Foto: Jan Wittwer, Geschäftsführer von ACCEPT-Reisen aus Aachen mit der CSR-Zertifizierungsurkunde, die er beim Corporate Social Responsibility Day auf der ITB Berlin erhalten hat. Quelle: Jasmin Siebert

Sie sparen Papier und spenden für Aufforstungsprojekte: 20 Reiseunternehmen des forum anders reisen wurden beim zweiten Corporate Social Responsibility Day auf der ITB Berlin das CSR-Zertifikat verliehen.

Das forum anders reisen ist der Vorreiterverband für nachhaltiges Reisen. Die 150 Mitglieder durchlaufen nun alle nach und nach den CSR-Zertifizierungsprozess. Auch Nichtmitgliedern steht die Zertifizierung durch die vom forum anders reisen unabhängie Gesellschaft für CSR-Zertifizierung im Tourismus TourCert ab sofort offen. Im vergangenen Jahr hat TourCert das CSR-Siegel Berlin erstmals an 15 Reiseveranstalter verliehen.

Was muss ein Reiseveranstalter tun, um dieses Siegel für Corporate Social Responsibility zu erhalten? ACCEPT-Reisen, ein kleiner Reiseveranstalter aus Aachen hat den CSR-Prozess bereits durchlaufen. Geschäftsführer und CSR-Beauftragter Jan Wittwer nahm im September 2009 am ersten CSR-Workshop teil. Danach begann Wittwer als CSR-Beauftragter einen Unternehmensbericht zu erstellen. Bei einem zweiten Workshop im Januar 2010 wurde ein Maßnahmenkatalog erstellt und Strategien zur Verbesserung überlegt.

Wer ein CSR-Siegel erhält, begibt sich in einem permanenten Prozess der Überprüfung und Verbesserung. „Man kann sich nicht darauf ausruhen“, sagt Wittwer. Alle zwei Jahre muss die Zertifizierung erneuert werden. Was bringt das einem Unternehmen? „Der Prozess der Nachhaltigkeit wird sichtbarer gemacht. Wir haben ein Controlling eingeführt.“ Die Kontrolle betrifft alle Unternehmensbereiche, beispielsweise auch wie viel Papier, Wasser und Strom im Büro verbraucht wird.

Doch was verbirgt sich hinter der englischen Abkürzung CSR? Verantwortung, Transparenz und Glaubwürdigkeit. Mit diesen drei Schlagworten umschreibt das forum anders reisen ihr Konzept vom fairen Reisetraum.

Verantwortung wird auch bei ACCEPT übernommen. Wittwer hat beispielsweise eine Partneragentur in Kenia mitaufgebaut. „Das ist sehr familiär bei uns“, meint er. ACCEPT kennt seine Partner in Kenia und in den anderen erst kürzlich hinzugekommenen Reiseländern gut. Den Geschäften gehen oft langjährige private Kontakte voraus.

Transparenz wird vor allem durch den Nachhaltigkeitsbericht gewährt, den die Unternehmen alle zwei Jahre herausgeben müssen. „Darin stehen Daten, die andere Unternehmen nicht veröffentlichen würden“, sagt Wittwer. Das ist beispielsweise der Anteil des Reisepreises, der ins Reiseland fließt. Bei ACCEPT waren das 2008 73 Prozent vom Umsatz.

Glaubwürdig werden die ökologischen und sozialen Kriterien schließlich durch das CSR-Siegel. Und das erhält nur, wer sich einer externen Prüfung unterzieht. Große Firmen hätten manchmal ihre eigenen CSR-Projekte, so Wittwer. Wenn sich dagegen ein kleineres Reiseunternehmen wie ACCEPT freiwilig auf von außen festgelegte Kriterien prüfen lässt, dann wird die gesellschaftliche Verantwortung wirklich ernst genommen.

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