Quelle: Kristn Schrader

Sie ist das stärkste Mädchen der Welt. Und trotzdem rückt ihr Leibwächter ihr auf der ITB Berlin nicht von der Seite. Nur ein paar Minuten lang kann man sich mit Pippi Langstrumpf und den beiden Polizisten Herrn Kling und Herrn Klang unter acht Augen unterhalten. Dann stößt Nils-Magnus Angantyr in die lustige Runde. Der Marketingleiter von Astrid Lindgrens Värld in Schweden sorgt sich um die Persönlichkeitsdaten der Schausteller. Keiner der ITB-Besucher soll wissen, wer hinter den beliebten schwedischen Kinderbuchfiguren steckt. Die illustren Drei sollen hier nur ihre Rolle spielen und die Touristen auf den Themenpark in der südschwedischen Stadt Vimmerby aufmerksam machen. Im gleichen Atemzug sollen sie aber auch für ganz Schweden werben.

In Deutschland kennt jedes Kind Pippi Langstumpf. Von einer solchen Bekanntheit kann Zakumi bislang nur träumen. Das Maskottchen wird von vielen Messebesuchern wahrscheinlich nur aufgrund seines T-Shirts erkannt. Darauf steht in großen Buchstaben Weltmeisterschaft 2010“. Wie Pippi bewegt sich auch der kuschelige Leopard auf der ITB Berlin nur in Begleitung. Anstatt Zakumi am Sprechen zu hindern, ist seine Leibwächterin Ijeoma Okere jedoch dafür da, die Fragen der Interessenten zu beantworten.

Zakumi selbst kann das nicht. Das Maskottchen kann nämlich gar nicht sprechen. Die FIFA hat dem Leoparden Redeverbot erteilt. So sollen Verständnisprobleme vermieden werden. Allein Südafrika hat elf amtliche Landessprachen. Und Zakumi soll schließlich auf der ganzen Welt unterwegs sein.

Damit das funktioniert, gibt es mehrere Zakumis. Der Leopard, der auf der ITB Berlin anzutreffen ist, muss sich um ganz Europa kümmern. Und Kümmern heißt mehr, als nur für Fotos zu posieren. Viele Menschen wollen den plüschigen Gesellen umarmen. Einige suchen nach einem stressigen Tag sogar Trost und vertrauen ihm ihre Probleme an. Über den Tag verteilt muss Zakumi allerdings auch einiges erleiden: Sein Schwanz lädt geradezu dazu ein, daran zu ziehen. Manchmal werde ihm sogar gegen den Kopf gehauen, erzählt der junge Mann, der nach einer guten halben Stunde verschwitzt aus dem Kostüm steigt.

Bis zu sechs Mal am Tag zeigt er sich als Zakumi auf der Messe. Auch ohne Kostüm darf er seinen Namen nicht nennen. Fotos verbietet die FIFA ebenfalls. Niemand soll eine Verbindung zwischen dem sympathischen jungen Mann und dem plüschigen Leoparden herstellen können. Zakumi soll einzigartig sein. Den Mensch unter dem Kostüm stört das wenig. Er mag seine Rolle. Auch über seine ständige Begleitung freut er sich. Vor allem, weil er ausschließlich durch den Mund seines Kostüms sehen kann. Wie bei Blinden haben seine anderen Sinne die Aufgaben der Augen zwar weitestgehend übernommen, aber der Tastsinn bleibt durch die großen Plüschtatzen eingeschränkt. Im Zweifelsfall hilft Leibwächterin Ijeoma bei der Orientierung.

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