen“, sagt Hortes. Auch verfallene Hütten, eine Ranch im Schlangengehege oder Skorpione im alten Kleiderschrank sind im Tierpark Hagenbeck eine Art der Gehege-Einrichtung, die es den tierischen Bewohnern ermöglicht, sich „ganz wie zuhause“ zu fühlen. Außerdem ist der Tierpark Hagenbeck auch im Zuchtprogramm und Artenschutz aktiv. In diesem Jahr ist die Eröffnung des Eismeers geplant: „Da wird es eine Art Kanal geben, durch den man unmittelbar durch das Eismeer laufen kann. Pinguine und Eisbären lassen sich also direkt beobachten“. Etwas völlig Einzigartiges in der Zoolandschaft, findet Katrin Hortes.

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