Am Anfang waren es bloß ein paar Steine, am Ende wird ein kleiner Junge mit Hund auf eine große Reise geschickt.

Schuld daran ist die Dramaturgie und die Storyline, erklärt Thorsten Smid. Er ist Geschäftsleiter von expo2508 und entwickelt Ausstellungen und touristische Attraktionen. Die Dramaturgie ist notwendig, um dem potenziellen Besucher kulturelles Erbe schmackhaft zu machen. Steine allein sind kaum einen Blick wert. Weiß der Besucher aber, dass es sich bei den Steinen um Überreste einer römischen Villa handelt, wird es interessanter. Noch besser ist es, wenn die Kultur erfahrbar wird. Römisches Essen, Spaß und Spiel und die Inszenierung von Festen und Märkten machen aus einfachen Steinen ein Ereignis. „In diesem konkreten Projekt geht es darum, die römische Handelsstraße wieder zu beleben,“ erläutert Smid weiter, „damit das gelingt, werden einzelne Standorte aufgebaut und inhaltlich mit einem Rahmenkonzept verknüpft.“ Was so theoretisch klingt, endet ganz praktisch in einer Identifikationsfigur. „Wir schicken einen Handlungsreisenden mit seinem Sohn und einem kleinen Hund los. In Ich-Perspektive berichten die beiden dann für Kinder und Erwachsen von ihren Erlebnissen.“

Kulturelemente attraktiver gestalten, das ist das Ziel, um „poröse Steine“ für den Besucher erlebbar zu machen. Deutschland, die ganze Welt, ist voll von Kulturelementen. In einer EU-Studie von 2005 werden insgesamt drei verschieden Kategorien unterschieden: Kulturelle Artefakte wie zum Beispiel Burgen, Kunst wie beispielsweise Theateraufführungen und die Kreativwirtschaft, worunter zum Beispiel die regionale Küche fällt. „Kultur allein ist erst einmal nicht touristisch, sondern nur Ausdruck individueller, lokaler und regionaler Identität,“ erklärt der Ausstellungsmanager, „wir müssen eine Geschichte erzählen, um sie interessant zu machen.“ Eine Geschichte wie die von dem kleinen Jungen mit dem Hund.

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