Foto: Imke Schroeder

Verschlafenes Fürstentum muss vom digitalen Zeitalter wach geküsst werden.

Seit Grace Kelly als Fürstin Gracia Patricia Glamour und Jetset nach Monaco brachte, gehören das Fürstentum und Luxus eng zusammen. Massen von Touristen werden davon jährlich angezogen, ob zu Großveranstaltungen wie dem Formel 1 Grand Prix oder aber um inmitten der Prominenz Urlaub zu machen. Rund fünf Millionen Tagesbesucher reisen jährlich nach Monaco, um sich – wenn auch nur für einen Tag- unter die Reichen und Berühmten zu mischen und einen Hauch von Luxus zu erhaschen. Der zwei Quadratkilometer kleine Stadtstaat an der Mittelmeerküste ist durch den Verzicht auf Einkommenssteuer bei den Reichen als Wohnsitz sehr beliebt.

Die Tourismusbranche stellt den größten Wirtschaftszweig Monacos dar – mit einem Anteil am Gesamtumsatz von rund 40 Prozent. Dennoch hat die monegassische Tourismusbranche seit der Wirtschaftskrise 2008 einen Einbruch erlebt. Und nicht nur mit wirtschaftlichen Faktoren hat der Stadtstaat zu kämpfen: Das Image ist verstaubt, der Glamour der vergangenen Jahre wirkt altmodisch. Der Luxustourismus muss sich wandeln war das allgemeine Credo auf der monegassischen Pressekonferenz. Die offiziellen Vertreter des Fürstentums auf der diesjährigen ITB Berlin stellten ihre Roadmap für den Luxustourismus vor.

Always on lautet das neue Motto, mit dem Monaco den Sprung ins digitale Zeitalter schaffen soll. Dazu gehört auch ein wöchentlicher Newsletter, der über Neuigkeiten aus dem Fürstentum informiert. Durch die Errichtung von elf offiziellen Büros weltweit und die Rausgabe von limitierten Mitgliederkarten, die spezielle Privilegien und Preisvorteile sichern, wird eine exklusive Kundenbetreuung garantiert. Die Marke Monaco wird vermarktet und rund erneuert.

Aufbauend auf dem ungebrochenen Kreuzfahrthype, sollen noch mehr Schiffe den monegassischen Hafen anlaufen, und Monaco wird als Kongresszentrum ausgebaut. Zusätzliche Großevents locken mehr Touristen, so wird beispielsweise zum klassischen Formel 1 Grand Prix ein Oldtimer Grand Prix ausgetragen. Für kulturell Interessierte wird im Frühjahr ein Musikfestival stattfinden und einzigartige Ausstellungen locken ins Grimaldi Forum.

Für das ökologische Bewusstsein ist die Vergabe eines grünes Siegel in Planung, welches besonders nachhaltige Wirtschaftsführungen auszeichnet. Und doch ist sich Monaco seiner zwiespältigen Lage bewusst: es bleibt ein Stadtstaat, mit erheblichen Verkehrsproblemen, welcher als Tourismusmagnet auf schnelle Luxusgefährten setzt.

Bis 2013 soll das neue Konzept umgesetzt werden. Doch all diese Bemühungen sind an eine Bedingung geknüpft: Den Fortbestand des Fürstenclans Grimaldi – denn sollte der Clan einmal aussterben, fällt Monaco an Frankreich.

Foto: Imke Schroeder

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