Foto: Peter Brun, René Schudel, Christine Webber und Philipp Tingler auf dem Diskussionspanel des Kuoni Report Launch 2011. Quelle: Moritz Jacobi

Wie machen Leute aus verschiedenen Ländern eigentlich Urlaub? Darauf gibt der auf der ITB Berlin 2011 vorgestellten Kuoni Global Holiday Report zumindest teilweise Antworten. Über die Motivationen, Werthaltungen und Verhaltensweisen von Urlaubern präsentierten Lucia Tallo und Peter Brun von der Kuoni Reisen AG aus Zürich die interessantesten oder auch gar nicht so überraschenden Resultate der Erhebung, um anschließend mit der britischen Moderatorin, Autorin und Psychotherapeutin Christine Webber, dem Schriftsteller und Philosophen Philipp Tingler sowie TV-Koch René Schudel zu diskutieren.

Das 1906 gegründete Schweizer Reiseunternehmen Kuoni hatte das Umfrageinstitut Opinion Matters mit einer Onlineumfrage beauftragt, um die landesspezifischen Präferenzen von Urlaubern aus der Schweiz, Italien, Frankreich, Indien, den Benelux-Staaten und weiteren Zielmärkten des Unternehmens zu ermitteln. 12.117 Teilnehmer zwischen 25 und 65 Jahren gaben Antwort auf insgesamt 25 Fragen. Anders als Studien, die sich auf Budgets und Reisedauer konzentrieren, interessierten hier jedoch Reisevorbereitungen, Essgewohnheiten, das Liebesleben, die Vorlieben und Abneigungen der Urlauber sowie die Auswirkungen, die Urlaubserlebnisse auf das Alltagsleben haben.

Einige Ergebnisse sind recht unspektakulär. „Surprise, surprise“ kommentiert Tallo die ‚Entdeckung‘, dass Frauen tendenziell mehr Vorbereitung in den Urlaub investieren, durch Klamottenkäufe oder Diäten für die richtige Strandfigur. Auch Klischees des flirtenden und gutgekleideten Italieners (der sich auch für einen solchen hält), des im Urlaub etwas zu locker gekleideten Briten oder auch der auf Spaßtourismus erpichten Holländer werden statistisch bedient. „Klischees sind deshalb Klischees, weil sie eben immer auch einen wahren Kern haben“, sagt Tingler. Andere Ergebnisse dagegen scheinen Klischees auch zu widerlegen. So suchen Männer im Urlaub eher noch als Frauen, eine feste Beziehung.

Warum wir uns im Urlaub oft anders verhalten als zu Hause? „Urlaub wirkt oft wie ein Katalysator im Leben der Menschen,” konstatiert Christine Webber. Wir täten im Urlaub Dinge, für die in unserem Alltag keine Zeit oder kein Raum sei, und mit denen wir uns selbst belohnen. Wir essen mehr Fast Food, geben mehr Geld aus und unterhalten uns spontan mit Fremden. Und: Die Ergebnisse des Kuoni Reports aus dem Jahr 2010 deuteten darauf hin, dass Urlaubserfahrungen oftmals Änderungen im Lebensstil der Menschen bewirken. Es kann eine Konversation sein, die einen zum Nachdenken anregt, oder der Einblick in die Lebensweise anderer Menschen – im Urlaub sind wir empfänglicher für die feinen Unterschiede.

Gerade in Liebesdingen macht sich dies bemerkbar. So gab mehr als ein Drittel aller Befragten an, im Urlaub mehr Sex zu haben, als daheim. Webber sieht den Urlaub als stimulierendes Umfeld für romantische Gefühle, besonders für Paare: „Der ganze Tag wird zum Vorspiel.“

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