Foto: Christine Plüss, Geschäftsführerin vom Arbeitskreis für Tourismus und Entwicklung (AKTE). Quelle: Jasmin Siebert

Die geschälte Banane auf dem Plakat entpuppt sich erst auf den zweiten Blick als T-Shirt. „Fragen Sie auch bei T-Shirts nach Fair Trade“ steht darunter. Christine Plüss, Geschäftsführerin vom Arbeitskreis für Tourismus und Entwicklung (AKTE) in Basel hat schon einen Schritt weiter gedacht: „Wir brauchen nicht nur die fair gehandelte Banane mit Fair Trade T-Shirt, sondern auch das Köfferchen mit T-Shirt“, fordert die Geschäftsführerin des gemeinnützigen Vereins.

Die Schweiz ist Pionierland im fairen Handel, sechs Prozent der weltweit fair gehandelten Produkte wurden im Jahr 2008 in der Schweiz verkauft. Während die Deutschen in diesem Jahr nur 1,60 Euro pro Kopf für fair gehandelte Produkte ausgaben, waren es in der Schweiz 21,90 Euro. Lebensmittel, die bio und fair sind, gibt es dort in jedem Supermarkt.

Doch faire Bedingungen sollten nicht nur bei Lebensmitteln und Kleidern, sondern auch für die Urlaubsreise gelten. Das Internetportal www.fairunterwegs.org von AKTE will Reisende für das richtige Verhalten unterwegs sensibilisieren. Das größte unabhängige Reiseportal im deutschsprachigen Raum beantwortet Fragen, die auf anderen Reiseportalen fehlen: Wie groß ist der ökologische Fußbabdruck des Landes? Wie steht es mit den Menschenrechten im Urlaubsland? Wer sind eigentlich diese Menschen, die am Strand Mangos verkaufen?

Doch nicht nur der andere, tiefere Blick aufs Reisen unterscheidet www.fairunterwegs.org von anderen Internetseiten. „Bei uns gibt es keine Werbung und Buchungen sind nicht möglich“, erklärt Plüss. Stattdessen gibt es Tipps dazu, was einen seriösen Reiseveranstalter ausmacht. Der bewusste Reisende soll sich selbst fragen: Werden faire Arbeitsbedingungen eingehalten? Strapaziert mein Urlaub die Umwelt übermäßig? Wie viel Prozent des Reisepreises kommen sickern bis zur ärmeren Bevölkerung im Zielland durch? Reiseveranstalter, bei denen sich der Urlauber sicher sein kann, dass sie ihre soziale und ökologische Verantwortung wahrnehmen, sind am CSR-Siegel der unabhängigen Gesellschaft für Zertifizierung im Tourismus TourCert erkennbar.

Wo TourCert aufhört, setzt Fair Trade Tourism in South Africa (FTTSA) an. Es ist das einzige weltweit anerkannte Siegel, dass Fairness in Hotels und Restaurants im Urlaubsland garantiert. Seit neun Jahren wird im Land der diesjährigen FIFA FussballWeltmeisterschaft Südafrika 2010 auf Fair Play im Tourismus geachtet. Bisher sind nur in Südafrika touristische Einrichtungen zertifiziert, weitere Länder sollen in den nächsten Jahren hinzukommen. „In jedem Land gibt es andere Probleme. Das Label kann nicht einfach von Südafrika auf Indien übertragen werden“, erklärt Katarina Mancama, Research Managerin von FTTSA.

Während in Südafrika Schwarze diskriminiert werden, sind es in Indien die Kastenlosen. Ihr Traum ist es dennoch, dass es eines Tages für alle Länder und Reiseveranstalter ein internationales Gütesiegel gibt. Dass irgendwann globale Standards durch ein Siegel, dass Reiseveranstalter und die touristischen Einrichtungen im Zielland gleichermaßen umfasst, garantiert werden, ist auch das Ziel von Plüss.

Bis es soweit ist, kann sich der bewusste Reisende unter www.fairunterwegs.org selbst aufklären.

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