Foto: Vor der Pressekonferenz Griechenland auf der ITB Berlin 2010. Quelle: Imke Schroeder

Kalimera – Guten Tag lautet das neue Motto des Reiselands Griechenland. Es scheint, als ob das von der Krise gebeutelte Land ganz von vorne beginnen will. Auf der Pressekonferenz Griechenlands wollte die Stellvertretene Ministerin für Kultur und Tourismus Angela Gereku das griechische Tourismusprogramm 2010 vorstellen. Doch die Ministerin musste vor allem Fragen der zahlreichen, zur Pressekonferenz gekommenen Journalisten zur andauernden Wirtschaftskrise, der Mehrwertsteuererhöhung um zwei Prozent, den aktuellen Streiks und den möglichen Auswirkungen auf den Tourismus beantworten.

Zu Beginn kommt die Ministerin sogleich auf das Problem zu sprechen, welches Griechenland momentan hat. Die neugewählte griechische Regierung ergreife mit der Mehrwertsteuererhöhung und den Kürzungen der Renten jetzt zwar drastische Maßnahmen, aber der Großteil der griechischen Bevölkerung unterstütze diese Vorgehensweise. Griechenland sei sich des enormen Wirtschaftspotenzials der Tourismusbranche bewusst, rund eine Millionen Griechen seien in diesem Wirtschaftszweig tätig. „Und so wird auch diese Krise überstanden werden“, ist sich Angela Gereku sicher.

Auch würden die Deutschen trotz ihrer „hässlichen und unschönen Berichterstattung“ von den Griechen immer noch geliebt. Tourismus sei in Griechenland eine Herzensangelegenheit, denn die griechische Gastfreundschaft sei legendär und bilde den Grundstock für eine funktionierende Tourismusbranche. Und so erfährt die Zuhörerin nebenbei, dass die beste Freundin der Ministerin Gabriele heißt und aus Deutschland kommt.

Außerdem bestehe Griechenland aus weitaus mehr, als Problemen. Schifffahrt und Tourismus stellten die beiden größten Wirtschaftszweige Griechenlands dar. Um beide Branchen 2010 voranzubringen, würden viele Investitionen getätigt. 20 neue Häfen und der Ausbau der Tourismusbranche auf Wandertourismus und das neue Kongresscentrum in Athen sollen neue Klientel anlocken. Auch sollen von 2007 bis 2013 über 100 Millionen Euro in grünen Tourismus investiert werden, um das Image eines neuen, umweltbewussten Griechenlands zu prägen. Allerdings sei die Finanzierung für all diese Großprojekte meist noch nicht gesichert, da sie abhängig von Privatinvestoren und künftigen Entscheidungen der Regierung ist.

Den Großteil der Journalisten interessierte vor allem: Wird es trotz der Streiks möglich sein, ungestört Urlaub zu machen? Und welche Auswirkungen wird die Krise auf das Preisniveau in Griechenland haben? Die Ministerin wiegelte ab: „Griechenland ist ein absolut sicheres Reiseland.“ Doch einige Zugeständnisse musste auch sie machen: „Wahrscheinlich wird maximal ein Prozent der Tourismusbranche davon betroffen sein.“ Ansonsten seien Streiks nun mal Ausdruck einer Demokratie.

Noch optimistischer sieht sie die wirtschaftlichen Folgen der Mehrwertsteuererhöhung. Ihrer Einschätzung nach werden die Krise und die Preiserhöhungen vom Markt absorbiert werden. Bleibt nur zu hoffen, dass Andrea Gereku mit diesen Vermutungen recht hat, ansonsten Kalinichta – Gute Nacht!

Foto: Imke Schroeder

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